Schon einige Jahre stand bei meiner Holden ein Besuch von Schweden ganz oben auf der Reiseliste. Auch Schilderungen im Freundeskreis deuteten darauf hin, dass man Schweden unbedingt einmal besuchen sollte. Nach dem Besuch gilt: Vielleicht ja öfter als einmal...
Entgegen dem allgemeinen Trend, ins Flugzeug zu steigen, fuhren wir die rund 950 Kilometer zur Fähre nach Rostock via Auto. Das ist alleine durchaus zu schaffen (einige Pausen seien empfohlen) und mit 2 Fahrern sowieso machbar. Dort zu früh angekommen noch ein kurzer Besuch von Rostock und nach dem sich die (riesengroße!) Fähre der Stena-Line ohnehin verspätet hatte ging es dann rund um Mitternacht in die gebuchte Kabine.
Rund 5-6 Stunden benötigt die Fähre für die rund 150 Kilometer in der Ostsee nach Trelleborg (ganz unten in Schweden zu finden). Nach der langen Anreise via Auto, dem Warten auf die Fähre (inklusive Ent- und Beladevorgang) und eher mäßigem Schlaf in der Kabine wurden wir dann schon um ca. 5.30h unsanft geweckt (ziemlich lauter Lautsprecher...) und schon war mit Trelleborg die erste Stadt zu sehen.
Der Schweden-Norwegen(Oslo)-Trip konnte demnach so richtig beginnen.
Folgend einige Infos für Schweden- bzw. Norwegen-Interessierte die bei Reisen (insbesondere mit dem Auto) durchaus interessant sein können.
Weiter unten dann auch einige Zeilen plus Kurzvideos von interessanten bzw. hübschen Plätzen in Südschweden und in Oslo.
Südschweden? Ja - auch wenn wir auf dieser Tour rund 4.100 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt haben: Um in die Mitte von Schweden bzw. ganz in den Norden zu kommen, muss man noch ein paar tausend Kilometer hinzurechnen. Ein riesiges Land. Und ein nettes...
Tatsächlich verhält es sich in Schweden (wie auch in Oslo) ähnlich wie in Island, welches wir vor einigen Jahren besucht haben: Kreditkarten und Apps geben den Ton an, Bargeld (Schwedische und Norwegische Kronen) wird kaum mehr verwendet und da und dort auch nicht angenommen.
Entsprechend vorinformiert haben wir uns somit jede gebührenpflichtige Bankomatbehebung erspart und sind mit Master Card, Kontokarte (Bankomatzahlung) sowie mit Revolut gut ausgerüstet angereist. 1-2% Gebühren für die Zahlungen muss man da einkalkulieren - das ist erträglich.
Zahlungsprobleme gab es eigentlich nur 1x: Als wir einen privaten Charity-Kuchenstand am Land besuchen wollten und nicht die in Schweden populäre App hatten. Verschmerzbar...
Trotzdem haben wir uns als Reiseandenken ein paar Kronen gesichert: Gibt man die Pfandflaschen und Dosen (System ähnlich wie bei uns) im Supermarkt zurück, kriegt man auch Bargeld dafür!;-)
Mit dem Auto durch Schweden zu fahren, war ausgesprochen angenehm:
Die Autofahrer sind dort ausgesprochen diszipliniert und fährt man z.B. auf der Autobahn die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, gehört man zu den schnellsten Fahrzeugen!
In rund 2.000 Kilometer in Schweden gab es genau 2 Raser, die links mit massivem Geschwindigkeitsüberschuss vorbeischossen. Das schätzt man dann insbesondere, wenn man via Österreich, Tschechien und vor allem Deutschland (teilweise keine Tempolimits auf der Autobahn) angereist ist...
Mit 120 km/h kommt man auch sehr gut voran, die Autobahnen sind gut erhalten, selten verstaut (außer vielleicht in der Nähe von Städten) und das Tempo auf Autobahnen bzw. Schnell- und Landstraßen (80 bis 100) scheint auch umwelttechnisch einigermaßen sinnvoll. Der Spritverbrauch war jedenfalls sehr bescheiden. Vielleicht gibt es ja in Schweden besonders fette Strafen für Raser - oder die Schweden sind einfach deutlich disziplinierter...
Apropos Sprit: Das Tankstellennetz ist an den großen Routen sehr gut ausgebaut und der Diesel war sowohl in Schweden als auch in Norwegen deutlich günstiger als in Deutschland. Wer mit dem Auto anreist, dem sei trotzdem ein Nachtanken in Tschechien empfohlen - dort war (zumindest bei der Rückreise) Diesel besonders günstig.
Auf den oft ein- bis zweispurigen (zwei Spuren oft bergauf zum Überholen von LKW) Landesstraßen sind oft auch Radarfallen zu sehen - freundlicherweise wird man aber verlässlich 200 Meter davor gewarnt...;-) Polizei habe ich auf den Autobahnen/Landstraßen überhaupt nicht gesehen...
Nachdem Schweden (und auch Norwegen) in Sachen Umweltschutz sehr weit vorne scheint (das viele Öl von Norwegen lassen wir hier einmal beiseite...), gibt es in den Städten auch sehr viele Radwege. Und damit natürlich auch viele Radfahrer - auch wenn wohl die Witterung das Radfahren in manchen Monaten eher zur frostigen Angelegenheit macht.
Den Autofahrern geht es dafür eher an den Kragen: Parken ist fast nirgends gratis (und wenn, dann zeitlich limitiert) und in Städten ohnehin kaum im öffentlichen Raum möglich. Kostenpflichtige Kurzparkzonen sind in Städten üblich und in größeren Städten wie Göteborg oder Stockholm bzw. auch in Oslo (Norwegen) gibt es auch eine Citymaut.
Hier habe ich einerseits die Easypark-App (Parken) sowie Epass24 (Maut, Citymaut) verwendet - hat beides gut funktioniert. Über etwaige sektorale Fahrverbote für Diesel etc. unbedingt vor der Reise informieren!
So Sie Quartiere in Schweden buchen, fragen Sie auch gleich an, ob es dort Parkmöglichkeiten gibt bzw. was dieser Parkplatz kostet - da kommen dann oft noch einige Kronen dazu...
Schweden hat übrigens schon einen sehr hohen Anteil an Elektroautos und folgt damit Norwegen und Schweden. Die Ladeinfrastruktur für E-Cars sieht auch sehr fein aus und die Ladepreise lagen im Juni 2026 bei ca. 45 Cent pro KWh. Damit kommt man wohl deutlich günstiger als wenn man bei uns öffentlich das E-Auto lädt. In Oslo konnte man zeitweise überhaupt den Eindruck gewinnen, es gibt dort nur noch Teslas in den Straßen;-)
Schon im Vorfeld haben wir gehört: Schweden ist teuer.
Das hat sich schon beim Buchen von Hotels/Zimmern bewahrheitet - wiewohl der Aufpreis zu heimischen Unterkünften wohl nur marginal ist und natürlich auch mit der jeweiligen Ausstattung und Lage zu tun hat.
Tanken war dann auch deutlich günstiger als erwartet, die Parkgebühren waren hingegen durchaus geschmalzen. Aber gratis ist ja auch bei uns in Wien nichts mehr...
Wirklich teuer war es dann in der Gastronomie: Hohe Personalkosten und Löhne, Steuern und Abgaben und auch höhere Fixkosten lassen ein Essen in besseren Restaurants fast zum Luxus werden. Bei ähnlichen Speisen wie in Österreich waren die Preise zumeist ungefähr doppelt so hoch wie bei uns.
Da wir in vielen Quartieren auch Frühstück hatten, "on the road" auch ab und an einen Supermarkt frequentierten und auch dem (billigeren) Junkfood nicht generell abgeneigt sind, war das aber nicht so dramatisch für die Reisekasse.
In den Supermärkten war das Preisniveau ähnlich wie in Österreich - Brot, Gebäck, süße Backwaren etc. waren sogar deutlich günstiger als bei uns!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch quasi vor der schwedischen Salami warnen: Die kann genau nix! 1x in Malmö probiert, nie wieder versucht. Das Frühstück war übrigens fast überall ziemlich gleich und bestenfalls durchschnittlich. Wie auch andernorts geht auch in Schweden der Lachs gerne und rasch aus...
Sehr lobend zu erwähnen: Kauft man sich eine Tasse Filterkaffee, so kann man sich zumeist überall unbeschränkt nachschenken. Für Filterkaffeefreunde also sehr positiv. Auch für Wasser wird in Schweden nichts verlangt und ebenso ist der Besuch von Toiletten fast immer gratis. Nur in Stockholm haben wir 1x für den WC-Besuch bezahlen müssen...
Wirklich teuer ist in Schweden leider der Alkohol: Alkohol über 3,5% Vol. darf nicht im Supermarkt verkauft werden - dort gibt es z.B. auch nur Leichtbier zu erwerben. Mehr Prozente gibt es in eigens dafür vorgesehenen Geschäften: Den Systembolaget - staatliche Alkoholläden die Sie (so zumindest 20 Jahre alt) natürlich auch zum Einkaufen konsultieren können. In Restaurants und Bars gibt es natürlich auch höherprozentigen Alkohol - der ist aber ziemlich sauteuer! Ob diese "schwedische Prohibition" erfolgreich ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ziemlich ausgestorben sind in Schweden jedenfalls die Raucher: Rauchen von Zigaretten (oder auch E-Zigaretten) ist nahezu überall verboten und man muss in der Öffentlichkeit schon ziemlich der Crowd ausweichen um gesetzeskonform zu tschicken…
Als Raucherin und Dampfer war es also eher mühsam - aber immerhin hatten wir ja auch viele weite Reisen mit dem Auto und auch Plätze/Unterkünfte mit wenig Menschen am Plan.
Anfangs war ich über die geringe Anzahl von Rauchern im Umkreis von Lokalen sehr erstaunt - bis ich schließlich sah, dass auf vielen Plätzen in Lokalen oft eine Dose am Tisch lag. Drin verborgen: Snus. Das sind kleine Tabakbeutel oder tabakfreie Nikotinbeutel, welche man zwischen Lippe und Zahnfleisch klemmt und mittels denen man seinen erwünschten Tabak- bzw. Nikotinschub bekommt. E-Zigaretten bzw. Raucher sieht man in Schweden kaum mehr...
Nachdem wir nur 2 Tage in Norwegen (primär in Oslo bzw. am Holmenkollen) verbracht haben, gibt es nur wenige Eindrücke bezüglich der Preisgestaltung.
Das Auto haben wir gleich in der (sauteuren) Garage des Hotels belassen, die Öffis funktionieren gut und auch ein Taxi zum Hotel war leistbar (wenn auch etwas teurer als bei uns).
Norwegen dürfte aber noch eine Spur teurer sein als Schweden: Ein kleiner Einkauf in einem Supermarkt am Holmenkollen ließ deutlich erkennen, dass die Lebensmittelpreise im Geschäft deutlich höher sind als in Schweden. Die Restaurants sind ähnlich teuer wie in Schweden.
Für Alkohol und Zigaretten gilt wohl ähnliches wie in Schweden. Teuer bzw. Unerwünscht.
Es ist nicht nur die angenehme Art und Weise, wie die Schweden ihre Fahrzeuge durch die grüne Landschaft bewegen. Insbesondere in ländlicher Umgebung haben wir viele (ehrlich) freundliche und offene Menschen getroffen und erlebt.
Ein Erlebnis in Rashult (bei Älmhult, Carl von Linné-Park) war besonders intensiv: Wir kommen in den örtlichen Souveniershop und werden ähnlich freudenstrahlend begrüßt wie gute Freunde, die man schon ewig nicht gesehen hat. In Österreich (und auch vielerorts) eher unvorstellbar. Auch Fragen in Supermärkten etc. wurden freundlich und kompetent beantwortet.
Viele Jahre Sozialismus und liberale Denke haben den meisten Schweden (natürlich gibt es auch dort Ärsche, die haben sich jedoch bei unserer Reise gut versteckt) wohl nicht geschadet und man fühlt sich als Fremder bzw. Urlauber wirklich wohl. Das hat wohl auch damit zu tun, dass die Schweden bis ins höhere Alter ausgezeichnet Englisch sprechen und verstehen.
Bezüglich der Sprache gilt es auch anzumerken, dass ich mich schon beim ersten Supermarkt in Trelleborg (und auch später auf der Reise, gilt auch für Oslo) häufig über die schwedischen Namensgebung von Waren ziemlich amüsiert habe: Eine schöne Mischung aus Deutsch/Englisch/Eigenkomposition - wie z.B. auch Niederländisch. Natürlich anders, aber schriftlich oft sehr gut verständlich, denkt man nur 1-2x um die Ecke. Beim Zuhören tut man sich da schon deutlich schwerer.
Gegrüßt wird gerne: Ein einfaches "Hej" ist in Schweden quasi ein "Hallo" bzw. "Servus", in Norwegen klingt das mit "Hei" nur leicht anders.
In den Städten steigt naturgemäß auch der Ausländeranteil kräftig an. Schweden war lange Zeit ein Einwandererland (ist ja auch viel Platz vorhanden...), zuletzt haben aber auch dort die Rechtspopulisten ("Sverigedemokraterna") starken Auftrieb. Wie bei uns werden die unguten und schweren bzw. schlecht bezahlten Arbeiten in der Stadt primär von Ausländern verrichtet.
Landschaftlich ist Südschweden (über mehr kann ich ja nicht berichten - schon Südschweden ist riesengroß) supergrün und voll mit Wäldern und auch Feldern. Je südlicher, desto mehr Landwirtschaft.
An Wasser mangelt es in Schweden keinesfalls. Der Vänern (oder auch Vänernsee bzw. Vändersee) ist der größte See der EU und wahrlich ein Gigant. Der Sandstrand am See bei Väse (Nähe Karlstad) gehörte uns im Juni (trotz für Schweden warmer Temperaturen) fast alleine!
Ob Ostsee oder Nordsee - Baden im Meer ist wohl ganzjährig nichts für Warmduscher. Der Klimawandel macht aber Schweden wohl auch hier zukünftig noch attraktiver. Sandstrände am Meer gibt es jedenfalls ausreichend - hier eignet sich wohl eher der Juli oder der August für badewütige Menschen.
Womit wir auch schon beim Wetter wären: Das ist auch in Südschweden dann doch deutlich kälter als bei uns in Österreich. Wir hatten diesbezüglich Glück: 2 leicht verregneten Tagen standen 12 Tage mit leichter Bewölkung bzw. heiterem Himmel entgegen. Am vorletzten und letzten Tag erreichte die Temperatur im Süden Südschwedens sogar schon 30 Grad - und so mancher Schwede litt ähnlich wie man bei uns dann einen Tag später bei 40 Grad litt...
Gewöhnungsbedürftig ist natürlich auch der lange Sonnenstand im Sommer: Je nördlicher wir kamen (Oslo als Höhepunkt), desto länger der Tag. Wenn es um Mitternacht gerade einmal "dunkelt", ist das schon etwas seltsam. Aber es gibt ja auch Vorhänge...
Wälder, Schafe und Kühe haben wir massenweise gesehen - leider aber keinen einzigen Elch. 300.000 davon soll es in Schweden geben - auf das große Land aufgeteilt sind das aber gar nicht so viele. Elchwarnschilder gab es zwar viele - nachdem wir aber primär am Tag unterwegs waren, blieben die Elche wohl lieber im Wald verborgen und genossen die ruhige Landschaft Schwedens.
Auffällig war in Schweden übrigens das starke Aufkommen von Rharbarberprodukten im Supermarkt (Säfte, Mehlspeisen etc.) - als ich dann in Väse einen gigantischen Rharbarberhorst erblickte und später recherchierte, dass Rharbarber das schwedische Klima besonders mag, war dann alles klar.
Auch sehr auffällig: Die Vielzahl an blühenden Lupinen neben den Straßen. Irrsinnig hübsch - aber in Schweden verdrängen die Lupinen einheimische Pflanzenarten und sind somit ein Neophyt. Bei uns im Blumenhandel begehrt - in Schweden unerwünscht!
Natürlich habe ich bei lokalen Immobilienhändler auch auf das Preisniveau von Häusern/Grundstücken geblickt: Im städtischen Bereich sind die Preise den österreichischen Immos sehr ähnlich, am Land gibt es dafür ausgesprochene Schnäppchen. Nachdem Schweden jetzt nicht gerade an Überbevölkerung leidet und der Trend zur Stadt auch dort anhält, durchaus verständlich. Derartige Tiefstpreise für kleinere Häuser am Land wird man aber bei uns eher nicht finden. Leider ist es halt in Schweden doch dann auch ziemlich lange kalt und dunkel...
Früh angekommen und von Anreise und kurzer Schlafzeit etwas gezeichnet, galt es einmal erste Eindrücke von Schweden zu gewinnen. Nach einem Shopping-Stop in Trelleborg ging es dann einmal gleich nach Skanör, wo das Meerbad ("Havsbad") am langen Strand zu sehen ist. Dieses befindet sich auf der Halbinsel Falsterbonäset.
Fährt man nach Skanör, so empfiehlt sich auch ein Stopp bei "Anna´s Bakery" - ein kleines und gemütliches Cafe mit typischen Backwaren in Höllviken.
Der erste Tag in Schweden war leider noch von eher bescheidenen Wetterverhältnissen und Temperaturen gekennzeichnet - daher war auch ein Bad im Meer eher nicht verlockend...
Nach Skanör ging es dann wieder ein Stück nach oben und nach dem kurzen Besuch einer Kleinstadt (wo wir auch den ersten "Alkoshop" besuchten) sahen wir uns dann auch noch (bei nach wie vor üblem Wetter) den Bunkeflostrand an. Dort gibt es neben viel Natur auch eine nette Aussicht auf die spektakuläre Öresundbrücke, die Malmö und Kopenhagen verbindet.
Ab ging es dann nach Malmö ins Hotel, welches sich in der Nähe des Bahnhofs (keine Lärmbelästigung) befand und welches ideal für die Besichtigung der Altstadt ("Gamla Staden") Malmös lag. Diese ist durchaus nett, aber recht bald "absolviert".
Auch der Schlosspark in Malmö ist reizend (wiewohl nicht allzu groß), das "Schloss" haben wir aus optischen Gründen nicht besucht.
In Malmö waren wir 2 Tage - einen davon haben wir eine Bootsrundfahrt um Gamla Staden (die Altstadt) gemacht, die auch kurz in den (unspektakulären) Hafen führte. Diese war ausgesprochen nett und lebte auch davon, dass der "Reiseführer" absolut unterhaltend (mit "Schmäh" gesegnet) war. Die Bootstour begann übrigens gegenüber dem Bahnhof - Garantie auf lustige "Bootsführer" gibt es natürlich keine...;-)
Malmö war aber sicherlich noch nicht der Höhepunkt der Reise nach Schweden/Oslo...
Nun etwas erholt, führte die nächste Reise nach Älmhult. IKEA-Fans wissen, was dort ist: Das IKEA-Museum, welches sich primär um IKEA-Gründer Ingvar Kamprad dreht. Meine diesbezügliche Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Schon deutlich größer wurde diese dann bei der nächsten Zwischenstation: In Apelviken hatten wir am Strand ein Appartement gebucht und sahen uns dort (bei leider starkem Wind) den langen Strand an, welcher besonders bei Wassersportlern (Segeln etc.) sehr beliebt ist.
Neben Apelviken liegt die größere Stadt Varberg und in dieser gibt es auch das Kaltbadehaus Varberg (direkt am Strand) welches schon viele Jahre auf dem Buckel hat und ein absolutes Fotomotiv darstellt.
Die Überraschung in Varberg war umso größer, da sich quasi gleich hinter dem Kaltbadehaus eine mächtige Festung auf dem Hügel erhob. Auch wenn das Museum dort schon geschlossen hatte (die Öffnungszeiten in Schweden sind übrigens doch deutlich kundenfreundlicher als bei uns), umrundeten wir die große Festung und genossen auch die großartige Aussicht auf das Meer. Unter der Festung ist übrigens (auf Meeresseite) ein nett aussehendes (drin waren wir nicht) Restaurant. Hohe Preise scheinen dort aber gewiss;-)
Fast schade, dass wir hier nur auf Durchreise waren - in Varberg könnte man wohl noch den einen oder anderen Zusatztag einlegen. Das gilt übrigens für fast alle noch folgende Stationen...
Durch Göteborg fuhren wir dann aus Zeitgründen nur durch und visierten dann das Schloss Tjölöholm (in der Nähe der Stadt Kungsbacka) an. Kein Fehler - dieses Schloss ist wahrlich prachtvoll gelegen und sehr hübsch - und hat eine leider auch ziemlich traurige Geschichte zu bieten was Errichter sowie Family betrifft. Dieser Tage gehört es dem Staat Schweden (wie so viel) und kann (kostenpflichtig) auch innen besichtigt werden.
Schloss Tjölöhom: Absolut einen Besuch wert!
Die nächste Station wurde auch schon ins Navi eingegeben: Smögen. Diese Hafen- und Fischerstadt ist eigentlich eine Insel, die man jedoch über eine kleine Brücke leicht mit dem PKW erreichen kann. Ein sehr netter Platz (wiewohl auch ziemlich touristisch) mit schönem Hafen und netten Fischerhütten. Wir hatten sogar das Privileg, in eine größere solche zwecks Besichtigung spontan eingeladen zu werden.
Das Ziel dieses Tages hieß jedenfalls Fjällbacka - eine ebenfalls touristisch geprägte kleine Hafenstadt am Meer. Bekannt ist Fjällbacka primär durch die Schauspielerin Ingrid Bergmann, welche auf einer Insel vor Fjällbacka ein Domizil hatte und wo im Meer auch ihre Asche verstreut wurde. Aber auch die populäre schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg (in Fjällbacka geboren) sorgt mit Handlungssträngen rund um Fjällbacka für einige Besucher der netten Stadt.
Am nächsten Tag ging es schon wieder heiter weiter und als Ziel wurde Oslo in Norwegen eingegeben. Zuvor machten wir aber noch einen kleinen Abstecher in die umliegende Region Tanum (in der hiesigen Provinz Bohuslän), wo es die Felsritzungen von Tanum zu bestaunen gibt. Rund 3.000 Jahre alt sind diese und dort zahlreich zu besichtigen.
Dann ab nach Norwegen (keine Grenzkontrolle), wo plötzlich (je näher man Oslo kam) die Tesla- und E-Car-Dichte massiv anstieg.
Der (sparsame) eigene Diesel wurde am Rand von Oslo in der (natürlich kostenpflichtigen) Garage des sehr fein gelegenen Scandic Holmenkollen Park Hotel (gute Sicht auf das Oslo-Fjor) abgestellt und nur später kurz für einen kleinen Einkauf sowie eine kleine Holmenkollen-Besichtigungs-Tour ausgeparkt.
Nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt ist auch die Skisprungschanze Holmenkollen zugegen, die wir natürlich auch seitlich und später von ganz unten besichtigen mussten. Eindrucksvolle Anlage - aber das sind Skisprungschanzen sowieso...
Der einzige volle Tag in Oslo begann mit einem kleinen Spaziergang runter zur 1er-U-Bahn-Station, die erfreulicherweise auch auf dem Holmenkollen halt macht. Tickets dafür online lösen!
Im Stadtzentrum stiegen wir aus und umkreisten gleich einmal das Schloss Oslo - nicht ohne (warum auch immer - wissen wir bis heute nicht...) von den Wachen verwarnt zu werden. Nach einem Kaffee im Zentrum leisteten wir uns dann ein Ticket für einen Touristenbus, welcher uns zum Norsk Folkemuseum brachte (absolut sehenswerte Ausstellungen und alte Häuser). Von dort aus retour wieder mit dem Bus zum Operahuset Oslo (Oslos Opernhaus), hinter welchem gleich das Munch-Museum zu sehen ist.
Die am Meer gelegene Oper kann man übrigens auch begehen - was viele Touristen auch taten. Im Zentrum besuchten wir dann auch noch kurz die Karl Johans gt. - eine sehr stark frequentierte Einkaufsstraße die wohl primär von Touristen frequentiert wird. Der Tourismus im Norden boomt übrigens ziemlich stark - wohl hat auch der Klimawandel damit zu tun.
Nach einer Stärkung ging es dann via Straßenbahn in den Vigelandpark (unser Touristenbus hat leider schon seine Linienfahrt recht früh beendet). Der Vigelandpark war wohl eines der absoluten Highlights dieser Reise: Prächtig angelegt säumen hier unzählige Skulpturen von Gustav Vigeland den Park und man wünscht sich, dort mehr Zeit verbringen zu können.
Von der Hitze (ja, eine europaweite Hitzewelle war am Anrollen und zeigte sich sogar in Oslo) und dem Herumlatschen schon ziemlich müde, nahmen wir uns dann ein Taxi zum Hotel am Holmenkollen (mit Trinkgeld 400 Kronen, rund 37 Euro) - damit ersparten wir uns auch den Anstieg von der U-Bahn-Station zum Hotel.
Oslo - du warst gut zu uns.
On the road again: Nunmehr ging es via zweispurigen Autobahnen (die ab und an in 1,5-spurige Bundesstraßen übergingen) wieder in Richtung Schweden. Dort war Karlstad unser Ziel. Auf der Strecke machten wir bei einem wirklich netten Cafe eine Pause: Esters Cafe bei Hagalund ist ein lieblicher Platz mit Geschichte und hat (bei Schönwetter, welches wir hatten) auch einen sehr netten Garten. Auch Eis gibt es dort zu erwerben - ein Halt mit Kindern on board ist wohl fast Pflicht...
Ein Highlight dieser Strecke war auch eine Autobahnraststätte, die direkt an einem wunderschönen See lag - ein prächtiger Frühstücksplatz, den man in dieser Form bei uns wohl kaum findet. Inklusive vorhandener Ruhe, die im Touristenland Österreich wohl kaum gegeben ist.
In Karlstad suchten wir dann Mariebergskogen auf. Ein netter Stadtpark, in welchem wir noch Feierlichkeiten anlässlich Midsomma (Mittsommer) vermuteten - diesbezüglich kamen wir aber leider schon zu spät und Midsomma-Events waren uns in Schweden nicht vergönnt. Auch eine Elchsichtung gelang leider nicht - einzig Verkehrsschilder mit Elchen wurden häufig gesehen. Aber vielleicht ja auch besser - einen die Straße querenden Elch in den Nachtstunden bzw. in der Dämmerung braucht man auch nicht unbedingt...
Rund 300.000 Elche soll es in Schweden geben - sieht man sich die Größe des Landes an, weiß man, dass die nicht laufend um die Ecke biegen...
Midsomma und Elche waren somit ein Flop - die Topunterkunft der Reise sollte dann aber in der Nähe von Väse (bei Karlstad) gefunden werden: Gleich rund 150 Meter vom Rudsberg Strandvik badplats hatten wir ein älteres Haus mit großem und hübschen Garten gemietet. Dort liegt ein Uferbereich des riesengroßen Vänern ("Vänernsee" - der größte See Schwedens) mit Mini-Schiffanlagestelle. Der Badeplatz (Strand) war trotz warmer Witterung fast ständig menschenleer und die Gegend war absolut ruhig. Ein idealer Platz, sich ein wenig von den Reisestrapazen zu erholen!
Ein kurzer Ausflug ins naheliegende Kristinehamn führte uns noch zur dort in der Nähe zu findenden Picasso-Skulpur und auch in der ehemaligen Bergbaustadt sahen wir uns ein wenig um.
An dieser Stelle noch die Klärung der bei uns auftauchenden Frage: Warum sind die meisten Häuser und Hütten in Schweden rot angestrichen?
Das liegt daran, dass historisch die Farbe mit einem Abfallprodukt aus dem Kupferabbau gemischt wurde und dieser Anstrich auch ein wenig an die (noble) Backsteinfarbe erinnern soll. Die eisenhaltige Mischung ist darüber hinaus witterungsresistenter, hält Schädlinge ab und die Farbe passt aus ästhetischen Gründen auch sehr gut zu den weiß angestrichenen Fensterläden. "Falu Rödfärg" ist die Bezeichnung dieser Farbe - "Falunrot" sagt man in Deutsch dazu.
In den südschwedischen Wäldern haben wir übrigens auch unglaublich viele Heidelbeersträucher entdeckt - für die Ernte waren wir im Juni aber leider noch deutlich zu früh dran.
Die ruhige Zeit bei Väse war rasch vorüber und schon ging es in die nächste Stadt: Stockholm.
Dort bezogen wir in einem zum Hotel umgebauten ehemaligen Herrschaftshaus Quartier und waren froh, einen Parkplatz auf dem Gelände ergattern zu können. Denn Parken ist auch in Stockholm eine ziemlich ungute und teure Angelegenheit.
Von der vor dem Hotel liegenden Straße "Hornsgatan" (welche als Einkaufsstraße beschrieben wurde) waren wir zunächst einmal eher enttäuscht - es sollte sich dann aber herausstellen, dass unser Hotel gerade in jenem Bereich liegt, wo die Geschäfte deutlich rarer sind. Oben und unten auf der Hornsgatan sind sehr wohl viele Geschäfte und Restaurants aller Art!
Das Hotel war ca. 1,5 Kilometer von der Altstadt (Gamla stan) entfernt, die wir dann am nächsten Tag zu Fuß besuchten. Gamla stan selbst ist ein klarer Touristenmagnet durch diese sich eine gewaltige Einkaufsstraße bis hinüber nach Norrhalm zieht. Da Gamla Stan eine Insel ist (Stockholm liegt am Meer und es gibt da 14 Inseln), quert man bei der Stadttour auch die eine oder andere Brücke.
Das Schloss in Stockholm haben wir uns natürlich auch angesehen, die Wachablöse vor dem Schloss (mit Musik und ein wenig Tamtam) war dann touristisch sehr fett besucht (siehe Video), sonst aber eher mau.
Nebst Stadtwanderung und Shopping begaben wir uns dann auch noch auf eine Bootsrundfahrt - interessant aber keinesfalls so lustig wie in Malmö.
Auch der nächste Tag gehörte wieder Stockholm und es ging via U-Bahn (Stunden- und Tagestickets sind leistbar) und Straßenbahn nach Djurgården. Djurgården (= "Tiergarten"), ist quasi die Museeninsel auf welcher es u.a. auch das beliebte (und stark frequentierte) Vasamuseet ("Vasa-Museum") gibt. Dort hat man die vor Jahrhunderten ob Fehlkonstruktion gleich auf der Jungfernfahrt gesunkene Vasa ausgestellt - ein Holzschiff, das man sich (inklusive Geschichte dazu) unbedingt ansehen sollte!
Zur weiteren Erkundung Djurgårdens sollte es aber leider zeittechnisch nicht reichen (da gibt es angeblich noch wunderbare Plätze) und wir begaben uns nach einer kleiner Stadttour dann wieder in Richtung Hornsgatan (Einkaufsstraße) wo dann auch kräftig in Second-Hand-Shops gestöbert und gekauft wurde. In Stockholm gibt es vieler solcher Charity-Shops - sind Sie diesbezüglich interessiert bzw. haben ein Transportmittel (Auto) dabei und müssen kein Gewichtslimit (Flug?) beachten, könnte Hornsgatan hier ein kleines Paradies für Sie darstellen;-)
Es folgte dann auch noch ein Besuch von "Mariaberget" - einem Aussichtsplatz auf Stockholm und Wasser mit Chill-Faktor. Absoluter Tipp - auch wenn Sie dort bei Schönwetter sicher nicht alleine sind.
Wie schon erwähnt: Stockholm gäbe sicherlich noch viel mehr her - aber wer einen "Roadtrip" geplant hat und auch schon die Unterkünfte früh gebucht hat, der muss weiter: Weiter ging es (mit dem einzigen Stau in Schweden) bei ziemlich unschwedischer Witterung (heiß!) wieder gen Süden und unser Ziel war Växjö. Dort gibt es im Stadtteil Teleborg (dominiert von Studentenunterkünften) ein sehr nettes Schloss welches mittlerweile dem Staat gehört und welches wir für eine Nächtigung gebucht haben.
Wohl ob noch geringer Auslastung gab es ein "Upgrade" und wir erhielten eine Suite zugeteilt - eine Freude nach einer Reihe von eher engen Unterkünften. Nachteilig hier nur die Gemeinschafts-Sanitäranlagen...
Sehr nette Leute (ein Kellner im Schloss war ob der am Tage vorherrschenden 30 Grad schon ziemlich platt - Temperaturen, die dort nicht so häufig vorkommen...), schöner Platz und auch Vexjö statteten wir einen kleinen Besuch zwecks Stärkung ab.
Und damit war auch der letzte Tag in Schweden angebrochen: Via Ystad (sehr nett, an der Ostsee gelegen und durch die Wallander-Krimis von Henning Mankell bekannt) fuhren wir dann noch einige Dörfer am Ostsee-Stand ab (nicht ohne auch einen Strand zu besuchen) und landeten schließlich wieder in Trelleborg. Dort noch ein kleiner Einkauf und ab ging es in Richtung Fähre.
Diese brachte uns dann über die Nacht heil nach Rostock und via Auto ging es dann der Rekordhitze (40 Grad) in Tschechien und Österreich entgegen.
Eine pipifeine Reise, die Lust auf mehr (Meer) macht!
Geldmarie-Linktipps Geld, Parken, Maut, Fähre:
Geldmarie-Linktipps Schweden und Oslo: