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Die Geldmarie

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Handwerkerbonus


Handwerkerbonus gegen Schwarzarbeit gedacht

Viele Jahre kämpfte die Wirtschaftskammer Österreich für einen Handwerkerbonus - einem Bonus, den man dann erhält, wenn man diverse Arbeiten bei offiziellen Handwerkern mit Rechnung durchführen lässt.

Erstaunlicherweise gerade im Frühjahr 2014 (also als das nächste Sparpaket gerade vor der Türe stand und die Hypo Alpe Adria den Staatshaushalt erstmals so richtig bedrohlich ins Wanken brachte) konnten sich ÖVP und SPÖ auf einen kleinen Handwerkerbonus einigen - quasi als Gegengeschäft für die kostenlose Zahnspange (die es natürlich auch nicht in allen Fällen gibt) wurde der SPÖ der Handwerkerbonus in Testversion abgerungen.

Was ist der Handwerkerbonsu

Der Handwerkerbonus soll Privaten einen (einmaligen) steuerlichen Anreiz bieten, professionelle Handwerker (und keine Pfuscher) zu konsultieren und somit die Schwarzarbeit zurückzudrängen.

Der Bonus gilt für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten in privaten Haushalten. Beispiele: Maler, Tapezierer, Tischler, Fenster etc.

20% der nachgewiesenen Arbeitskosten bis 3.000 Euro können eingereicht werden - die Rückvergütung beträgt somit maximal 600 Euro. Nur die Lohnkosten der Handwerker können mit 20% vergütet werden - nicht aber das Material!

Diese Summe pro Steuerzahler - somit kann diese Summe in so manchen Haushalten erhöht werden.

Den Handwerkerbonus gab er erstmals ab 1.7.2014 - 10 Mio. waren für 2014 vorgesehen, 20 Millionen dann für das Jahr 2015. 2014 waren die Gelder schon per 19.11. verbraucht, sodass schon auf 2015 vorgegriffen wurde.

Die 20 Mio. Euro für 2015 waren dann per 10. August 2015 schon wieder weg und dann pausierte der Bonus schließlich bis 1.7.2016, ab dem dann wieder 20 Millionen für 2016 und 20 Mio. für 2017 zur Verfügung stehen.

Lt. jüngsten Aussagen von Finanzminister Schelling dürfte mit den 20 Mio. für 2017 dann vorerst einmal wieder Schluss mit dem Handwerkerbonus sein - begründet wird dies mit der ohnehin soliden Wirtschaftslage. Damit ist zu rechnen, dass der Bonus 2017 schon sehr bald aufgebraucht ist.

Handwerkerbonus sinnvoll?

Prinzipiell ist ja ein Fördern der legalen und qualitativen Handwerker zulasten der Schattenwirtschaft durchaus sinnvoll - wer jedoch die Stundensätze von heimischen Handwerkern kennt, wird wohl auch trotz Handwerkerbonus oft zum Pfuscher greifen.

Die hohen Abgaben auf Löhne zwingen die heimischen Handwerksbetriebe oft zu unverschämten Preisen - da ist der Handwerkerbonus wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Viele "brave" Kunden, für welche der Handwerkerbonus eine kleine Belohnung ist, hätten wohl die Arbeit ohnehin von Professionisten ausführen lassen.

Auch fingierte Rechnungen (mit deutlich mehr Arbeitskosten) sind zu erwarten - und jedenfalls ein sehr rasches "Vergriffen" für den Handwerkerbonus. 10 Mio. 2014 bzw. 20 Mio. 2015 waren nämlich minimal - schon nach kurzer Zeit war der Handwerkerbonus "Gut aber aus". 2014 sollte es bis Mitte November dauern, bis der Topf leer war, 2015 war im August Schluss. 2016 dürfte es wohl länger reichen (Restart erst im Juli, 2017 ist (ob absehbarem Aus für den Handwerkerbonos) wieder mit einem raschen Aus zu rechnen.

Die Erfahrungen aus Deutschland (wo es den Handwerkerbonus schon ein paar Jahre gibt) zeigen, dass dieser kaum die gewünschten Effekte (mehr Beschäftigung im Handwerk, weniger Schwarzarbeit) gebracht hat - die meisten Menschen hätten die damit verbundenen Aufträge ohnehin machen lassen...

Keinen Handwerkerbonus gibt es übrigens bei Neuanschaffung oder Erweiterung von bestehenden Wohnraum bzw. Arbeiten an Außenanlagen. Der renovierte Wohnraum muss vom Förderwerber selbst genutzt werden und gefördert werden nur die tatsächlichen Arbeitsleistungen und die Fahrtkosten - nicht aber die Materialkosten. Die durchgeführten Arbeitsleistungen müssen auch genau auf der Rechnung ausgewiesen sein und natürlich von einem Unternehmen stammen, der laut Gewerbeordnung auch dazu zugelassen ist.

Die Abwicklung des Handwerkerbonus erfolgt über die heimischen Bausparkassen - mehr Infos zum Bonus finden Sie bei den Linktipps ganz unten.

Die Antragstellung ist erst nach Umsetzung der Maßnahmen möglich, die Rechnung muss schon bezahlt/überwiesen sein. Die Mindesthöhe für den Handwerkerbonus beträgt 200 Euro (Arbeitsleistungen exkl. Umsatzsteuer).

First come, first serve - derartige Versuche bzw. Förderungen sind zumeist subopimal.

In Summe: Geld, das man sich (seitens Steuerzahler) wohl sparen könnte - das Lobbying der Wirtschaftskammer ist zwar durchaus verständlich, macht aber nicht wirklich Sinn.

Geldmarie-Linktipp

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Zuletzt verändert: 22. 02. 2017, 18h57