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Die Geldmarie

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Crowdfunding für SOLMATE gut angelaufen


SOLMATE: Kleinsolaranlage mit Speicher startet durch

Fein, dass sich in Sachen Photovoltaik auch in Österreich innovative Start-Ups formieren: Die Grazer EET (Efficient Energy Technology GmbH) hat letzte Woche via Kickstarter die Finanzierung für die erste Tranche ihres "SOLMATE" gestartet - und das Angebot wird eifrig angenommen. Kein Wunder - denn der SOLMATE ist mit Sicherheit ein interessantes und innovatives Produkt:

SOLMATE kann Strom auch speichern

Kleinphotovoltaikanlagen sind ja keine neue Erfindung. Die heimische oekostrom AG hat schon im Mai 2015 den "simon" auf den Markt gebracht, eine "Miniphotovoltaikanlage" mit 150 Watt Spitzenleistung, welche man ganz einfach via Steckdose ans Hausnetz ansteckt und welche dann einen Teil der Grundlast abdeckt. Ein feines Produkt für Liebhaber des Sonnenstroms, welches mit Versand rund 600 Euro kostet und auch bei der Geldmarie zusätzlichen Strom produziert. Dafür gab es 2016 auch den begehrten Klimaschutzpreis.

Nun bringt die EET aber die nächste Stufe der Kleinphotovoltaik an den Start, welcher ab Juni 2019 erfolgen soll:

Der SOLMATE produziert nämlich nicht nur Strom, er kann den Überschussstrom (welcher gerade nicht im Haushalt benötigt wird) sogar speichern und muss diesen nicht ins Netz einspeisen!

Das "steckerfertige plug & play Photovoltaik- und Speichersystem" verfügt über 5 Photovoltaikpanele mit jeweils 110 Watt peak (ca. 2,5 m2 Fläche) und erzeugt damit im Jahr rund 500-600 kWh Strom. Diese Erzeugung ist natürlich stark von der idealen Ausrichtung der Panele abhängig (ganztägig vollsonnig und gegen Süden ausgerichtet wäre optimal) und kann im Westen Österreichs bzw. in den Bergen (weniger Hochnebel im Winter) auch höher ausfallen.

So der SOLMATE dann an starken Sonnentagen (von April bis Oktober wohl häufig der Fall) mehr Strom erzeugt, als im Haushalt gerade benötigt wird, sorgt ein Akku mit 960 Wh (=fast 1 kWh) dafür, dass man den Überschussstrom nicht einspeisen muss, sondern speichert diesen, bis der Akku voll ist. Benötigt man dann (z.B. am Abend oder auch zwischendurch bei höherem Stromverbrauch wie z.B. beim Geschirrspüler etc.) Strom, so wird dieser zuerst aus dem Akku bezogen, erst wenn dieser leer ist bzw. man gerade mehr verbraucht, als der Akku rasch liefern kann, "darf" man wieder beim Stromversorger beziehen.

Den SOLMATE einfach mit den Panelen verbinden und in eine Steckdose (idealerweise ist eine im Außenbereich vorhanden) stecken - los gehts.

Auch eine Variante mit 2 Panelen a 275 Watt Leistung ist erhältlich - mach Sinn, denn es ist natürlich sehr individuell, wo Platz für die Panele ist und wie man den SOLMATE verwendet. Auch als Insellösung (z.B. für die Almhütte oder für ein Fest in der Botanik etc.) eignet sich der SOLMATE.

Crowdfunding für SOLMATE - Ziel rasch erreicht

Die erste Serie des SOLMATE soll in einer Auflage von 200 Stück erfolgen. Das bei Kickstarter letztwöchig gestartete Re-ward-based-Crowdfunding ist toll gestartet und hat das Mindestziel von 50.000 Euro schon in kurzer Zeit übertroffen.

Aktuell hat man schon 88 Unterstützer der guten Idee gefunden, welche für einen Gesamtwert von 138.091 Euro gesorgt haben. Noch 24 Tage lang kann man sich seinen SOLMATE via Kickerstarter sichern und damit zu den ersten Menschen gehören, die einen SOLMATE am Balkon, im Garten etc. stehen haben.

Wählen kann man noch unter 2 Varianten des SOLMATE: Der GardenMate hat fixe Panele und kostet 2.159 Euro (plus Versand), der HandMate (flexible Panele - also leichter zu transportieren) beläuft sich auf 2.519 Euro.

Ist der SOLMATE wirtschaftlich?

Nachdem rund 2.200 oder 2.600 Euro kein Pappenstiel sind, werden sich die "early-adopter" natürlich die Frage stellen, wieweit sich ein derartiges Produkt auch mehr oder mindern rechnen kann.

Die EET geht davon aus, dass sich ihr Produkt nach rund 15 Jahren amortisiert hat und eine "Robustheit" von rund 20 bis 30 Jahren aufweist. Die (wohl nicht unwesentliche) Frage nach Garantien wurde der Geldmarie seitens EET wie folgt beantwortet: "Für PV und Akku geben wir die Lebenszeitgarantien der Hersteller weiter (bis zu 10 Jahren), auf das restliche Gerät gilt die übliche Gewährleistung."

Läuft alles glatt und das Produkt hält, was es verspricht, steht der SOLMATE ideal, halten die Akkus deutlich über 10 Jahre (20 bis 30 Jahre sind hier bezüglich Akku nicht zu erwarten, zumindest ein Tausch scheint hier wohl fix!), so kann man in den 15 Jahren rund 9.000 kWh Stromertrag erwarten. Bei aktuellen Durchschnittspreisen von rund 20 Cent/kWh wären das dann 1.800 Euro. Man nimmt also wohl an (und das ist sicher nicht unseriös), dass die Strompreise in den nächsten 15 Jahren steigen werden - dann geht sich die Rechnung wohl aus.

Die Risken dieser Kalkulation sind natürlich evident: Das Unternehmensrisiko, das Produktrisiko, der ideale Standort, die Akkulebensdauer, die Strompreiskomponente (eher ein kleineres Risiko), das indivduelle Stromverbrauchsprofil des Haushalts und natürlich das Risiko, den SOLMATE zu beschädigen.

Für mich (als kleinen Photovolatikfreak) erscheint auch der Speicher (rund 1 kWh) etwas zu klein - an sonnigen Tagen ohne nennenswerten Eigenverbrauch könnte dieser sehr rasch voll sein. Hier kann man natürlich oft ein wenig mithelfen, diesen zu leeren: Geschirrspüler oder Waschmaschine bzw. Wäschetrockner dann verwenden, wenn der Akku voll ist und die Sonne scheint - ruckzuck wird sich dieser wieder leeren.

Hätte ich nicht schon eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie einen "simon": Ich würde mir den SOLMATE (feiner Name!) sofort zulegen. Denn bei der Eigenstromerzeugung ist mir die zunehmende Autarkie wichtiger, denn eine allzu strenge Rechnung. Und feine Produkte aus Österreich gilt es sowieso jedenfalls zu unterstützen! Darüber hinaus ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass sich die Rechnung sogar schon ausgeht - und das ist ja die eigentliche Sensation des SOLMATES!

Geldmarie-Linktipp:

Ad hoc-Meldung - Oktober 2018
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Zuletzt verändert: 29. 10. 2018, 11h41