Die Jahre 2022 und 2023 brachten vielen Energieerzeugern ob der hohen Strompreise absolute Rekordjahre. So auch der Waldviertler W.E.B Windenergie AG, Österreichs größtem Bürgerbeteiligungsunternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energie. Dass derartige Ergebnisse nicht die Regel sind, war schon damals klar - und wenn (wie 2025) dann auch der Wind in Europa eher schwach weht, sehen die Zahlen für ein primär in der Windkraft tätiges Unternehmen dann doch klar bescheidener aus als in den Vorjahren.
Trotz der negativen Vorzeichen seitens Natur (Wind!) und im Vorjahr noch leicht rückläufigen Strompreisen konnte nun doch ein relativ brauchbares Ergebnis für 2025 präsentiert werden:
Bei einem leicht rückläufigen Umsatz von 168 Mio. Euro (170,4 Mio. anno 2024) sank das EBIT von zuvor 43,6 Mio. Euro auf 40,5 Mio. und das Ergebnis nach Ertragsteuern lag 2025 bei 14,7 Mio. Euro. 2024 waren es noch 20,3 Mio. gewesen.
Immerhin 3 neue Windparks sowie 7 Photovoltaikanlagen (davon eine erstmals in der Slowakei) wurden 2025 neu in Betrieb genommen, eine Leistung von rund 40 MW wurde somit dem Kraftwerksportfolio hinzugefügt. Dieses hat nun eine Leistung von beachtlichen 780,8 MW - 349 Kraftwerke (nach zuvor 335) erzeugen nun Strom für die WEB. 291 Stück davon sind Windkraftanlagen, 58 davon Photovoltaikanlagen.
Bei einer Erzeugung von 1,58 TWh Ökostrom (ob der Neuanlagen und trotz der schwachen Winderträge sogar leicht über dem Vorjahr) im Vorjahr entfielen 1,52 TWh auf Windkraft - da zeigt sich klar die Abhängigkeit des Unternehmens vom Wind. Nachdem man aber in mehreren Ländern tätig ist (u.a. auch in Kanada und den USA) teilt sich das Windrisiko bei der WEB aber zumindest regional recht gut auf.
Negativ wirkten sich naturgemäß (ob neuer Anlagen) die höheren Abschreibungen (53,6 Mio. nach 47,7 Mio.) und auch die höheren Zinsaufwendungen (22,7 Mio. nach 18,4 Mio.) aus. Der Mitarbeiterstand blieb 2025 mit 295 (nach 294) nahezu fast gleich.
2026 kommen in Kanada, Frankreich und Deutschland neue Windkraftwerke hinzu und in der Projektpipeline der WEB stecken derzeit mehr als 100 Projekte.
Schon Anfang 2026 hat man sich seitens WEB von der ELLA (ein Anbieter von Ladestationen) - diese wird nun wohl in die Wien Energie integriert. Man kann das aber derzeit noch durchaus als gute Nachricht für die WEB sehen - schließlich hat der Ausbau der Ladestationen bisweilen primär Geld gekostet und es wird wohl noch länger dauern bis E-Ladestationen tatsächlich Geld verdienen...
Mehr als 7.000 Aktionäre hat die WEB nun schon und diese sollen (soweit die Hauptversammlung das absegnet) für 2025 eine Dividende von 1,50 Euro (nach 2,30 Euro im Jahr davor) erhalten.
Die Aktie der WEB war angesichts der eher mageren Zwischenergebnisse 2025 schwach unterwegs und wurde im Schnitt um 97 Euro gehandelt. Das ist rund die Hälfte der Preise, die noch 2022 und 2023 (angesichts der Energiekrise) dafür bezahlt wurden. Auch wenn die Dividende 2025 richtigerweise eher bescheiden ausfällt - bei Preisen unter 100 Euro scheint nun auch wieder Kursfantasie möglich. Denn 2026 könnte durchaus besser laufen als noch 2025 - insbesondere, wenn der Wind wieder kräftiger weht...
Aktuell "notieren" die Aktien am Handelsplatz (W.E.B Traderoom) zwischen 101 und 104 Euro, haben zuletzt also etwas zugelegt.
Um die Börsenpläne der WEB ist es nach dem "Njet" bei der letzten Hauptversammlung recht ruhig geworden. Ab Herbst 2026 soll hier wieder informiert und geworben werden - vielleicht auch mit schon deutlich besseren Zahlen als mit jenen aus 2025...
Geldmarie-Linktipp:
Ad hoc-Meldung - April 2026