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Die Geldmarie

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Warenkredit - Null-Prozent-Kredit


Null-Prozent-Kredite beim Wareneinkauf prüfen!

Die Verlockungen in den Einkaufstempeln werden immer mehr - die Kontostände der meisten Einkäufer sind hingegen tendenziell immer geringer. Die logische Folge daraus: Immer mehr Händler bieten online bzw. auch im Geschäft "Warenkredite" an, die zumeist als "Null-Prozent-Finanzierungen" angepriesen werden.

Wer sich für solche Kredite interessiert, sollte sehr vorsichtig sein: Denn sehr rasch ist man damit in der Schuldenfalle - ganz ähnlich übrigens wie bei den ebenso sehr zu hinterfragenden Versandhauskrediten.

Ein klassischer Warenkredit kommt ja eigentlich aus dem Firmengeschäft: Sobald man als Käufer eine Warenlieferung erhält, ist mit der dazugehörigen Rechnung ein "Kreditverhältnis" (ein "Warenkredit") verbunden - nur selten wird da gleich bei der Lieferung bezahlt. Dies können ein paar Tage sein, aber auch eine längere Zahlungsfrist ist (je nach Vereinbarung) möglich.

Im Einkaufsparadies der Privatkunden sieht das dann ein wenig anders aus: Wer die Rechnung nicht bar (oder mit diversen Karten) begleicht, dem wird immer häufiger eine Finanzierung bzw. ein Ratenkauf angeboten. Sehr gerne wird auch mit "Null-Prozent-Kredit" oder "0-Prozent-Finanzierung" gelockt und geworben - insbesondere in der Weihnachtszeit.

Gratisfinanzierung genau hinterfragen

Bei diesen Angeboten sollte man besonders genau hinsehen: Handelt es sich wirklich um einen Deal, bei welchem z.B. eine Ware um 1.200 Euro in 12 Monatsraten zu je 100 Euro "abgestottert" werden kann? Das wäre ja dann ein faires Geschäft - oder gibt es da auch noch verstecktet Mehrkosten?

Etwaige Mehrkosten müssen vertraglich auch ausgewiesen werden, das Lesen von Verträgen ist aber bei vielen Menschen nicht unbedingt beliebt - und die Anschaffung eines neuen Produkts, welches man auch gleich mit nach Hause nehmen kann, steht vielfach im Vordergrund...

Primär sollte man einmal abklären, ob es sich wirklich um einen fairen Vertrag (einen echten "Null-Prozent-Kredit") handelt - gar nicht so selten gibt es da auch wirklich seriöse Angebote. Für den Händler rentiert sich das Geschäft oft trotzdem:

Einerseits wird bei solchen Konstrukten das Kreditrisiko an eine Bank (einen "Konsumfinanzierer") abgetreten, diese kriegt dafür ein paar Euro und hat auch neue Adressen/Kunden, welche sich bei zukünftigen (vielleicht größeren) Kreditwünschen oft gar nicht lange überzeugen lassen müssen...

Autohäuser, Möbelhäuser, Baumärkte, Elektronikketten etc. verdienen aber oft auch an Zusatzprodukten, die da gleich im Paket mit dem "Gratiskredit" angeboten werden: So kann es durchaus Bedingung sein, dass man da eine Geräteversicherung oder dort eine Garantieverlängerung unterschreiben muss. Dass diese dann natürlich nicht kostenlos ist, versteht sich...

Bevor man eine derarige Finanzierung unterschreibt, sollte man sich zuvor gründlichst die Bedingungen erklären lassen bzw. auch durchlesen.

Leider sind es gerade ohnehin schon ziemlich verschuldete Menschen (mit Privatkredit, hoher Kontoüberziehung und Versandhausschulden), die sich hier auf weitere Fixzahlungen/Kreditzahlungen einlassen - nicht selten bringen solche "Gelegenheiten" dann das Kreditfass zum Überlaufen.

Beachten Sie, dass es bei solchen Krediten in der Regel auch zu einer Bonitätsabfrage kommt: So Sie ohnehin nirgends mehr Kredit bekommen, kann es auch beim Einkaufskredit zu einer Ablehnung kommen.

So Sie aber nicht verschuldet sind und (vielleicht ist ja die Waschmaschine oder die Kühlkombi gerade eingegangen etc.) hier eine tatsächlich seriöse Teilzahlungsvariante (ohne Mehrbeträge, Zinsen und versteckte Gebühren bzw. Zusatzprodukte) angeboten bekommen, kann man solche Finanzierungen schon in Betracht ziehen. Man kann sich damit (insbesondere bei unvorhergesehenen und notwenigen Anschaffungen) Überziehungszinsen ersparen - und mit dem nächsten "Doppelten" ist die Sache auch schon wieder im Lot...

Für solche Fälle ideal wäre natürlich, wenn man sich dafür einen "Notgroschen" beiseite legen kann.

In Summe gilt für den Null-Prozent-Kredit: Ja, aber: Genau prüfen, was Sie da unterschreiben!

Der vielleicht bekannteste 0-Zinsen-Kredit stammt übrigens von der BAWAG: Hier wurde zur KFZ-Finanzierung ein solcher Kredit vergeben - Bedingung war allerdings, dass man sein Auto mit Werbeaufklebern "zupflastert". Letzeres war vielen Menschen egal - und somit eine Win-Win-Situation.

Zuletzt verändert: 14. 01. 2019, 17h11