CMS Login
Unsere Werbedienste verwenden Cookies und geben über dich gewonnene Informationen auch an Dritte weiter.
Durch das Benutzen dieser Seite erklärst du dich damit einverstanden. Hinweis entfernen

Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

Rubriken

Beschiss beim Einkaufen


Darf's ein bisserl mehr kosten?

Beim täglichen Einkauf werden wir alle pausenlos um ein paar Cent gebracht - durch dubiose Methoden, welche den Konsumentenschützern schon lange ein Dorn im Auge sind. Cents, die sich in Summe aller Einkäufe zu Millionen für Lebensmittelketten entwickeln.

Feinkost- und Fleischhauer-Schmäh

Fast an jeder Ecke gab es früher den lokalen Fleischhauer. Die klassische Frage kennen wir alle: "Derf's ein bisserl mehr sein?". Oft nicht ganz ohne Absicht schnitt der Fleischhauer ein Stückchen mehr Fleisch oder Wurst auf die Waage - und mit der (zumeist) höflich gestellten Frage holt man sich rasch das Einverständnis des Kunden ein, statt 15 Dekagramm 18 Deka mit nach Hause zu nehmen.

Das ist zwar auf dem ersten Blick nichts allzu böses - aber dahinter steckt System. Mitarbeiter von Feinkosttheken & Co. sind häufig angewiesen, die bestellten Mengen noch etwas zu erhöhen. Fast wie die Zusatzfrage beim Mc Donalds nach der Apfeltasche...

Ohnehin erhöht das Verpackungsmaterial zumeist den Kaufpreis. Das sind zwar nur ein paar Gramm - aber in Summe ein ordentlicher Mehrertrag für den Verkäufer, wenn er das "Plastik-Papierl" auch zum Kilopreis verkaufen kann.

Seit 1.1.2012 sind Feinkost- und Wurstverkäufer übrigens gesetzlich verpflichtet, nach der Auflage des Verpackungsmaterials die "Tara-Taste" zu drücken. Das mussten diese nach Aufforderung des Käufers zwar schon vorher tun, diese Aufforderung von Kunden unterblieb jedoch zumeist. Bestehen Sie demnach auch auf Ihr Recht, für die Verpackung nicht den Wurstpreis zahlen zu müssen...

So Sie (schon zwecks Figurschonung) daran interessiert sind, bei Fleisch und Wurst nicht über den Tisch gezogen zu werden: Bestehen Sie auf die exakte Menge der gewählten Sorte und lassen Sie den Wurstverkäufer den Rest wieder zurückgeben. Machen Sie das ein paar Mal beim gleichen Verkäufer, wird es dieser in Zukunft wohl kaum mehr probieren...

Wie blöd sich Feinkostangestellte stellen können (vor dem Schreiben dieses Artikels selbst erlebt), sei hier geschildert. Bestellte Menge: 15 dag. Auf der Waage befinden sich 14,8 dag. Die "Wurstfrau" schneidet noch 2 Räder Wurst ab - genau 16 Dekagramm.

Die Geldmarie wäre natürlich auch mit 14,8 dag zufrieden gewesen - hat aber diesbezüglich keine Frage erwartet. Dass eine routinierte Verkäuferin dann aber noch 2 Räder abschneidet (statt einem Rad), ist wohl eindeutig auf eine Anordnung der Geschäftsführung zurückzuführen. Denn die Mitarbeiter der Feinkostabteilung wissen nach einiger Zeit genau, wieviel ein Rad Wurst wiegt...

Dass man als braver Konsument hier wegen 1 Deka mehr (da kommt die Frage "Darf's ein bisserl mehr sein" noch gar nicht) nichts sagt, liegt auf der Hand. Nur gröbere Streithansln würden hier reklamieren.

Mein Tipp zur Lösung: Bestellen Sie beim nächsten Mal einfach 13 oder 14 Deka - schon diese eigenartige Bestellung wird Ihnen höchstwahrscheinlich ein genaues Resultat auf der Waage einbringen. Oder auch einfach: "Knapp unter 15 Deka"...

Und achten Sie auch in Zukunft darauf, dass Sie nicht auch das Wurstpapier (Verpackungsmaterial) mitzahlen!

Beschiss an der Obstwaage

Auch an der Obstwaage lässt man ab und an etwas Geld liegen. Es fängt damit an, dass man vor der Abwaage von Obst nicht benötigte Teile (wie Stängel, Pickerl etc.) entfernen sollte (die werden ja auch nicht gegessen). Die Bananenschale müssen Sie aber zahlen;-)

Bei kleineren, handlichen Einheiten könnten Sie auch auf die Abwaage mit Plastiksackerl verzichten. Das bringt zwar nicht viel - aber immerhin. Prüfen Sie die Waage vorher auch auf eventuell bestehende Verunreinigungen: Reste von anderen Kunden, Pickerl etc. können ihren Obstpreis -marginal aber doch- verteuern.

So richtig dubios erscheint der Geldmarie aber in manchen Geschäften folgende Tatsache: Oft hängen neben der Waage auch Kräuter (Schnittlauch etc.), welche sich nicht selten auf die Waage legen und zu erheblichen Mehrkosten führen.

Auch kann es durchaus vorkommen, dass der Preis der Ware falsch in der Waage einprogrammiert ist - häufiger wohl zu teuer als zu billig... Eine falsch eingestellte Obstwaage sollte man umgehend reklamieren - das ist keinesfalls kleinlich, Sie tun damit auch der Allgemeinheit Gutes!

Sie selbst sollten jedenfalls die richtige Taste (Nummer) der Obst- oder Gemüsesorte drücken - und sicherheitshalber das Resultat auch auf Plausibilität überprüfen.

Auch wenn es nur ein paar Cent sind (bzw. ein paar Euro pro Jahr): Beim täglichen Einkauf sollte man sich nicht verarschen lassen!

Zuletzt verändert: 11. 10. 2018, 16h07