Schon die Photovoltaik brauchte viele Jahre, ja Jahrzehnte (sowie einen Angriff Russlands auf die Ukraine mit folgender Energiepreisexplosion) um auch in Österreich in die Gänge zu kommen. Da erkannten dann auch viele, die vorher der Photovoltaik negativ gegenüber standen die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Anschaffung ein Photovoltaikanlage.
Sinkende Modulpreise sowie steigende Strompreise bzw. auch erhöhte Netzkosten sorgten für einen gewaltigen Boom bei der Photovoltaik. Und da und dort wurden ab den 2020ern zu den neuen Anlagen auch gleich recht nette Batteriespeicher verkauft und erworben.
So mancher Speicher war da wohl etwas über- oder unterdimensioniert (das Errechnen von sinnvollen Größen ist eine sehr individuelle Aufgabe...) - die Speicherkapazitäten in Österreich haben sich aber in den letzten Jahren ziemlich stark vergrößert. Das hat natürlich auch mit der Tatsache zu tun, dass die Batterien auch deutlich günstiger geworden sind und immer mehr Menschen gerne einen höheren Autarkiegrad bei der Stromversorgung anstreben.
Auch die Geldmarie hat sich zur "Alt-Photovoltaikanlage" anlässlich eines fälligen Wechselrichteraustausches 2025 einen Speicher dazugestellt - die Kosten und Erträge können Sie hier mitlesen: Speicher für Photovoltaik im Test + Ertragsrechnung ab 2025
Ob sich diese Anschaffung je einigermaßen auszahlt, wird sich noch weisen. Eine Kalkulation für einen neuen Batteriespeicher können Sie an dieser Stelle nachlesen: Speicher-Batterien für Photovoltaikanlagen - Stromspeicher
Ob immer noch relevanten Kosten für Stromspeicher ist die Menge der installierten Kapazität immer noch recht bescheiden. Jahr für Jahr legt der Zubau bei den Speicherbatterien aber kräftig zu:
Waren es 2021 noch 66 MW, 2022 115 MW, 2023 396 MW und 2024 dann 464 MW, schätzt der Bundesverband Photovoltaic & Battery den Zubau schon auf 550 MW. Auch 2026 dürfte ob der hohen Energiepreise der Ausbau weiter gut laufen. Diesbezügliche Zahlen finden Sie übrigens beim Linktipp.
Die gesamte installierte Leistung schätzt der Bundesverband per 2025 auf 1,65 GW, die Kapazität liegt damit bei rund 3,2 Gigawattstunden. Die meisten Batteriespeicher gab es (Stand 2025) in Oberösterreich, der Steiermark, in Niederösterreich sowie in Kärnten.
2026 verging kaum eine Woche, wo nicht ein Vertreter des Landesenergieversorgers mit einem Politiker einen Stromspeicher eröffnet - das wird (hoffentlich) auch weiter anhalten.
Auch wenn die Wirtschaftlichkeit von Stromspeicher noch umstritten ist: Sie helfen immer mehr, (günstigen) Überschussstrom (zumeist aus Erneuerbaren) zwischenzuspeichern und dann abzugeben, wenn Strommangel herrscht und Strom auch teuer ist. Und halten damit auch das Netz stabiler.
In den nächsten Jahren (und wohl auch Jahrzehnten) wird sich dieser Trend hin zum Speicher (soweit diese nicht plötzlich teurer werden...) verstärken und es entstehen auch gerade neue Geschäftsmodelle mit Großspeichern. Strom dann kaufen, wenn er fast nichts kostet (oder sogar Negativpreise aufweist) und dann abgeben, wenn der aktuelle Börsenpreis besonders hoch ist, sollte natürlich auch seitens Politik gut geregelt sein...
Spätestens in den 2030ern wird auch die hohe Anzahl von Elektroautos (die ja einen großen "Stromspeicher" eingebaut haben) dazu führen, dass die Speicherkapazitäten von Batteriespeichern in Österreich stark ansteigen.
Aktuell ist "bidirektionales Laden" (E-Car versorgt z.B. das Haus mit Strom) schon Thema, früher oder später wird auch V2G ("Vehicle to Grid") (Batterie kommuniziert auch mit dem Stromnetz) noch wichtig werden...
Wer da zukünftig eine Photovoltaikanlage mit Speicher sowie auch ein E-Car hat, muss sich wohl vor hohen Strompreisen bzw. Netzkosten nicht mehr sehr fürchten...;-)
Geldmarie-Linktipps: