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Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

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Vom richtigen Zeitpunkt Aktien zu kaufen


Aktien zum richtigen Zeitpunkt kaufen - Der Versuch einer Annäherung

Wann kaufe ich eine Aktie?
Wann verkaufe ich eine Aktie?
Wann ist also der beste Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg eines Investments?

Fragen, die Ihnen niemand wirklich seriös beantworten kann.

Die Profis, die den ganzen Tag vor Bildschirmen mit Real-Time-Kursen und programmunterstützten Aktiencharts sitzen und welche über die eine oder andere (nicht strafbare) Insiderinformation verfügen (wie zum Beispiel das aktuelle Volumen bei Nachfrage und Angebot) und noch dazu mit Geld arbeiten, das nicht ihnen gehört, sind natürlich gegenüber dem interessierten Laien namens "Privatanleger" etwas im Vorteil. Aber nur "etwas":

Denn der Aktienmarkt unterliegt einigen (ungeschriebenen) Gesetzen, die man im Laufe der Zeit beobachten kann. Ich möchte Sie hier nicht mit alten Weisheiten ("sell in may and go away", "keine Lieblingsaktien" etc.) versorgen. Statistisch werden und wurden viele sogenannte "Weisheiten" auch kräftig widerlegt und zerlegt.

Es gibt die unterschiedlichsten Strategien, die allesamt zum Ziel führen können. Bücher dazu wurden schon massenhaft geschrieben. Aber kaum ein Buchkäufer wurde je durch den Genuss der Lektüre reich.

Einige Erfahrungen bezüglich Aktienkauf

Meine persönliche Methodik (die sich erst mit den Jahren entwickelt hat) möchte ich Ihnen mit den folgenden Zeilen ein wenig näherbringen:

  • Sie sollten den Marktplatz oder das Unternehmen halbwegs kennen.
    Mangelnde Nachrichten aus dem Unternehmen oder in den Medien sind keine gute Voraussetzungen für ein mittelfristig erfolgreiches Engagement. Für Anfänger ist also der heimische Börsenplatz (für Österreich: Wien) sicher kein Schaden.
  • Kaufen Sie "Blue Chips".
    Solide Unternehmen ("Blue Chips") sind natürlich auch Schwankungen unterworfen. Aber Sie wollen ja Schwankungen. Und zwar nach oben. Wenn Sie in Ihnen völlig unbekannte Unternehmen investieren, können Sie auch mit dem Börsenkursblatt Dart spielen. Dieser Punkt gilt natürlich nicht für Bilanzbuchhalter und sonstige Insider;-)
  • Kaufen Sie nur, wenn Sie das dazu notwendige Kapital in den nächsten Jahren nicht benötigen.
    Es kann oft Jahre dauern, bis eine Aktie so richtig durchstartet bzw. sich wieder von möglichen Rückschlägen erfängt. Wenn Sie den Urlaub aus Ihrem Aktienportfolio bezahlen müssen, lassen Sie es lieber bleiben.
  • Kaufen Sie nicht, wenn die Medien gerade "Höchststand der Aktienmärkte" titulieren.
    "What goes up, must come down", sang schon Tom Petty in etwas anderem Zusammenhang im Song "Learning to fly". Mehr dazu unter: Mitläufer-Effekt
  • Verkaufen Sie, wenn alles jubiliert.
    Die nächste Korrektur steht immer vor der Türe. Und die paar Prozent, die die Kurse vielleicht noch steigen, sollten Ihnen egal sein. Einfach bis zum nächsten Investment keine Kurse lesen (auch wenn es schwerfällt - aber Sie haben Gewinn erzielt!).
  • Kaufen Sie keinesfalls, wenn Sie einen "Insidertipp" via Mail erhalten.
    Hier wird abgezockt - und zwar via Naivität der Leute, die tatsächlich solche Junk-Aktien kaufen. Mehr Infos dazu finden Sie unter: Gefährliche Aktientipps
  • Kaufen Sie, wenn die Börse gerade einen richtigen Sturz nach unten macht.
    Und zwar über mehrere Tage, Wochen und Monate. Nur Geduld - ein "Verkäufermarkt" ist des Käufers Freund. Dem Mutigen gehört die Welt (nun also doch noch eine alte Weisheit);-) Wenn die den Aktien zugrundeliegenden Unternehmen weiterhin gut arbeiten, kann Ihnen der aktuelle Börsenkurs egal sein - die Aktien kommen im Normalfall früher oder später schon wieder auf die Beine. Außer, Sie haben Schrottpapiere gekauft...
  • Setzen Sie extrem niedrige (aber natürlich realistische) Limits beim Kauf von Aktien.
    Vielleicht erwischen Sie ja auch das "Schnäppchen des Tages". Nur Tageslimits setzen (wenn eine Order bei Ihrer Depotbank ohne Erfüllung der Transaktion keine Kosten verursacht). Auch von Käufen bzw. Verkäufen ohne Limits ("bestens") würde ich absehen - eine Erfüllung der Transaktion ist zwar damit gesichert, ein suboptimaler Kurs aber möglicherweise auch.
  • Setzen Sie hohe (aber natürlich realistische) Limits beim Verkauf von Aktien.
    Vice-versa zum Kauf können Sie ja auch den Höchstkurs erwischen. Auch hier bin ich bisweilen mit Tageslimits gut gefahren (wenn eine Order bei Ihrer Depotbank ohne Erfüllung der Transaktion keine Kosten verursacht).
  • Kleben Sie nicht an einem "Top-Performer".
    Irgendwann sollte man die Ernte einfahren. Setzen Sie sich ein Ziel (z.B. +20%) und verkaufen Sie dann. Denn irgendwann gibt es immer eine Trendumkehr - und da könnten Sie Ihre Schäfchen schon ins Trockene gebracht haben bzw. wieder billiger nachkaufen.
  • Der "Panikkäufer" verliert.
    Springen Sie nicht auf einen fahrenden Zug auf. Hohes Verletzungspotential. Gilt natürlich auch vice versa für den "Panikverkäufer".
  • Denken Sie langfristig.
    Auch wenn Sie kurzfristig ganz schön viel gewinnen (aber auch verlieren) können: Aktien sind immer noch Beteiligungen an einem real existierenden Unternehmen. Auch wenn die Kurse um 100% in 2 Monaten steigen - die Gewinne des Unternehmens werden in diesem Zeitraum wohl kaum um 100% anziehen. Auch bei Verlusten ist keine Panikreaktion angebracht. Die meisten börsennotierenden Unternehmen kommen wieder in die Gewinnzone. Das dauert eben manchmal ein wenig. Aber diese Zeit sollte Ihr Geld ohnehin haben (siehe Punkt 3.). Aktienkurse reagieren irrational. Panik und Euphorie sind hier sehr eng beisammen.
  • Schmerzvoller Abschied
    Natürlich gibt es auch Aktien, von denen man sich rechtzeitig trennen sollte (bevor diese gar wertlos aus dem Depot ausgebucht werden). Entweder Sie geben sich vorab selbst ein Limit oder Sie vertrauen Ihrem Bauchgefühl - letzteres muss natürlich auch erst in Sachen Aktien ausgebildet werden, was (selbst gelernt) durchaus Bauchschmerzen verursachen kann.
  • Nachtrauern
    Einer der größten Fehler: Aktien, die man mit Gewinn verkauft hat (siehe Punkt 5.) weiter beobachten und sich ärgern, dass man noch viel mehr Gewinn hätte machen können. Kein Aktionär sieht sich bei einer guten Aktie an, was die vor 2 Jahren gekostet hat (wahrscheinlich war sie billiger). Warum tun Sie's dann nach dem Verkauf?;-) Freuen Sie sich doch über Ihren Gewinn!
  • Übermut
    Ihre Investments gedeihen prächtig - so muss es ja auch weitergehen. Zukaufen bis zum "Geht-nicht-mehr". Nein die nächste Korrektur kommt bestimmt. Bleiben Sie mit dem Betrag investiert, der Ihnen keinesfalls Kopfschmerzen bereitet (und den Sie auch längerfristig nicht brauchen).
  • Realistisch bleiben
    Wenn Sie über viele Jahre betrachtet 5 bis 10% Gesamtperformance machen, haben Sie Ihre Sache gut gemacht. Natürlich haben andere mehr gemacht. Aber es gibt beim großen Aktienspiel auch viele Verlierer.
  • Glauben Sie keinen Hochstaplern
    Bestenfalls dann, wenn Sie deren realistische Kontoauszüge bzw. Depotauszüge gesehen haben. Und die zeigt kein Angeber her... In Sachen Aktiengewinne gibt es sehr viele Schwindler und Hochstapler - gerade bei erotischen Erzählungen dürfte es noch mehr davon geben. Lassen Sie sich von deren Erzählungen nicht unter Zugzwang bringen - die Verluste werden Ihnen garantiert verschwiegen...
  • Unrunde Limits setzen, auf "Schwellenkurse" achten
    Sehr oft konnte ich beobachten, daß Kurse bei psychologischen Marken "hängenbleiben": Das können Sie nutzen: Als Verkäufer könnten Sie eine Aktie z.B. zu Euro 9,98 oder Euro 9,99 manchmal leichter verkaufen als bei Euro 10,00. Weil viele Verkäufer unbedingt 10 Euro haben wollen.... Vice-Versa können Sie diese Logik auch beim Kauf anwenden. Mit 10 Euro beißen vielleicht mehr an als bei Euro 9,99.
  • Limits setzen und Orderzusätze beachten
    Wer seine Aktien selbst verkauft und kauft sollte zumindest die Eingabemaske und die angebotenen Optionen der jeweiligen Börse kennen bzw. verstehen. Mehr Informationen dazu gibt es bei hiezu bei den: Limitzusätze

Und noch ein Tipp: Gegen Jahresende kann man sich (zumindest als Österreicher) oft einen Teil der unbeliebten Kursgewinnsteuer/Aktiensteuer zurückholen. Das ist natürlich nur dann interessant, wenn im betreffenden Jahr schon eine solche angefallen ist: Lesen Sie sich diesen Artikel durch, Sie werden über diesen (legalen) Trick vielleicht ebenso staunen, wie die Geldmarie, als sie diesen erstmals kapiert hat: Wertpapier-Verlustausgleich, Tax-loss-selling

Sollten Sie in der Lage sein, einige der oben genannten Punkte mehr oder minder zu befolgen (ich kann es selber nicht immer - aber immer öfter), steht einer soliden Anlage in Aktien wohl nichts mehr im Wege.

Eile mit Weile und viel Erfolg beim Investment am Kapitalmarkt wünscht die Geldmarie!

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Zuletzt verändert: 23. 12. 2018, 17h54