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Biomasse - Biogas und Biostrom


Strom, Gas und Wärme aus Biomasse

Der Begriff Biomasse ist sehr weitläufig zu sehen (siehe Link unten) - im Energiebereich handelt es sich dabei zumeist um pflanzliche Stoffe aber auch um tierische Abfallprodukte (z.B. Stallmist oder Gülle).

Beim klassischen Heizen mit Holz oder Pellets wird selbstverständlich auch Biomasse verbrannt. Bei Biostrom, Biogas oder Biotreibstoff wird der Begriff aber viel häufiger verwendet - schon alleine die Tatsache, dass hier moderne Technologie zur Anwendung kommt, lässt den neueren Begriff "Biomasse" häufiger verwendet werden.

Diese "neue Biomasse" kann unterschiedlichst zu Energie verarbeitet werden: So kann man mit Biomasse Strom erzeugen, Wohnungen heizen (Fernwerme aus Biomasse) aber auch Biogas, Bioethanol oder Biodiesel lässt sich mit neuer Technik aus so manchen (in der Regel pflanzlichen) Stoffen herstellen.

Der große Vorteil der Biomasse: Sie entsteht immer wieder neu (ist regenerativ) und ist in Summe nicht klimaschädigend. Beim Produzieren von Biostrom, Biogas etc. wird immer nur so viel CO2 bzw. Gas freigesetzt, wie bei der Entstehung dieser Materialien der Natur entnommen wurde.

Beispiele für Biomasse

Insbesondere in der Landwirtschaft wurde die Biomasse in den letzten Jahren zum neuen Umsatzbringer - in Österreich gibt es nunmehr schon eine Vielzahl von Biomasseanlagen.

So wird z.B. Stallmist, Gülle, Grünschnitt aller Art etc. in Fermenter eingebracht (das sind diese runden Tanks, die man da oder dort sehen kann). In solchen Biokraftwerken wird die in Gärbehälter eingebrachte und luftdicht verschlossene Biomasse zuerst erwärtmt. Mittels Bakterien beginnt die Biomasse dann rasch zu faulen und zu gären und setzt dabei Biogas frei.

Dieses Biogas kann dann unterschiedlichst weiterverarbeitet werden: Vom Autogas über die Stromerzeugung bis hin zur Fernwärme sind hier einige Möglichkeiten vorhanden. Vom Hauptfermenter (Gärbehälter) kommt dann die Biomasse in den Nachfermenter, wo weiterhin Gas entsteht. Danach geht es für den verbliebenen Rest in einen Lagerbehälter, woraus in der Regel später ein durchaus brauchbarer Dünger resultiert.

Immer häufiger werden aber auch klassische Feldfrüchte in Biomasseanlagen in Treibstoffe verwandelt: Wenn Raps, Zuckerrübe, Weizen und Mais dann zu (Bio-) Ethanol, Diesel oder Gas verarbeitet werden, freuen sich aber nicht mehr alle...

Wer das Lied "Brenna tuats guat" von Hubert von Goisern kennt (bzw. auch versteht), weiß um die Kritik in Sachen Biomasse vom Feld: Zu viele Felder mit Biomasse für die Strom-, Diesel- oder Gasproduktion verteuern oft Lebensmitteln (weniger Lebensmittelproduktion), zerstören ob Rodungen naturbelassene Flächen und führen auch zu Monokulturen.

Auch wenn die geringe Biomasseproduktion in Österreich (mit österreichischen Rohstoffen) eher unbedenklich ist - weltweit gesehen ist eine zu intensive Nutzung der Biomasse für Energieherstellung durchaus für Hungersnöte verantwortlich.

Es ist demnach in der Biomasseverwendung nicht wirklich alles grün, was man so gerne mit dem Etikett "Bio" versieht - den Biomassetrend sollte man daher aufmerksam verfolgen und diesbezüglich nicht die falschen Schlüsse (weg von der Landwirtschaft zwecks Lebensmittelproduktion) ziehen.

Biomasse der neuen Art wird in Österreich derzeit noch stark gefördert - auch hier sollte man sich genauer überlegen, wem und was man damit wirklich fördern will. Gesunde Skepsis ist hier wohl durchaus angebracht - wiewohl man auch erwähnen sollte, dass z.B. Strom aus fester Biomasse (z.B. Holzabfälle) ob der konstanten Stromeinspeisung durchaus Sinn machen kann.

Für kleine Bauern ist die Errichtung einer Biomasseanlage finanziell fast nicht möglich - nur kollektive Zusammenschlüsse mehrerer Gemeinden machen hier Sinn.

Darüber hinaus wurden in Österreich auch viele Biomasse-Anlagen ohne wirtschaftliche Grundlage errichtet - viele Biomasse-Unternehmen könnten nach Auslaufen der hohen Förderungen noch in Konkurs gehen (bisweilen gab es schon einige Insolvenzen von Biomassebetreibern). Die Spreu wird sich auch hier vom Weizen trennen.

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Zuletzt verändert: 20. 04. 2016, 22h50