Mit einem Waldanteil von fast 50% (ca. 48% dürften es sein) stehen der Republik Österreich auch wertvolle Ressourcen in mehreren Bereichen zur Verfügung: Egal ob klassische Forstwirtschaft (Holzernte), Erholungsraum für Bewohner und Urlaubsgäste, Lebensraum für Tiere und Pflanzen aller Art, Lawinenschutz, Schutz vor Steinschlägen oder Erdrutschen, Trinkwasserreiniger, Überschwemmungsgebiet und nicht zuletzt auch als Sauerstofflieferant und CO2-Speicher ist Wald wertvoll.
Während man so manche Ackerfläche schon zugepflastert hat bzw. zu Bauland umgewidmet hat, hält sich die Waldfläche ziemlich stabil. Sogar über leichte Zuwächse bei den Festmetern Holz sind immer wieder nachzulesen - es wird zumeist weniger Holz geerntet, als nachwächst! So betrug der Produktionswert der heimischen Forstwirtschaft im Jahr 2024 (lt. Statistik Austria) 2,9 Mrd. Euro wovon 0,7 Mrd. Eiuro auf den Waldzuwachs (Wachstum + Neupflanzungen) entfiel.
In der Steiermark (62% des Bundeslandes mit Wald bedeckt), in Kärnten (61%) und in Salzburg (52%) ist sogar mehr als die Hälfte des Bundeslandes Wald, Oberösterreich kommt immerhin auf 42%. Aber auch in den anderen Bundesländern (und sogar in Wien) gibt es ansprechende Waldflächen. Insgesamt kommt man auf ca. 4 Mio. Hektar Wald in Austria und 3,4 Milliarden Bäume bilden diesen.
Was wir auch gerne lesen (siehe interessante Quellen am Ende dieser Seite bei den Linktipps): Rund 80% des Waldes in Österreich sind in Privatbesitz - sehr oft sind es da Angehörige des ehemaligen österreichischen Adels, welche nach dem Ende der Monarchie nur zu kleinen Teilen enteignet wurden. Auf die österreichischen Bundesforste (die quasi uns gehören) entfallen rund 15% des heimischen Waldes - die ÖBf wurden im Jahr 1925 aus den Besitzungen der Monarchie (Staatswald und der Privatwald der doch enteigneten Habsburger) gegründet.
So manche große Waldflächen gehören aber immer noch großen Forstwirtschaften, welche von ehemaligen Adeligen bewirtschaftet werden: Der "Graf" oder der "Fürst" ist am Land immer noch der Graf oder der Fürst. Im Burgenland ist z.B. die Stiftung Esterhazy mit unglaublichen 22.600 Hektar der (mit Abstand) größte Waldbesitzer. Mayr-Melnhof hat mit 27.400 Hektar (primär Steiermark) noch mehr Wald und auch der Name Schwarzenberg (19.000 Hektar) ist in Sachen Waldbesitz in Österreich eine große Nummer. Mehr zum Waldbesitz von Ex-Adel und Kirche bei den Linktipps!
Rund 145.000 Waldbesitzer gibt es in Österreich - vielfach wurden hier auch kleinere Einheiten als Erbe an viele Menschen verteilt. Da die Gewinnung von Brennholz nach wie vor eine anstrengende und gefährliche Arbeit darstellt, sieht man dieser Tage auch immer mehr Wälder, deren Pflege zu wünschen übrig lässt...
Rund 300.000 Personen sind aber immer noch in bzw. mit der Forstwirtschaft beschäftigt - viele davon natürlich nur im Nebenerwerb bzw. zur Gewinnung von Brennholz etc. zur Eigenversorgung.
65 Baumarten zählt man in den heimischen Wäldern - und so manche davon kommen in den letzten Jahren ziemlich ins Schwitzen...
Insbesondere dann, wenn sich wieder einmal ein Borkenkäfer in die Rinde von Bäumen begeben will und dort seine Larven ablegt, welche in wenigen Wochen den Baum regelrecht "zerfetzen". So der Baum noch gut "im Saft" ist, kann er solche Angriffe mittel Bildung von Harz abwehren - ist es aber zu trocken und/oder der Baum geschwächt, sind in kurzer Zeit ganze Wälder zerstört.
Das trifft vor allem auf die Fichte zu - ein Nadelbaum, der in Österreich mit rund 46% die mit Abstand häufigste Baumart ist. Hat man die Fichte früher als "Brotbaum" gesehen, die nahezu überall (also auch im Flachland) wächst, reduzieren Borkenkäfer, Windbruch, Hitze & Co. die Fichtenbestände deutlich. Auch das Waldviertel kann davon schon ein trauriges Lied singen...
Borkenkäfer & Co. sorgen derzeit für einen Umbruch im Wald: Nadelhölzer nehmen deutlich ab, andere Baumarten werden forciert oder probiert. Platz 2 in den heimischen "Waldcharts" geht an die Buche (ein Laubbaum), die immerhin 10% des Bestandes repräsentiert. Insbesondere in höheren Lagen auch oft gesehen und auf Platz 3 landet die Lärche (recht stabiles Nadelholz, welches im Winter die Nadeln verliert) mit 4%. Gleichfalls 4% hat auch die Weißkiefer (auch Gewöhnliche oder Gemeine Kiefer, Waldföhre, Rotföhre, Weißkiefer oder Forche benannt), die auch der Käfergefahr ziemlich ausgesetzt ist.
Mit nur 2,5% ist die Tanne in den heimischen Wäldern eher selten (steht dann bevorzugt als Christbaum in der Wohnung), die in Sachen Klimawandel günstigere Eiche kommt bisweilen gerade einmal auf 2% des Bestands, wird aber wohl noch zulegen.
Der heimische Waldbestand ändert sich bei den Baumarten nur sehr langsam - schließlich ist ja die Waldwirtschaft ein Thema für Generationen und kann (insbesondere, wenn man Jungwälder auspflanzt) nur als langfristiges Investment betrachtet werden. So wird trotz großer Probleme durch den Klimawandel die Fichte noch lange die heimischen Nutzwälder dominieren.
Dass wir in Österreich so viele Fichten haben, wirkt sich schon längere Zeit sehr negativ in Richtung Schadholz aus: Borkenkäfer, Windbruch, Trockenheit und bald wohl auch mehr Waldbrände (siehe Link unten) sorgen mittlerweile schon für gewaltige Schadholzmengen. Dieses "Billigholz" ist dann eher in Hackschnitzelformat, Pelletsformat oder in Spanplatten zu finden. Laut Statistik Austria war der Windbruch (also Bäume, die durch Stürme etc. umgeworfen werden) im Jahr 2024 beim Schadholz noch vor dem bösen Borkenkäfer "führend".
Interessanterweise importiert Österreich mehr Brennholz als es exportiert - das hängt wohl auch mit den günstigeren Arbeits- und Transportpreisen im Ausland zusammen. Viel Export gibt es hingegen in der Weiterverarbeitung von Holz (Spanplatten, Bauholz, Furniere etc.) und auch bei Papier und Pappe ist Österreich ein starker Exporteur. Gleich einige Papierkonzerne haben sich ob des Waldreichtums in Österreich auch hier mit Fabriken niedergelassen. Manchmal stammt da das Rohmaterial aber auch aus dem Ausland - dann nicht immer aus nachhaltigen bzw. legalen Quellen...
Die Holzpreise sind in den letzten Jahrzehnten (nicht nur inflationsbereinigt) laufend gesunken: Holz zum Heizen verlor viele Jahre lang an Boden (während Öl und Gas modern wurden), Pellets, Hackschnitzelheizungen bzw. Holz als Energiemasse für Fernwärme holen dieser Tage aber wieder auf.
1,7 Mrd. Euro wurden 2024 an Umsatz mit Rohholz erzielt. Davon entfallen 56% auf Sägerundholz, 28% auf energetische Nutzung sowie 16% auf Industrieholz. Bei der energetischen Nutzung entfallen rund 48% auf Brennholz und 52% auf Waldhackgut.
Eine Entwicklung der Preise für Brennholz in der jüngeren Vergangenheit (insbesondere 2022 war es ob der Energiekrise kurz spannend) können Sie hier nachlesen: Preisvergleich Brennholz
Auch wenn es für die Forstwirtschaft aktuell und auch in Zukunft große Herausforderungen gibt und geben wird (insbesondere in Sachen Klimawandel) - der Erhalt bzw. der Umbau unserer Wälder ist ausgesprochen wichtig. Wenn anderswo die Wälder abgeholzt werden, wird sich ein gesunder Wald früher oder später auch wieder wirklich lohnen. Wald muss man in Generationen denken.
Geldmarie-Linktipps: