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Die Geldmarie

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ELLA Ladeinfrastruktur AG mit 1. Hauptversammlung


ELLA expandiert in kleinen Schritten

Die ELLA Ladeinfrastruktur AG ist ein 2014 gegründetes Start-Up der W.E.B Windenergie AG, welches den (derzeit noch kleinen) österreichischen Markt mit Elektroladestationen versorgt und früher oder später einen Marktanteil von 20 bis 30 Prozent anstrebt. Mittels Kapitalerhöhungen wird (wie schon bei der W.E.B. Windenergie) ganz stark auf Bürgerbeteiligung gesetzt: Die "Pionierie" und "early mover" der Elektroautoszenerie sind demnach auch bei der ELLA stark vertreten.

Und so ging am 27.03.2015 auch die (quasi historische) erste Hauptversammlung des Unternehmens in Szene - erfreulicherweise (für Wiener) nicht am Firmensitz in Pfaffenschlag (Waldviertel) sondern vor den Toren vor Wien: Die Kaiserrast in Stockerau (Ost) war Schauplatz der ersten ELLA-HV. Gut und passend, denn immerhin steht auf der Kaiserrast in Stockerau ja auch die erste Schnellladestation der ELLA, welche Mitte 2014 eingeweiht wurde.

2016 und 2017 Boom bei Elektroautos erwartet

Den ca. 40 Aktionären (plus ein paar Interessierten) wurde von ELLA- und W.E.B.-Vorstand Andreas Dangl gleich einmal ein sehr gut (und auch Aktionärsfreundlich) erklärter Grundkurs in Sachen Elektromobilität präsentiert. Auch für die halbwegs informtierte Geldmarie (die auch eine Minibeteiligung an der ELLA hält) ergaben sich hier ein paar sehr interessante Aspekte in Sachen Elektroautos in Österreich (und auch international), welche ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten.

Mit gerade einmal 3.386 Elektroautos (Stand Ende 2014, Ende 2015 werden es wohl ca. 4.500 sein) in ganz Österreich ist ein gewinnbringender Betrieb von Ladestationen natürlich noch nicht möglich - ELLA sammelt aber schon wichtige Erfahrungswerte und hofft (wie die Aktionäre) auf einen bald einsetzenden Boom bei E-Cars. Denn ohne E-Autos gibts natürlich auch keine Tankvorgänge...

2015 schätzt ELLA die Zuwächse noch sehr konservativ ein. Von 0,07% Marktanteil Ende 2014 soll es auf 0,08% raufgehen. Für 2016 und 2017 erwartet CEO Dangl allerdings schon Reichweiten (der aktuelle Bremsschuh) von 200 bis 300 Kilometer für neue Fahrzeuge - und genau damit soll der derzeit mühsame Verkauf auch kräftig angekurbelt werden. Private können plötzlich von Wien nach Graz und dann (nach Schnellladung) auch wieder zurück fahren, Linz-Wien, Salzburg-Graz und noch viel mehr geht sich dann plötzlich sorgenfrei aus.

Nicht nur interessant für Private - auch bei Firmenflotten beginnt dann plötzlich der Rechenstift zu rotieren... Apropos Firmen: Schon 2015 könnte ob der steuerlichen Verschlechterungen bezüglich PKW-Sachbezug für Mitarbeiter das Elektroauto ziemlich geil werden. "Geil" hat Dangl natürlich nicht verwendet - "attraktiv" wäre das schönere Wort dafür.

Deutliche politische Hilfe für Elektroautos (MWSt.-Wegfall, Parkvergünstigungen etc.) erwartet Dangl derzeit (realistischerweise) nicht - aber wer weiß, vielleicht kriegt man seitens Politik ja früher oder später wieder einmal das Verfehlen der Klimaziele um die Ohren geworfen...

2016 und 2017 soll es demnach lt. Dangl kräftig rumpeln und Ende 2017 kalkuliert man derzeit schon mit über 22.000 Elektrofahrzeugen in Österreich.

Wird dieser Markt Realität und hält man auch ungeplante Rückschläge aus (bzw. schafft man immer die laufend notwendige Kapitalisierung), könnte die ELLA dereinst eine ziemliche Aktienperle werden. Aktuell werden gerade die Karten am Markt gemischt und ELLA sucht (wie z.B. auch die bestens vernetzten Smatrics) die besten Plätze für neue Schnellladestationen. Sieht man sich allerdings an, welche "Riesen" hinter Smatrics stecken, wünscht man wohl auch ELLA hohe Marktanteile. Konkurrenz belebt das Geschäft. Auch die Landesversorger sind hier natürlich nicht untätig.

Der Kampf um die besten Plätze ist schon voll im Laufen - zu einem Drittel wird hier in etwa mit Privaten verhandelt, 2/3 entfallen auf Ketten, die große Parkplätze (z.B. Lebensmittelketten) zur Verfügung haben und auch die Möglichkeit zum Verweilen während des Ladevorganges (Einkaufen, Essen etc.) bieten. Passende Infrastruktur neben der "Tankstelle" ist hier wichtig - schließlich will ja niemand im Auto warten, E-Laden wird noch sehr lange länger brauchen als Tanken von Diesel oder Benzin.

Interessant auch die Ausführungen in Sachen neuer Technologie bei den Ladestationen - langsam, aber sicher bilden sich hier Standards bei den Herstellern (in Sachen Steckertyp) heraus, wiewohl jede Generation von Elektroautos andere Ladegeschwindigkeiten benötigt bzw. möglich macht.

ELLA ist hier mit 2 modernen Schnellladestationen (Brunn am Gebirge und Kaiserrast Stockerau) sehr gut aufgestellt, Dangl spricht sogar von den "technisch fortschrittlichsten Anlagen in Österreich". Diese Stromzapfsäulen und deren Entwicklung sind natürlich nicht gerade billig - 155.380 Euro kostete der Prototyp in Stockerau, die verbesserte Version in Brunn war mit knapp 136.000 Euro aber schon billiger. Der dritte Schnelllader ist auch schon in Sicht: Die Westeinfahrt Wiens ist im Visier.

Neben den Schnellladestationen betreibt die ELLA derzeit auch noch einige Supportladestationen im Waldviertel - auf Dauer sind aber solche Stationen (wie auch alle anderen "Bürgermeisterstationen" nicht bzw. nicht absehbar gewinnbringend zu betreiben. Zum Sammeln von Erfahrungswerten in der aktuellen Phase sind diese Stationen aber sehr wohl brauchbar. Investiert wird zukünftig aber nur in möglichst gut frequentierte Lagen an starken Verkehrsknotenpunkten, die sich in der nächsten Ausbauphase auf Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg konzentrieren sollen. Abweichende Lagen nicht unwahrscheinlich...

Kapitalerhöhung 2015 kommt

Nachdem der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur natürlich anfangs nur Kohle kostet und nichts bringt (die Benutzung der ELLA-Tankstellen ist noch bis April/Mai 2015 gratis, ein ladezeitabhängiges Verrechnungssystem ist derzeit in Arbeit), benötigt das Unternehmen bis zum Break-Even (der irgendwo bei 12 Vollladungen pro Tag pro Station liegt) natürlich noch viel Kapital.

Um den Ausbau voranzutreiben gibt es nach der erfolgreichen 1. Kapitalerhöhung Anfang 2015 schon im 2. Quartal 2015 die nächste Kapitalerhöhung. Ob hier der derzeitige Hauptaktionär W.E.B. mitzieht (eine "böse" Frage der Geldmarie), konnte Dangl noch nicht beantworten. Bis dahin kann man übrigens auch noch ca. 47.000 Euro an Nachranganleihen der ELLA zeichnen (202.000 Euro gingen schon weg) - die Aktien verkauften sich logischerweise (wenn schon Risikokapital, dann gleich Aktien) zum Start besser.

Ob der augenscheinlichen Vertrauens (alle Anträge in der HV gingen zu 100% durch) der Aktionäre in Pionier und "Local hero" (wichtige Arbeitsplätze durch die W.E.B. im aussterbenden Waldviertel) Andreas Dangl scheint das Gelingen der nächsten Kapitalerhöhung aber derzeit nur Formsache zu sein - werden die Beträge dann aber später höher und treten ein paar (zu erwartende) Abweichungen zum Geschäftsplan auf, wird es natürlich interessanter.

Im Juni soll man jedenfalls neue Aktien um 101 Euro erwerben können, pro Monat wird der Bezugspreis dann um 1 Euro teurer (105 Euro im Oktober). Es ist aber (wie schon erwähnt) zu erwarten, dass die angestrebte Million 2015 locker lukriert werden kann - im Waldviertel ist der Pioniergeist noch hoch und kaum einer der Aktionäre denkt derzeit an fette Gewinne. Dabeisein ist alles - und diese Einstellung ist durchaus eine Überlegung wert.

Die nüchternen Zahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2014: 165.746 Euro Verlust, noch (ob kostenlosem Tanken) keine Erträge (außer 7,49 Euro Habenzinsen), 65,71% Eigenkapitalquote. Ganz normale Zahlen für ein Start-Up - keine Panik bei den (oft gut informierten) Investoren.

Die ELLA ist eine spannende Geschichte und als Investment natürlich hochriskant - wer da ein wenig (überschüssiges) Geld investiert, muss dafür nächste Woche nicht zur Beichte gehen und kriegt von der Geldmarie auch ein Karmaplus. Möge die Übung gelingen!

Die Geldmarie bleibt für Sie dran.

Geldmarie-Linktipp:

Ad hoc-Meldung - März 2015
Zuletzt verändert: 28. 03. 2015, 12h07