Platin (mit dem Elementsymbol "Pt") erfreut sich auch bei Anlegern immer größerer Bedeutung. Das seltene Edelmetall weist an den Börsen besonders starke Schwankungen auf. Das liegt u.a. an der Tatsache, dass Platin und Platinmünzen mittlerweile ein bedeutender Werkstoff in der Industrie (oft für Spezialmaschinen bzw. für Spezialwerkzeuge, z.B. in der Medizin) ist und auch als Schmuck seine Freunde findet.
Darüber hinaus erhöht auch die Nachfrage seitens Anleger und Spekulanten die benötigten Platinmengen. Ganz besonders wichtig ist Platin in der Herstellung von Katalysatoren - wurde diesbezüglich aber zeitweise auch schon von Palladium verdrängt.
Lange war Platin ein (damals noch lästiges) Nebenprodukt bei der Suche nach Gold. Im 19. Jahrhundert wurden z.B. in Russland oder auch in Großbritannien Platinmünzen geprägt - diese waren aber noch nicht wirklich hochwertig bzw. hatten gegen Goldmünzen keine Chance...
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es dann, reines Platin herzustellen was in der Folge auch zu neuen Verwendungsmöglichkeiten führte. Besonders viel Platin wurde und wird in Südafrika gewonnen, aber auch Russland, Kanada und viele weitere Regionen weltweit weisen stärkere Platinvorkommen auf.
Der Platinpreis an den Börsen lag schon früher ab und an über dem Goldpreis. Wirtschaftliche Schwächephasen haben den Platinpreis aber auch in der jüngeren Vergangenheit (21. Jahrhundert) schon kräftig fallen bzw. schwanken lassen. Auch die Konkurrenz von Palladium (welches einige Jahre massiv boomte) hat Platin einige Zeit nach unten gedrückt. Und doch bleibt Platin ein sehr seltenes und industriell wichtiges Edelmetall - Kursausbrüche sind demnach immer möglich. Die Entwicklung der Platinpreise in den letzten Jahren können Sie hier nachlesen: Platinpreis
Gute Platinware hat dieser Tage einen Feingehalt von 999,5/1000 Teilen Platin. Diesen Feingehalt werden Sie auch auf Platinmünzen bzw. Platinbarren eingeprägt finden.
In Banken wird man Platin dieser Tage nur noch selten gleich bekommen, Edelmetallhändler (insbesondere online) haben in der Regel aber fast immer Platinmünzen oder Platinbarren lagernd. Auch die Münze Österreich hat mittlerweile auch 2 Varianten eines "Philharmoniker in Platin" im Sortiment: Platinmünzen zu einer Unze (1 oz.) oder 1/20 oz. können Sie bei der Münze Österreich direkt oder im Onlineshop erwerben.
Der Nachteil, wenn man von Händlern kauft (ähnlich wie bei Silbermünzen): Platin unterliegt bei uns der Mehrwertsteuer. Diese 20% machen den Kauf von Händlern ziemlich teuer. In der Regel ist es also fast günstiger (wiewohl natürlich nicht sicherer), von Privat zu kaufen. Auf Ebay oder Willhaben werden Platinmünzen und Platinbarren immer wieder angeboten. Achten Sie insbesondere bei Käufen außerhalb der EU darauf, ob hier nicht noch die MWSt. dem Verkaufspreis zugeschlagen wird!
So Sie in physisches Platin via Platinmünzen oder Platinbarren investieren wollen, sollten Sie primär Münzen und Barren von bekannten Herstellern in Betracht ziehen. Solche Ware hat dann auch den Vorteil, dass man diese dann auch leichter und zu höheren Preisen verkaufen kann als Stücke von unbekannten Herstellern.
Bei Barren sind z.B. folgende Hersteller oft gehandelt und bekannt: Degussa, Umicore, PAMP, Crédit Suisse, UBS, Valcambi oder auch Agor Heraeus. Barren gibt es ab und an auch als Tafelbarren (wo man dann einzelne Einheiten abbrechen kann - halte ich persönlich für weniger sinnvoll).
Bekannte Platinmünzen sind u.A.: Wiener Philharmoniker (Münze Österreich), Maple Leaf, Britannia, Kookaburra, Eagle, Koala, Lunar, Kangaroo oder auch Noble (Isle of Man).
Auch Platinmünzen werden da und dort (bei Händlern, oft auch bei Silbermünzen gesehen) "differenzbesteuert" angeboten. Diese sind dann oft deutlich günstiger als jene Platinbarren, bei welchen die gesamten 20% Mehrwertsteuer anfällt. Mehr Infos dazu hier: Differenzbesteuerung.
Während man seine bekannten Goldmünzen bei fast allen lokalen Banken versilbern kann und diese auch vielerorts erwerben kann, ist das mit Platinmünzen oder Platinbarren schon etwas schwieriger. Aber es ist ohnehin (siehe oben) ob des Anfalls von MWSt. im Handel besser, Platin von privat zu privat zu veräußern bzw. anzukaufen. Dabei gilt es natürlich zu wissen, dass es sich um echte Ware mit Qualität handelt!
Im August und im September 2026 haben wir ein wenig die Preise bei Ebay beobachtet und auch nachgeblickt, welche Preisunterschiede es im offiziellen Handel gibt. Leider werden dort fast nur Platinmünzen via Auktion gehandelt - Platinbarren sind ausgesprochen selten zu finden.
Der Platinpreis an den Warenbörsen lag dieser Tage bei 1.400 bis 1.600 Euro pro Unze (1 Unze = 31,1034768 Gramm).
Ein Platin-Philharmoniker (1 Unze) kostete da 2.020 Euro, der Zwanzigstel-Philharmoniker (1/20 Unze) kam auf 120 Euro. Man sieht schon, wie deutlich hier die MWSt. das Produkt verteuert - natürlich kostet auch die Münzprägung etwas und der Händler hat auch eine Spanne.
Einige Auktionen bzw. Verkaufspreise von Platinmünzen und Platinbarren aus dem August 2026 finden Sie weiter unten aufgelistet. Diese sind natürlich nur eine Momentaufnahme und sollen Unterschiede bei den Größen, bei den Händlern und Privaten bzw. auch bei den Herstellern aufzeigen.
Der aktuelle Platinpreis pro Unze (in Euro!) ist hier zu finden:
Weitere Informationen zum Platinpreis finden Sie beim diesbezüglichen Linktipp (Wikipedia-Platinpreis) ganz unten.
1 Unze, Philharmoniker: 2.020 bis 2.106 Euro
1 Unze, Philharmoniker differenzbesteuert: 1.870 Euro
1 Unze, Koala: 2.059 Euro
1 Unze, Koala differenzbesteuert: 1.870 Euro
1 Unze, Maple Leaf: 2.022 Euro
1 Unze, Philoro Platinbarren: 1.969 Euro
1 Unze, Agor Heraeus: 1.965 Euro
Britannia, 1/10 Unze, 2018: 212 und 217 Euro, 2024: 209 Euro, 2025: 216 Euro,
Flamingo (Barbados), 1/10 Unze, 2021: 213 Euro
Kookaburra, 1/10 Unze, 2021: 217 Euro, 2023: 223 Euro, 2026: 203 bis 260 Euro
Eagle, 1/10 Unze, 1997: 226, 267 und 316 Euro, 1998: 235 und 272 Euro, 1999: 238 Euro, 2000: 234 Euro, 2004: 244 Euro, 2005:
235 Euro, 2006: 257, 270 und 315 Euro, 2007: 283 und 424 Euro, 2008: 287 Euro.
Lunar-Pferd, 1/10 Unze, 2026: 229, 230 und 236 Euro
Maple Leaf, 1/10 Unze, 1989: 280, 419 und 439 Euro
Koala, 1/10 Unze, 2024: 246 und 264 Euro
Eagle, 1/4 Unze, 1997: 566 und 575 Euro, 1999: 516 Euro, 2000: 530 und 536 Euro, 2004: 527 und 550 Euro, 2006: 565 Euro, 2007: 563 Euro
Koala, 1/4 Unze, 1988: 505 Euro
Barn Owl (Australien), 1/2 Unze, 2023: 938, 947 und 977 Euro
Eagle, 1/2 Unze, 1999: 987 Euro, 2001: 945 bis 982 Euro, 2006: 978 Euro, 2007: 1.436 Euro, 2008: 1.482 Euro
Kangaroo, 1 Unze, 2025: 1.927 und 1.966 Euro, 2026: 1.822, 1.832 und 2.080 Euro
Eagle, 1 Unze, 1998: 1.974 Euro, 1999: 1.912 Euro, 2001: 1.965 Euro, 2004: 2.014 und 2.056 Euro, 2012: 2066 Euro, 2021: 2.222 Euro, 2023: 2.094 Euro
Maple Leaf, 1 Unze, 2009: 1.855 Euro, 2012: 1.904 Euro, 2017: 1.967 Euro
Noble-Isle of Man, 1 Unze, 1983: 1.822 und 1.876 Euro, 1985: 1.879 Euro
Wonders of Australia - The Outback (Perth Mint), 1 Unze, 2026: 1.823 Euro
Philharmoniker, 1 Unze, 2026: 1.860 und 1.865 Euro
Lunar Drache, 1 Unze, 2024: 2.004 Euro
Lunar Pferd, 1 Unze, 2025: 2.004 Euro
Lunar Pferd, 1 Unze, 2026: 1.912 Euro
1 Barren (Diverse, Verkäufer wählt aus), 1 Unze: 1.671, 1.725 und 1.746 Euro
Hier lässt sich also schon erkennen, dass es beim Platinkauf zumeist etwas günstiger ist, wenn man privat kauft. Hier muss natürlich das Vertrauen zum Käufer bzw. zur Plattform gegeben sein. Ab und an gibt es bei manchen (selteneren) Jahrgängen oder beliebten Motiven auch ein mehr oder minder großes "Aufgeld" - der Sammelermarkt von Platinmünzen (und damit einhergehende Sammlerpreise) ist aber überschaubar.
Achten Sie auch unbedingt auf den Standort von angebotenen Münzen - außerhalb der EU kommt da für Käufer in Österreich im Normalfall auch noch 20% MWSt. (in der Liste oben schon inkludiert) hinzu.
Geldmarie-Linktipps: