CMS Login
Unsere Werbedienste verwenden Cookies und geben über dich gewonnene Informationen auch an Dritte weiter.
Durch das Benutzen dieser Seite erklärst du dich damit einverstanden. Hinweis entfernen

Die Geldmarie

Das unabhängige Finanzportal

Tipps und Tricks rund um die Marie

Rubriken

Steuerreform 2009 für Firmen


Unternehmer atmen etwas auf...

Angesichts der derzeitigen Nachrichtenlage über traurige Themen wie "Fritzl-Prozess", "Zilk als Spion?", Amokläufe und Finanzkrise ging dieser Tage eine Meldung ziemlich unter:

Während über die Steuerreform 2009 für ArbeitnehmerInnen schon kräftig berichtet wurde, ist per 11.3.09 auch die Steuerreform 2009 für UnternehmerInnen beschlossen worden. Die Geldmarie meint: Dieses kleine Paket kann man ruhig einmal vor den Vorhang positionieren - denn es ist als durchaus gelungen zu betrachten. Die ständig steigende Anzahl der Unternehmer darf bald etwas durchschnaufen:

Auch wenn man Steuerreform 2009 dazu sagt: Vielmehr handelt es sich um eine Steuerreform 2009/2010/2011. Selbständige wissen: Die Auswirkungen auf dem Konto greifen immer erst ein wenig später. Und Teile der nun beschlossenen Änderungen sind auch erst per 1.1.2010 wirksam.

Somit gleich zu den relativ erfreulichen Tatsachen:

Der Gewinnfreibetrag

Ab 1.1.2010 beträgt bei einem Gewinn von bis zu 30.000 der Gewinnfreibetrag für Unternehmer 13%. Dieser Gewinnfreibetrag ist dann an keine Bedingungen mehr geknüpft (keine Investitionen oder Wertpapierkäufe wie bis jetzt) und wurde von 10% auf 13% angehoben.

Bei Gewinnen von über 30.000 Euro kann zusätzlich ein Freibetrag bei Investitionen in Anlagegüter, Wertpapiere und/oder Gebäude bis zu 100.000 Euro beansprucht werden.

Damit gelingt endlich eine einfacher Ersatz zur Gleichstellung mit den Privilegien der Arbeitnehmer - denn die hatten ja schon seit langer Zeit das begünstigte 13. und 14. Monatsgehalt. Die Selbständigen konnten zwar seit kurzer Zeit 10% der Gewinne steuerfrei investieren - dies taten aber nicht alle bzw. konnten dies einfach nicht tun, da die Gewinne benötigt wurden. Eine lange (und gerechtfertigte) Forderung seitens Unternehmer wurde also endlich realisiert.

Senkung der Einkommensteuer

Rückwirkend mit 1.1.2009 (wie bei den Angestellten) werden auch die Grenzsteuersätze gesenkt bzw. vergünstigt. Hier hält sich die Begeisterung der Geldmarie in Grenzen - und doch kann man damit den einen oder anderen Hunderter (Euro) sparen. Auch wenn (bei stetig steigenden Einkommen) die nächste "Steuerstufe" bald wieder droht... Hier die Details:

  • Steuerpflichtiges Einkommen bis 11.000 Euro steuerfrei. (bisher: 10.000 Euro steuerfrei)
  • Einkommen von 11.000 bis 25.000 Euro 36,5% Grenzsteuersatz. (bisher: 10.000 bis 25.000 Euro - 38,3%)
  • Einkommen von 25.000 bis 60.000 Euro 43,143% Grenzsteuersatz. (bisher: 25.000 bis 51.000 Euro - 43,6%)
  • Einkommen über 60.000 Euro 50% Grenzsteuersatz. (bisher: ab 51.000 Euro - gleichfalls 50%)

Weitere Entlastungen

Kinderfreibetrag in der Höhe von 220 Euro, welcher das steuerpflichtige Einkommen reduziert sowie die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten bis 2.300 Euro pro Kind (bis zum 10. Lebensjahr).

In Summe also ein Paket, das man gerne übernimmt. Trotzdem noch ein wenig Senf der Geldmarie:

Oberlehrer Geldmarie

  • Die Erhöhung des Grenzbetrages für die Steuerpflicht (11.000 Euro) ist zwar gut gemeint, wird aber nicht allzuviel Kaufkraftschub im unteren Einkunftssegment bewirken. Schulnote 3
  • Die höchste (prozentuelle) Steigerung ist (fairerweise) im stärksten Segment gemacht worden (zwischen 10.000 und 25.000 Euro). Schulnote 1
  • Bei den Besserverdienern (25/m bis 60/m Euro) fällt die Tarifsenkung äußerst bescheiden aus. Dafür wurde die Obergrenze unnötigerweise angehoben. Schulnote 4
  • Eine Anhebung der Grenze für die Topverdiener wäre in dieser Höhe (von 51/m auf 60/m Euro) wohl nicht notwendig gewesen. Wenn schon, dann noch einen höheren Tarif für Bestverdiener (z.B. ab 200.000 Euro 60%). Schulnote 4
  • Für die Einführung des Gewinnfreibetrages ohne Bedingung gibt es allerdings eine glatte 1. Auch wenn man dies auch schon für das laufende Jahr (2009) hätte durchbringen können (nörgel, nörgel;-)

Insgesamt aber gar kein schlechter Schnitt für die Selbständigen. Bravo an die Bundesregierung, die Wirtschaftskammer (die mir dieser Tage auch die gute Nachricht im Detail zukommen ließ) und an den Finanzminister.

Ad hoc-Meldung - März 2009
Zuletzt verändert: 22. 08. 2012, 13h49