Der Ausbau der Wasserkraft zwecks Stromerzeugung im 20. Jahrhundert ist für Österreich dieser Tage durchaus ein "Joker" in Sachen Energiewende: Der schon seit Jahrzehnten hohe Anteil an Strom aus Wasserkraft (Laufwasser, Speicherwasser - 50 bis 65% der Gesamtproduktion) sowie auch die Möglichkeit des Betriebs von Pumpspeicherkraftwerken (= wenn der Strom in Mengen vorhanden und billig ist hochpumpen, wenn Strom benötigt wird dann runterlassen...) lassen Österreichs Stromproduktion im Europavergleich durchaus sauber aussehen.
Lange Jahre hat man sich aber auf den -seinerzeit starken- Ausbau der Wasserkraft verlassen. Der Stromverbrauch in Österreich (siehe Link) ist jedoch laufend in die Höhe gezogen - und plötzlich war man in den 2000er-Jahren (zumeist) Stromimporteur. Ausnahmejahre in der hier gleich folgenden Statistik (danke dafür an "Österreichs Energie") bestätigen die Regel...
Der Importanteil sollte sich aber in den nächsten Jahren deutlich reduzieren - vorausgesetzt natürlich, dass die "Hauptquelle Wasser" recht solide die heimischen Flüsse runterläuft und auch der Wind fein weht bzw. die Sonne vom Himmel lächelt...
2024 war aber wohl eher noch ein Ausnahmejahr: Sehr starke Wasserführung wurde durch gute Windkrafterträge und auch dem Ausbau bei der Photovoltaik ergänzt. Jahre wie 2024 sind aber zukünftig durchaus wünschenswert und nicht mehr unmöglich.
Dieser Tage sorgen Erneuerbare (primär Windkraft und Photovoltaik) wieder für einen starken Anstieg der Erneuerbaren im heimischen Stromproduktionsmix - insbesondere die Photovoltaik ist nach dem Energiepreisschock ob der Ukraine-Krise kräftig abgehoben. Und je mehr Strom aus Wasserkraft, Wind, Sonne oder auch Biomasse produziert wird, desto geringer ist auch der Bedarf an Stromimporten sowie Fossilen (primär Gas).
Ob der im Jahresverlauf sehr unterschiedlichen Wasserführung, dem sich ändernden Windaufkommen und natürlich auch der Sonne (die ja nur am Tag für Produktion sorgt und im Winter eher seltener erscheint) wird das teure Gas wohl noch viele Jahre Bestandteil im Strommix bleiben. Die heimische Ökostromerzeugung fällt bzw. steigt aber nach wie vor hauptsächlich durch die jeweilige Entwicklung beim Laufwasser...
Unten folgend eine informative Grafik (Daten Statistik Austria, Grafik: Österreichs Energie) zur Bruttostromerzeugung in Österreich der letzten Jahre nach Prozenten. Sie können sich die Grafik auch in Gigawattstunden (GWh) anzeigen lassen - siehe links oben in der Grafik.
Deutlich vorne hier nach wie vor die Wasserkraft mittels Laufwasserkraftwerke und Speicherkraftwerke. Platz 3 ist hier schon sehr umstritten: Photovoltaik, Erdgas und Wind haben ähnliche Anteile. Photovoltaik und Wind sind aber auf der Überholspur und werden früher oder später sogar mehr Strom erzeugen als Speicher-KW.
Der Anteil der Kohle in der Stromproduktion dürfte übrigens von der Werkerzeugung seitens voestalpine AG (Stahlerzeugung) stammen - im Privatbereich wird in Österreich keine Kohle mehr "verstromt".
Und hier finden Sie eine Grafik (Daten Statistik Austria, Grafik: Österreichs Energie) zur Stromerzeugung insgesamt in Österreich - an dieser sieht man sehr deutlich, dass die Stromproduktion laufend gestiegen ist. Sehr deutlich ist schon zu sehen, dass die Fossilen in den letzten Jahren immer weniger zur Stromerzeugung herangezogen werden müssen.
Drücken Sie in der Grafik (Auswahl oben links) auf "Insgesamt", sehen Sie die Gesamtproduktion. Auch die Erneuerbarenproduktion kann extra ausgewiesen werden. Insbesondere das Jahr 2024 fällt hier besonders positiv auf...
Sehr interessant vielleicht auch noch die Grafik (Auch hier: Daten Statistik Austria, Grafik: Österreichs Energie) bezüglich der gesamten Stromaufbringung in Österreich. Hier werden auch die Stromimporte ausgewiesen:
Die Tendenz bei der heimischen Stromerzeugung ist aber schon seit einigen Jahren sehr positiv und der Trend zu den Erneuerbaren hält an. So blöd das klingt: Wohl hat die Energiekrise nach dem Russland-Überfall auf die Ukraine 2022/2023 den Ausbauplänen einen fetten Push gegeben (auch stark getragen durch Private).
Nun gilt es wohl primär die Themen Netze (wie kommt der Überschuss dorthin, wo er verwendet oder gespeichert werden kann) sowie Speicher (von Überschussstrom) weiter und noch rascher anzugehen. Dass das wohl noch einige Jahre ziemlich hohe Netzgebühren mit sich bringt, soll keine Überraschung sein. Ist der Netzausbau dann aber vollendet und die Stromspeicherung wird noch weiter günstiger, hat Österreich beste Voraussetzungen, wieder ständig Grünstromexporteur zu werden...
Geldmarie-Linktipp: