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Die Geldmarie

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Finanzamt informiert über Steuerverwendung


Verwendung von Steuern in Österreich

Während sich die meisten Menschen über den Bescheid der Arbeitnehmerveranlagung (Jahresausgleich) freuen, so ist bei Selbstständigen (insbesondere nach guten Jahren) der Einkommensteuerbescheid des Vorjahres oft ziemlich gefürchtet. So auch bei der Geldmarie, deren Bescheid nun schon ins Haus gefalttert ist und wieder mit einer Nachzahlung aufwartet.

Finanzministerium klärt über Mittelverwendugn auf

Erstaunlicherweise lag dem aktuellen Bescheid heuer auch eine Beilage mit Bild und Text von Finanzministerin Maria Fekter bei - wie vor einiger Zeit angekündigt (und schon wieder in Vergessenheit geraten) möchte das Finanzministerium damit die Steuerzahler über die Mittelverwendung ihrer Lohn- bzw. Einkommensteuer informieren.

Diese (personalisierte) Beilage dürfte nicht sehr teuer sein, macht aber (trotz freundlichem Grinsen der Frau Fekter, das bei Nachzahlungen einen eigenen Geschmack bekommt) durchaus Sinn: Herr und Frau Österreicher sollen ja auch wissen, was mit den Steuergeldern (und da ist die Sozialversicherung nicht inkludiert) alles so finanziert wird.

Nachdem es sich bei der Beilage um eine allgemeingültige Vorlage handelt, in welcher nur die persönliche Steuerleistung eingerechnet wird (als Basis dient der Budgetvoranschlag 2012 - leichte Abweichungen sind daher natürlich möglich), dürften alle Steuerpflichtigen die folgenden Zahlen mitgeteilt bekommen:

Ausgaben für Länder und Gemeinden am höchsten

Das meiste Steuergeld in Österreich fließt (nicht ganz überraschend) in den Bereich "Länder und Gemeinden". 21,9% der Steuerleistung entsprechen insgesamt ca. 22,2 Mrd. Euro.

Mit 16,9% des Steueraufkommens geht auch aus den Lohn- und Einkommensteuern sehr viel Geld (17,1 Mrd.) in den Bereich soziale Wohlfahrt und Gesundheit. Pflegegeld und Arbeitsmarktservice halten hier besonders starke Anteile.

Die Nr. 3 im Ausgabenplan der Steuern sind Zuschüsse zur gesetzlichen ASVG-Pension. 9,9% (ca. 10 Mrd. Euro) fließen hier zusätzlich aus dem Budget in die Pensionen - welche sich schon lange nicht mehr selbst finanzieren können.

Mit 8,5% (8,6 Mrd. Euro) ist der Posten "Erziehung und Unterricht, Kunst und Kultur" endlich ein eher erfreulicher Posten - fast genausoviel wie für die wichtige Bildung wird aber mit 7,9% (7,9 Mrd. Euro) nur alleine für die Zinsen der Staatsschulden geleistet. Dabei sind die Zinsen zur Zeit so günstig, wie noch nie. Ein sehr explosiver Posten...

5,2% bzw. 5,2 Mrd. Euro gehen in Beamtenpensionen, 4,7% (4,7 Mrd.) werden für die Hoheitsverwaltung verwendet.

Schon deutlich kleinere Prozentsätze bzw. Beträge verschlingen folgende Ausgabengruppen: 4,3% für Forschung und Wissenschaft (die % kann man derzeit fast exakt in Mrd. Euro umrechnen), 2,4% fließen in die EU, 3,1% in die Staats- und Rechtssicherheit, 2% in die Landesverteidigung, 2,1% gehen an Tourismus und Standortförderung, 2,9% an die Wirtschaft, 1,8% werden für Land- und Forstwirtschaft verwendet, 1,9% für Straßen und sonstigen Verkehr und immerhin 4,5% bzw. 4,5 Milliarden Euro verschlingt nach wie vor die ÖBB.

Ein durchaus brauchbarer Zettel des Finanzministeriums - wenn man schon löhnen darf, soll man ja auch beizeiten einmal die Mittelverwendung halbwegs transparent aufbereitet einsehen können.

Und wenn man mit der Mittelverwendung nicht zufrieden ist (was wohl bei manchen Punkten nicht verwundern darf), hat man heuer im Herbst ja die Möglichkeit, an der Wahlurne ein Zeichen zu setzen. Wofür auch immer...

Ad hoc-Meldung - März 2013
Zuletzt verändert: 14. 03. 2013, 15h18