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Die Geldmarie

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Photovoltaik in Österreich hinkt weiter nach


Viel Sonne, zu wenig Photovoltaikanlagen in Österreich

Während die Stromerzeugung aus Windrändern 2018 in Österreich noch um rund 10-15 Prozent hinter dem Jahresdurchschnitt nachhinkt (da wären im Herbst wohl noch mehrere Sturmtage gefragt), laufen die heimischen Photovoltaikanlagen 2018 prächtig. Fast überall liegt die Sonnenscheindauer bisweilen deutlich über dem Durchschnitt und das Jahr (die besten Monate sind zwischen März und September) 2018 ist ertragstechnisch wohl schon in trockenen Tüchern.

Ausbau der Photovolaik in Österreich weiterhin schaumgebremst

Per Ende 2017 waren in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,27 GWp installiert, das entspricht einer jährlichen Stromproduktion von ca. 1,27 TWh. Bei einem geschätzten Strombedarf von ca. 72 TWh pro Jahr in Österreich entspricht das einem Anteil von 1,76%, läuft der Ausbau heuer plangemäß (über 200.000 KWp sollen dazukommen), gehen sich hier für die Photovoltaik 2018 gerade einmal 2%-Anteil am heimischen Strombedarf aus...

Auch wenn der Zuwachs an Photovoltaikflächen 2018 etwas deutlicher ist als in den Jahren 2014 bis 2017 (da wurden klar unter 200.000 KWp pro Jahr zugebaut), hinkt Österreich bei der Photovolatik nach wie vor schwer nach.

So hofft der Bundesverband Photovoltaic Austria auf die Realisierung eines -von der Bundesregierung schon angekündigtes- "100.000 Dächer- und Speicherprogramms", welches bis 2030 (das sind nur noch 11-12 Jahre!) die installierte Leistung an Photovoltaik auf 15 GWp erhöhen soll - rund 11x soviel Leistung, wie derzeit installiert ist...

Die Regierung (Umweltministerin Köstinger) will bis Ende 2018 ein "Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz" beschließen, welches bis 2020 "auf Schiene" sein soll - ob hier aber wirklich Meilensteine in Richtung Erreichen der Klimaziele enthalten sind, darf aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit großmundigen Versprechen der einstigen Umweltminister bezweifelt werden.

Im heurigen Jahr schauten jedenfalls viele Betreiber von neuen Photovoltaikanlagen in Sachen Förderungen durch die Finger: Nur rund 100 Tage war der (bescheiden dotierte) Fördertopf gefüllt, in vielen Bundesländern gibt es aktuell nicht einmal Landesförderungen für Photovoltaik.

Deutschland zeigt, wie Photovoltaik geht

Auch weil man es in Deutschland nach dem Beschluss des Atomausstieges mit den Förderungen deutlich übertrieben hat (da wurden sogar kurzfristig Felder mit Photovoltaikmodulen überzogen!), darf man das Stromstinkerland (noch immer unglaublich viel umweltschädliche Kohle wird verstromt, 39% des in Deutschland produzierten Stromes stammen auch 2018 noch immer aus Braun- und Steinkohle) in Sachen Photovoltaik (aber auch bei Windenergie) zum Vorzeigeland machen: 2017 betrug die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen starke 38,39 TWh - das entspricht 7% der gesamten Stromproduktion.

2018 ist für die Photovoltaikbranche schon Ende September 2018 ein Rekordjahr: Bisweilen wurden 38,81 TWh Strom aus Photovoltaikanlagen produziert, was aktuell sogar 9,8% der deutschen Stromproduktion entspricht. Ob der bezüglich Sonnenschein eher mageren Restzeit des Jahres wird dieser Prozentsatz zwar noch sinken, die Zahlen sind aber jetzt schon durchaus beeindruckend.

Was in Deutschland besonders positiv ist: Wenn untertags Photovoltaikstrom erzeugt wird (und das gilt auch an Tagen mit Schlechtwetter), so ersetzt dieser in Germany fast 1:1 die Braunkohle.

Nachdem der Strombedarf am Tag deutlich höher ist als in der Nacht, ist Solarstrom immer zu fast 100% gleich zu gebrauchen. In Deutschland gibt es nur dann deutliche Exportüberschüsse (die dann gerne auch Österreich in seine Pumpspeicherkraftwerke fließen lässt), wenn auch die Windräder gerade auf Hochtouren laufen, in Österreich ist die Produktionsmenge noch so übersichtlich, dass man hier in Sachen Strommanagement keine Probleme haben sollte und durch die Photovoltaikstromproduktion das eine oder andere Gaskraftwerk ruhen lassen kann.

Gerade im trockenen Sommer 2018 liefen die heimischen Wasserkraftwerke eher flau - da war jedes Kilowatt seitens Photovoltaikanlagen gut zu gebrauchen.

Förderungen für Photovoltaik weiterhin notwendig

Auch wenn sich eine Photovoltaikanlage für Private schon rechnet (siehe Berechnung unter Zahlt sich eine Fotovoltaikanlage aus?) - für einen wirklich massiven Ausbau (der absolut Sinn macht) bedarf es weiterer bzw. besserer Förderungsanreize (= deutlich mehr Budget!) als es bisweilen der Fall war.

Frau und Herr Österreicher kauft sich lieber Immobilien zu Horrorpreisen oder legt das Geld auf ein 0,01-Prozent-Zinsen-Sparbuch oder auf einen auch schon fast ertraglosen Bausparvertrag als einmal auf die Idee zu kommen, die Stromrechnung (die in den nächsten Jahren fast regelmäßig anschwellen wird) zu reduzieren bzw. selbst Strom zu produzieren und zu verkaufen.

Eine durchschnittliche Photovoltaikanlage (rund 5 KWp = ca. 5.000 Kilowattstunden Jahresproduktion) kriegt man schon deutlich unter 10.000 Euro (die Geldmarie hat da 2011 noch deutlich teurer eingekauft). Ein weiteres Warten auf noch billigere Preise zahlt sich wohl nicht mehr wirklich aus. Nur wer sich überlegt, sich einen Stromspeicher (für den Überschussstrom) anzuschaffen, sollte wohl noch ein wenig zuwarten.

Vielleicht macht es aber ja doch Sinn (in Sachen vielleicht kommende Förderungen), noch auf die Ende 2018 -hoffentlich dann vorliegenden- Resultate des "Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes" zu warten - kommt da wieder nichts Handfestes raus: Photovoltaik zahlt sich in den meisten Fällen auch schon ohne staatliche Förderung locker aus!

Geldmarie-Linktipp:

Ad hoc-Meldung - September 2018
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Zuletzt verändert: 24. 09. 2018, 12h03