Der Bundesverband Photovoltaic Austria präsentierte jüngst das Zahlenwerk für 2025 und verband damit (auch ob aktueller Ereignisse im Iran) auch wieder ein Forderungspaket an die liebe Politik. Immerhin 62.300 neue Photovoltaikanlagen konnten 2025 in Betrieb gehen und mit einem Zubau von 1.634 MWp Modulleistung wurde das drittbeste Ausbaujahr erreicht.
Klarerweise kam man nicht an die Zahlen aus 2024 (2.084 MWp neue Modulleistung) oder 2023 (2.474 MWp) heran - aber das waren ja auch die Boomjahre nach den durch den Ukraine-Überfall der Russen nach oben getriebenen Strompreisen.
Sieht man sich aber die Zahlen aus 2022 (955 MWp) oder 2021 (740 MWp) an, ist der Zubau 2025 durchaus positiv zu sehen. Schon am Jahresanfang 2025 war klar, dass der Zubau ob Wegfall von Förderungen bzw. Wiedereinführung der MWSt. niedriger ausfallen wird als in den Boomjahren.
Insgesamt ist nunmehr per Jahreswechsel 2025/2026 eine Modulleistung von 9.782 MWp installiert - Ende 2021 waren das noch bescheidene 2.783 MWp…
Damit scheint es derzeit sogar möglich, dass die Ausbauziele bei der Photovoltaik (13 TWh/Jahr) bis 2030 geschafft werden - aktuell liegt man jedenfalls klar über dem seinerzeitigen Plänen der alten Regierung. Bei der Wasserkraft und der Windkraft hinkt man aber leider schon jetzt so weit hinter den Ausbauzielen für 2030 hinterher, dass ein Erreichen der Ziele unwahrscheinlich ist...
2026 ist leider mit einem weiteren Abflauen des Photovoltaik-Booms zu rechnen: Kaum relevante Förderungen (die es eigentlich auch nicht mehr braucht), ein nachhinkender Netzausbau (der Boom der letzten Jahre bringt die Netze schon jetzt in den Sommermonaten zum Glühen...) und auch Diskussionen um eine Netzgebühr für Einspeiser (wurde dann nur für große Anlagen Tatsache) reduzieren die Lust, sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach zu werfen. Darüber hinaus haben sehr viele Häuser ja schon die letzten Jahre (mit hohen Förderungen) genutzt...
Der Netzausbau ist demnach derzeit absolut vorrangig (sonst droht auch neuen Anlagen eine Drosselung) - viel Sonnenstrom an sonnigen Frühlings-, Sommer- und Herbsttagen wäre ja in Pumpspeicherkraftwerken gut aufgehoben. Schon im März 2026 gab es an einigen sonnigen und verbrauchsarmen Tagen an den Strombörsen stundenweise (im Sommer dann noch häufiger) negative Strompreise - dann ist einfach zu viel Produktion (durch Photovoltaik) vorhanden.
Das Thema der nächsten Jahre im Bereich Photovoltaik dürfte somit wohl die Speicherung sein. Zwar sind in den letzten Jahren auch recht viele Speicher zu neuen Anlagen verkauft worden - sind diese dann an sonnigen Tagen voll, muss oft Produktion (Wasser und Wind) vom Netz genommen werden.
Hier können auch variable Stromtarife bzw. Netztarife helfen die den Verbrauch (z.B. Laden vom Elektroauto, Warmwasseraufbereitung, Geschirrspüler, Waschmaschine, Wärmepumpe etc.) dann in produktionsstarke Stunden lenken. Auch das bidirektionale Laden von E-Cars sollte stärker ins Visier der Politik geraten - hier entsteht noch durchaus relevantes Speicherpotenzial!
Während sich Photovoltaikanlagen ohnehin schon längere Zeit früher oder später selbst finanzieren ist die Förderung von Batteriespeichern noch absolut relevant und sollte auch stärker ins Auge des Gesetzgebers rücken. Der hat aber leider derzeit kaum Spielraum und muss sich mit ein paar Cent via "Spritpreisbremse" herumschlagen...
Wie wichtig der Ausbau der Erneuerbaren und somit auch die Photovoltaik ist, zeigt sich auch dieser Tage beim Strompreis: Viel Sonne drückt schon den ganzen März die Preise untertags - am Abend kommt dann (auch ob derzeit wenig Wasser und bisweilen 2026 sehr schwachem Wind) viel Gas zur Stromerzeugung zum Einsatz und die Preise ziehen kräftig an...
Jede verbrauchte, gespeicherte oder eingespeiste Kilowattstunde Sonnenstrom reduziert anteilig den Gasbedarf und auch den Stromimport (der 2025 leider wieder deutlich anhob) - macht uns also ein Stückchen unabhängiger. Und jeder mit dem E-Car gefahrene Kilometer bzw. reduziert auch den Ölverbrauch. Das gilt natürlich auch für Wärmepumpen, die so manchen Liter Öl bzw. etliche Kilowattstunden Gas entbehrlich machen.
Laut ISE Fraunhofer (Daten ENTSO-E) wurden 2025 in Österreich 5,67 TWh Strom via Photovoltaik ins Netz gespeist - das sind immerhin 10,87% der Nettostromerzeugung Österreichs. Da kommen dann auch noch ein paar TWh hinzu, die gleich verbraucht wurden und nicht im Netz landeten. Hinter Strom aus Laufwasser, Wind und Gas ist die Photovoltaik schon Nummer 4 in der Stromerzeugung - und wird (hoffentlich) schon bald Gas vom dritten Platz verdrängen.
2026 muss man bei der Photovoltaik im Zubau wohl mit sinkenden Zahlen (im Vorjahresvergleich) rechnen - der Kauf einer neuen Anlage zahlt sich in den meisten Fällen aber sehr wohl weiter (und auch ohne Förderung) aus. Speicher zum Nachrüsten sind hingegen (wie die Geldmarie aus eigener Erfahrung weiß, ein Praxistest läuft gerade unter Speicher für Photovoltaik im Test + Ertragsrechnung ab 2025 an) für den Privathaushalt noch ziemlich teuer. Wer noch keine Photovoltaikanlage hat und sich eine solche installieren möchte, sollte aber sehr wohl einen Speicher in Betracht ziehen.
Geldmarie-Linktipp:
Ad hoc-Meldung - März 2026