Als 2025/2026 der Silberpreis nach langer Zeit wieder einmal so richtig in die Höhe schoss, war es an der Zeit, endlich auch eine eigene Rubrik bezüglich der Verkaufspreise von Silber-Schillingmünzen zu erstellen. Denn -auch wenn man es nicht glauben mag- davon finden sich noch einige Millionen Stück in den heimischen Sammlungen und das Unwissen über deren Preise ist nicht unbeträchtlich...
Silbermünzen in Schillingwährung gab es ja schon in der 1. Republik - eine Auflistung dieser Münzen ist in diesen beiden Rubriken zu finden: Silbermünzen Schillingwährung sowie unter Silbermünzen Österreich, Teil 2
Hier finden Sie auch noch die Silbermünzen in Eurowährung - doch hier geht es primär um die Silbermünzen aus der 2. Republik, welche von 1955 bis 2001 geprägt wurden.
Diese Silbermünzen waren primär ja Münzen, welche mit Aufpreis zum aktuellen Silberwert an Sammler verkauft wurden bzw. oft auch als Geschenk zu diversen Anlässen weitergereicht wurden.
Aber auch klassische Umlaufmünzen wurden in der Schillingära der 2. Republik einige Zeit aus Silber geprägt - bis dann der Silberpreis so stark anstieg, dass er den Nominalwert von 5 bzw. 10 Schilling überstieg und diese beiden Münzwerte fortan aus einer (billigeren) Kupfer-Nickel-Legierung geprägt wurden.
Die 5-Schilling-Silbermünzen wurden von 1960 bis 1968 als Silbermünze hergestellt (mit Rillenrand) und ab 1968 erfolgt die Prägung dann via Kupfer-Nickel-Legierung (Rand glatt).
10-Schilling-Silbermünzen waren von 1957 bis 1973 im Umlauf, ab 1974 wurde dann ebenso auf eine Kupfer-Nickel-Prägung umgestellt.
In der ersten Zeit der Materialumstellung wurde von Sammlern und Spekulanten noch kräftig Ware gehortet. Nachdem der Silberpreis aber dann seinen Höhenflug beendete, blieben die alten Silbermünzen dann oft viele Jahre in Nachtkästen, Sparbüchsen bzw. sonstigen Aufbewahrungsbehältnissen liegen.
Der steigende Silberpreis sorgte aber mittlerweile dafür, dass der reine Silberpreis dieser Münzen schon ein Vielfaches des Nominalwertes beträgt. Verkauft man demnach eine alte 5-Schilling-Münze (= 0,36 Euro Nominalwert) aus Silber, so hat sich das Sammeln durchaus gelohnt...
Nachdem bei Silber weiterhin die 20% Mehrwertsteuer zu bezahlen sind, ist beim Verkauf solcher Münzen eher auf diversen Marktplätzen wie willhaben oder Ebay ein etwas höherer Ertrag zu lukrieren. Zum Silberankaufspreis einschmelzen lassen ist keinesfalls ratsam!
Aktuell (2026) sind fast alle genannten Silbermünzen (teils deutlich) in Euro teurer, als der Schilling-Nominalwert, welcher sich auf der Münze befindet!
Für Sammler ist natürlich auch der gute Zustand der Münzen den einen oder anderen Extra-Euro wert. Münzen in den Qulitäten "Stempelglanz" oder gar "Polierte Platte" erbringen deutlich höhere Preise als normale oder gar ziemlich verschmutzte Münzen die eher rund um den Silberpreis der Münze gehandelt werden.
Die u.a. Preise für Silbermünzen aus Österreich in Schillingwährung werden 2x pro Jahr (halbjährlich) erfasst.
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preis € 12.1.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 73,09 |
| 5 Schilling | 640 | 3,328 | 9,74* |
| 5 Schilling Ebay | 640 | 3,328 | 6-9*2 |
| 10 Schilling | 640 | 4,800 | 14,04* |
| 10 Schilling Ebay | 640 | 4,800 | 9-12*2 |
*= Preiserhebung bei Gold und Co. = Verkaufspreis einer 5- oder 10-Schilling-Silbermünze (aus Rolle zu 50 Stück)
*2= Auktionen bei Ebay, Preise hier etwas geringer - aber auch Portokosten beim Versand!
Oft kann man für seltenere Jahrgänge (z.b. 10 Schilling 1964) sogar etwas höhere Preise erzielen.
1955 gelangte die erste 25-Schilling-Silbermünzen als Gedenkausgabe (=Sammlermünze) in den Verkauf - und verkaufte sich gleich prächtig. Die 1,5 Mio. Stück davon waren rasch weg und in den Folgejahren lag die Auflage dann schon bei 5 Mio. Stück ehe sie dann in den folgenden Jahren wieder sank.
Bis inklusive 1973 wurden diese Münzen geprägt. Die 25-Schilling-Silberlinge sind 13 Gramm schwer, weisen einen Feingehalt von 800/1000 auf und beinhalten somit ein Feingewicht von 10,40 Gramm.
Auch hier übersteigt der Preis in Euro Anfang 2026 oft schon den Nominalwert in Schilling...
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preis € 12.1.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 73,09 |
| 25 Schilling | 800 | 10,40 | 28,48* |
| 25 Schilling Ebay | 800 | 10,40 | 16-28*2 |
*= Preiserhebung bei Gold und Co. = Verkaufspreis einer 25-Schilling-Silbermünze (aus Rolle zu 40 Stück)
*2= Auktionsergebnisse von Ebay - etwas geringere Preise, da auch Portokosten anfallen.
Abweichungen pro Jahrgang gibt es bei den 25-Schilling-Münzen nur in geringem Ausmaß. Die Bundestheater-Münzen aus 1955 erzielen vielleicht den einen oder anderen Euro mehr.
Von 1959 bis 1978 gelangten auch einige Millionen 50-Schilling-Silbermünzen in den Umlauf - die auch heute noch zuhauf in Sammlungen bzw. "Silberdepots" anzutreffen sind und immer wieder ge- und verkauft werden.
Bei den 50-Schilling-Silberlingen ist Vorsicht geboten: Von 1959 bis 1973 wurden diese nämlich mit einem höheren Silberanteil (900/1000) geprägt als dann später in den Jahren 1974 und nochmals 1978. 1974 und 1978 wog die Münze zwar auch 20 Gramm, der Silberanteil lag aber nur bei 640/1000. Geschuldet war dies dem hohen Silberpreis Mitte der 1970er-Jahre.
Daraus resultiert bei den älteren 50-Schilling-Münzen ein Feingewicht von 18 Gramm Silber, bei den Münzen aus 1974 und 1978 sind es deren nur 12,8 Gramm pro Münze.
Ältere 50er erzielen demnach höhere Preise als die Münzen mit weniger Silbergehalt. Auch bei den Fünfzigern zeigt sich: Schöne Münzen oder Polierte Platten erzielen höhere Preise und die Preise normaler Münzen orientieren sich primär nach dem aktuellen Silberpreis. Sammlerpreise gibt es nur bei besonders schönen Stücken - wie bei allen hier aufgelisteten Nominalwerten sind aus den einstigen Sammlermünzen (aufgrund der gestiegenen Silberpreise) nunmehr Anlagemünzen geworden. Ein Einschmelzen ist aber bei allen Münzen nicht zu empfehlen - als Münze erzielen die Stücke höhere Preise!
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preis € 12.1.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 73,09 |
| 50 Schilling | 900 | 18,00 | 49,60* |
| 50 Schilling Ebay | 900 | 18,00 | 34-46*2 |
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preis € 12.1.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 73,09 |
| 50 Schilling | 640 | 12,80 | 35,28* |
| 50 Schilling Ebay | 640 | 12,80 | 20-32*2 |
*= Preiserhebung bei Gold und Co. = Verkaufspreis einer 50-Schilling-Silbermünze (aus Rolle zu 40 Stück)
*2= Auktionsergebnisse von Ebay - etwas geringere Preise, da auch Portokosten anfallen.
Durch den zwischenzeitlich gestiegenen Silberpreis kam es ab 1974 zur Prägung von Silbermünzen mit dem Nominalwert von 100 Schilling.
Auch bei der Legierung sparte man hier Silber und prägte die erste Generation der 100-Schilling-Silbermünzen mit nur 640 von 1.000 Anteilen Silber. Auch wenn die Münzen 24 Gramm wogen betrug das Feingewicht Silber nur 15,36 Gramm. Damit lagen diese Münzen bezüglich Feingewicht sogar unter der ersten Generation der Silber-50er.
Die Hunderter gingen aber trotzdem gut weg: 1974 bis 1979 betrugen die Auflagen 1,5 bis 3 Mio. Stück pro Ausgabe - mit allerdings sinkender Tendenz während des Ausgabezeitraums dieser Münzen.
Ab 1980 sollten dann die 500-Schilling-Silbermünzen die 100-Schilling-Silberlinge ablösen ehe es dann 1991 zu einem Comeback der Silberhunderter kam. Diese wurden aber nicht mehr zum Nominalpreis (100 Schilling) verkauft sondern gelangten schön verpackt als Polierte Platte (mit höheren Ausgabepreisen als der Nominalwert) mit deutlich kleineren Auflagen (Anfangs 100.000 Stück, dann 75.000 Stück und am Ende nur noch 50.000 Stück) zur Ausgabe.
Diese Silberhunderter (von 1991 bis 2001 ausgegeben) haben ein Gewicht von 20 Gramm und ob der höheren Feinheit von 900/1000 Teilen Silber ein Feingewicht von 18 Gramm. Besitzt man eine solche Sammlermünze, bringt diese jedenfalls ein paar Euro mehr ein als eine "normale" 100-Schilling-Silbermünze. Das liegt einerseits am höheren Feingehalt und andererseits an der teureren Prägetechnik/Verpackung (Polierte Platte) sowie den deutlich geringeren Auflagen.
Die ersten beiden Ausgaben (1991 Mozart-Salzburg sowie Mozart-Wien) wurden noch in einer Auflage von 100.000 Stück geprägt, dann waren es deren bald nur noch 75.000, später 65.000 und in den letzten Jahren der Ausgabe 50.000 Stück.
Im Jahr 2000 und 2001 brachte die Münze Österreich dann noch 2 weitere Sammlermünzen mit Nominalwert 100 Schilling heraus. 2000 erschien die Silber-Tital-Münze "Communications", 2001 folgte dann noch "Mobilität". Die Münzen wiegen 13,6 Gramm und beinhalten 9 Gramm Silber. "Mobilität" war Anfang 2026 um 25-36 Euro zu haben "Communications" war mit 35-45 Euro bei den Sammlern etwas höher im Kurs.
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preise € 01.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 71-74 |
| 100 Schilling | 640 | 15,36 | 31-42* |
*= Mehrere Preisbeobachtungen bei Ebay
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preise € 01.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 71-74 |
| 100 Schilling | 900 | 18,00 | 41-53* |
*= Mehrere Preisbeobachtungen bei Ebay
1995 wurden 2 Silbermünzen mit dem Nominalwert von 200 Schilling produziert. Für diese IOC-Münzen (Feingehalt 925/1000, Feingewicht 31,11 Gramm = 1 Unze Silber) werden 2026 rund 80 bis 150 Euro bezahlt. Das sind -auch ob der geringen Auflage (jeweils 100.000 Stück)- ganz eindeutig eher Münzen für Sammler.
Ab 1980 wurden seitens Münze Österreich auch 500-Schilling-Silbermünzen ausgegeben. Diese lösen quasi die 100-Schilling-Silbermünzen ab - wurden dann aber deutlich weniger erfolgreich als ihre Vorgänger-Silbermünzen...
Von 1980 bis 1982 wurden die 500er mit einem Feingehalt von 640/1000 geprägt, wogen 24 Gramm und wiesen damit bei einem Durchmesser von 38 mm ein Feingewicht von 15,36 Gramm auf.
Ob sinkender Silberpreise (weit weg von 500 Schilling Nominalwert) reduzierten sich die Auflagehöhen schnell und die Münze Österreich prägte die Silber-500er dann von 1983 bis 2001 mit einem höheren Feingehalt von 925/1000. Diese Fünfhunderter wogen ebenfalls 24 Gramm, wiesen einen etwas geringeren Durchmesser von 37 mm auf und hatten dafür aber ein deutlich höheres Feingewicht von 22,20 Gramm Silber.
Trotzdem lag der Nominalwert der Münzen die gesamte Ausgabeperiode sehr deutlich über dem Silberpreis - was die Auflagen fast Jahr für Jahr deutlich schrumpfen ließen. Wurden 1981 von der Münze "Otto Bauer" noch fast 1 Mio. Stück geprägt und 1983 anlässlich des Katholikentages (Papst) noch 680.000 Stück der Normalprägung, waren es deren bei den Ausgaben des Jahres 2001 nur noch bescheidene 110.000 Stück.
Auch ab der Euroeinführung erreichte der Silberwert dieser Münze sehr lange Zeit nicht den Nominalwert dieser 500-Schilling-Münzen (=36,34 Euro). Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele dieser Münzen schon zu Schillingzeiten ausgegeben wurden, bei der Bank retourniert wurden oder dann auch gegen Euro eingetauscht wurden.
Die letztgültigen Schilling-Silbermünzen (also die Münzen von 25, 50, 100, 200 und 500 Schilling) können unbefristet bei der Nationalbank in Euro gewechselt werden - nachdem der Silberwert dieser Münzen den Nominalwert aber schon übersteigt, sollte man davon aber jedenfalls Abstand halten!
Als 2025 und 2026 die Silberpreise dann endlich abhoben, kamen sogar die 500-Schilling-Münzen beider Varianten (640er- und 925er-Gold) wieder "ins Geld".
Den aktuellen Silberwert von Münzen kann man sich mittels des aktuellen Silberpreises leicht ausrechnen: Den Unzenpreis durch 31,1 teilen ergibt den Grammpreis Feinsilber. Dies dann mit dem Feingewicht der jeweiligen Münze multiplizieren.
Hier 2 Beispiele mit einem Silberpreis von 70 Euro pro Unze:
70 (=Silberpreis Euro) dividiert durch 31,1 (=1 Unze gerundet)= 2,25 Euro pro Gramm Feinsilber.
15,36 (Gramm für Münzen 1980-1982) multipliziert mit 2,25 (Preis 1 Gramm Feinsilber) = 34,56 Euro = Reiner Silberwert noch leicht unter Nominalwert
22,2 (Gramm für Münzen 1983-2001) multipliziert mit 2,25 (Preis 1 Gramm Feinsilber) = 49,95 Euro = Reiner Silberwert schon deutlich über dem Nominalwert
Auch wenn der "reine" Silberwert bei der 500-Schilling-Variante 1 (Jahrgang 1980 bis 1982) bei dieser Berechnung noch etwas unter dem Nominalwert liegt, erhöht sich indirekt der Wert durch die Mehrwertsteuerpflicht auf Silber sowie auch durch einen Prägezuschlag bzw. leichten Sammlerwert noch etwas. Unter 36,34 Euro sollten Sie die Silber-500er aber keinesfalls verkaufen - denn diese kriegen Sie sowieso notfalls auch bei der Nationalbank ausbezahlt.
2026 wurden aber beide Varianten des "Fünfhunderters in Silber" schon deutlich über dem Nominalwert gehandelt (siehe gleich unten).
Für Polierte Platten oder Münzen der Qualitätsstufe Prägefrisch/Handgehoben sind einige (ca. 5-20) Euro Mehrertrag wahrscheinlich - einen wirklichen Sammlermarkt/Sammlerwert für Silber-500er gibt es aber (noch) nicht.
Leider gibt es bezüglich noch vorhandener Stückzahlen aller Silbermünzen keine verlässlichen Zahlen - man kann aber davon ausgehen, dass gerade bei den 500-Schilling-Silbermünzen die Stückzahlen durch Einschmelzen/Retoure an ÖNB deutlich gesunken sind. Vielleicht ja ein Sammelgebiet für die nächsten Sammlergenerationen;-)
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preise € 01.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 75-80 |
| 500 Schilling | 640 | 15,36 | 49-52* |
| 500 Schilling Polierte Platte | 640 | 15,36 | 60-72* |
*= Mehrere Preisbeobachtungen bei Ebay
| Münze | Feingehalt /1000 | Feingewicht Gramm | Preise € 01.26 |
|---|---|---|---|
| Silberpreis Euro/oz. | 999,9 | 31,103 | 75-80 |
| 500 Schilling | 925 | 22,20 | 50-70* |
| 500 Schilling Polierte Platte | 925 | 22,20 | 63-75* |
*= Mehrere Preisbeobachtungen bei Ebay
Seit 2002 gibt es natürlich auch schon eine Menge an Silbermünzen in Eurowährung aus Österreich. Auch hier haben wir einen Preisüberblick gestaltet welchen Sie hier finden können: Preise Silbermünzen Euro aus Österreich
Geldmarie-Linktipps: