Insbesondere nach Einbruchdiebstählen, aber auch nach Bränden bzw. schweren Katastrophen kommt es in der Haushaltsversicherung immer wieder zum "worst case": Der schwer unbeliebten Unterversicherung.
Wenn die Versicherungssummen für gestohlene bzw. vernichtete Wertgegenstände nicht passen, liegt die Schuld daran zumeist gar nicht beim Versicherungsberater (so man überhaupt einen solchen konsultiert hat) sondern beim Versicherten selbst:
Meistens hat man nämlich schlicht darauf vergessen, die Versicherungssummen an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen und der Versicherung VOR Eintritt eines Schadensfalls zu melden.
Gibt es in der Haushaltsversicherung in Sachen Gesamtversicherungssume bei neueren Polizzen fast schon immer einen Unterversicherungsverzicht (wenn man z.B. eine m2-Berechnung durchführt), so ist insbesondere bei Wertgegenständen wie Schmuck, Gold, Bargeld, weitere Edelmetalle, Sammlungen aller Art, Kunstgegenstände etc. extrem wichtig, dass man diese schon bei der Vertragserrichtung erwähnt und eine ziemlich genaue Wertsumme ermittelt.
Insbesondere bei Edelmetallen kommt es oft zu sehr starken Kursschwankungen - die dann auch ruckzuck zu einer Unterversicherung führen können.
In der Versicherungssparte "Einbruchdiebstahl" gibt es nämlich in allen Haushaltsversicherungen Maximalsummen - oder auch "Höchstversicherungssummen" bzw. "Grenzsummen" oder "Grenzwerte" genannt. Diese Summen beziehen sich dann auf genau bezeichnete Gegenstände wie z.B. Schmuck, Edelmetalle etc. - und sind deutlich niedriger als die Gesamtversicherungssumme des Vertrags.
So liegt dieser Höchstwert für Wertgegenstände bei den meisten Haushaltsversicherungen in Österreich nur bei 10.000 bis 20.000 Euro. Und da liegt man (bei halbwegs solidem Vermögen und eventuell einer Sammlerleidenschaft) schon einmal recht rasch deutlich drüber und ist somit unterversichert!
Gerade dieser Bereich führt im Schadenfalls dann sehr häufig zu großem Ärger. Solchen Ärger kann man oft schon mindern, wenn man Wertgegenstände vor dem Verlust dokumentiert (Rechnungen, Fotos) und -insbesondere- der Versicherung schon bei Vertragsabschluß mitteilt!
Aber auch nach dem Vertragsabschluss treten oft sehr starke Preisänderung von Wertgegenständen und Sammlungen ein - die man schon beim Abschluss (mit ein wenig Reserve nach oben) berücksichtigen sollte bzw. die man als Versicherter im Auge behalten sollte. Der Versicherer weiß ja nicht, wieweit sich ihre Wertgegenstände im Haushalt laufend verändern...
Ein Beispiel, wie rasch eine Unterversicherung eintreten kann:
Hat man sich vor einigen Jahren 10 Goldmünzen um je 1.000 Euro gekauft, waren die (soweit gut verwahrt) noch 10.000 Euro wert. Durch massive Preissteigerungen ein paar Jahre später sind es deren dann plötzlich 40.000 Euro - und somit in den meisten Polizzen schon unterversichert...
Derartige Wertänderungen (insbesondere bei Edelmetallen oder Schmuck) kommen deutlich häufiger vor als man denkt - und wer denkt beim erfreulichen Wertzuwachs seiner Sammlung schon auch an die Versicherung dafür...
Auch bei wertvoller Kunst ist es wichtig, die Versicherung auf dem neuesten Stand der Dinge zu halten. Sammler neigen ja auch prinzipiell dazu, Sammlungen zu vergrößern und manchmal werden auch Kunstwerke im Laufe der Zeit deutlich teurer. Bei wirklich teuren Kunstsammlungen sollte man sich aber ohnehin in Richtung Kunstversicherung bewegen.
Achten Sie also schon beim Abschluss einer Haushaltsversicherung auf die Grenzsummen für Wertgegenstände und Sammlungen aller Art und halten Sie die Versicherung bei Marktwertänderungen jedenfalls auf dem Laufenden.
Gegen Mehrprämie können diese Grenzsummen natürlich auch (unter Sicherheitsbestimmungen wie z.B. Safe, Tresor etc.) erhöht werden.
Es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall: Wird der Sammlungswert deutlich geringer (z.B. bei großen CD-Sammlungen, Briefmarken etc.), sollte man auch eventuell kostenpflichtig erhöhte Grenzsummen wieder reduzieren - das erspart Versicherungsprämie.
Sammler (insbesondere von Edelmetallen) sind jedenfalls in Sachen Unterversicherung sehr gefährdet - sollten demnach den persönlichen Draht mit dem Versicherungsbetreuer ab und an glühen lassen!