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Teure BriefmarkenWertvolle BriefmarkenVorab: Die Wahrscheinlichkeit eines sensantionellen Dachbodenfundes via Briefmarkenfundus des verstorbenen Großvaters ist leider nahezu gleich Null. Extrem teure Briefmarken werden nämlich nicht in Briefmarkenvereinen oder gar auf Ebay angeboten sondern wechseln den Besitzer auf exklusiven Briefmarkenauktionen. Sollte der Großvater solche Auktionen häufig besucht haben und sich danach eine neue Alarmanlage plus Safe zugelegt haben, sollte man allerdings schon genauer nachsehen, was die Briefmarkensammlung denn so an Werten beinhaltet. Die wertvollsten Briefmarken der WeltDie Blütezeit der Philatelie scheint zwar in Sachen Massenverbreitung schon lange vorbei - sehr wohl erzielen exklusive Stücke von seltenen (und zumeist auch schon sehr alten) Marken noch immer sensationelle Preise. Wenn auch viele teure Briefmarken nicht im Lichte der Öffentlichkeit den Besitzer wechseln und so mancher Verkaufserlös somit im Verborgenen bleibt. Die Angaben über die teuersten Briefmarken der Welt sind damit etwas relativiert zu betrachten. Als wertvollste Briefmarke der Welt gilt derzeit der schwedische Fehldruck (Farbe gelb statt grün) der Tre Skilling Banco aus dem Jahr 1855. Bisweilen ist davon nur ein erhaltenes Exemplar bekannt. Diese Marke (welche sich sogar einige Zeit in den Händen eines Wiener Briefmarkenhändlers befand) wurde 1996 um 2,5 Mio. Schweizer Franken (ca. 1,6 Mio. Euro) von einem schwedischen Händler (im Kundenauftrag) gekauft. 2010 wurde die Marke via Genf wieder versteigert - Kaufpreis und Käufer blieben allerdings geheim. Man geht aber davon aus, dass der Kaufpreis deutlich höher als die 1996 bezahlten 1,6 Mio. Euro war. Auch die Briefmarke British Guiana 1 Cent magenta könnte hier mithalten - auch von diesem (eigentlich ziemlich hässlichen) Prachtstück ist nur eine erhaltene Marke bekannt. 1980 wurde diese um immerhin 935.000 US-Dollar versteigert - der aktuelle Wert dürfte allerdings deutlich höher liegen. Rund um die Briefmarken ranken sich jedoch auch Gerüchte bezüglich Echtheit - darüber hinaus tauchte auch schon eine zweite Marke auf, über deren Echtheit ebenfalls Unklarheit herrscht. Nicht wirklich die teuersten aber wohl die mit Abstand bekanntesten Briefmarken sind die Rote und Blaue Mauritius. Von der Blauen Mauritius sind noch 8 gebrauchte und 4 ungebrauchte Marken bekannt - die Rote Mauritius gibt es noch 12x gebraucht und 2x ungebraucht. Ursprünglich hergestellt wurden in erster Auflage 500 Stück. Die Rote Mauritius hat eine Nominale von 1 Penny aufgedruckt, die Blaue Mauritius den Gegenwert von 2 Pence. Mit einer roten und einer blauen Mauritius-Marke frankiert wurde übrigens das philatelistische Lieblingsstück - der sogenannte Bordeaux-Brief. Dieser wurde 1993 um ca. 4 Mio. Euro versteigert - ein ganz besonders wertvolles Poststück... Postfrisch würde die Blaue oder Rote Mauritius wohl deutlich über 1 Mio. Euro erlösen, gestempelt wohl in etwa die Hälfte. Es wurden aber wohl auch schon deutlich höhere Preise erzielt. Bei Sammlern sehr begehrt (wenn auch nicht extrem wertvoll) ist übrigens auch die erste Briefmarke der Welt: One Penny Black (oder Penny Black) wurde am 1.5.1840 via Großbritannien ausgegeben. Weiters z.B. auch noch sehr hoch im Kurs: 2 Cents blau Hawaii 1851, Bermuda 1 Penny 1848, 5 Cents Lebanon 1861 oder das Uganda Kauri-Markenset aus 1895. Teuerste Briefmarke DeutschlandsDiese Prädikat dürfte dem Baden-Fehldruck 9 Kreuzer mit einem ungefähren Wert von 1,5 Mio. Euro (oder auch mehr) zustehen. Eigentlich sollte diese Marke ja den Aufdruck "6 Kreuzer" haben - offensichtlich wurde eine falsche Druckplatte gewählt. Nur noch 3 gestempelte Exemplare des Baden-Fehldrucks sind heute bekannt - die Marken sind somit eine absolute Rarität und zählen zu den weltweit teurersten Briefmarken. Teuerste Briefmarke ÖsterreichAls wertvollste Briefmarke Österreichs gilt die 1856 erschienene Zeitungsmarke "Roter Merkur", welche auch unter dem Namen Zinnoberroter Merkur bekannt ist. Die eigentlich zinnoberrote Briefmarke (nicht aufgedruckter Gegenwert: 6 Kreuzer) aus dem Jahr 1856 gehört zu den seltensten Briefmarken Europas. Die Preise für einen Roten Merkur dürften zwischen 20.000 und 50.000 Euro liegen - hier ist natürlich der Zustand der Marken sehr relevant. Mit Sicherheit wurden aber auch schon höhere Liebhaberpreise gezahlt. Wertvolle Briefmarken aus ÖsterreichNeben der Roten Merkur erlösen auch noch der Gelbe Merkur (1.500 bis 10.000 Euro, Gegenwert 6 Kreuzer, 1851) oder der Rosa Merkur (5.000 bis 15.000 Euro, Gegenwert 30 Kreuzer, 1851) sensationelle Preise. Der Blaue Merkur (0,6 Kreuzer, 1851) ist hingegen schon um ein paar Euro zu kriegen. Auch Marken aus dem ersten Freimarkenset (1850) sind sehr gefragt - für den kompletten Satz in ungestempelter Erhaltung müssen Sie schon ein paar tausend Euro hinblättern. Sehr gefragt auch die 2 Kreuzer dunkelorange aus 1858/1959 - auch hier könnte der komplette Satz der 1858 und 1859 aufgelegten Briefmarken (mit Zähnung) ein paar tausend Euro einbringen. Gestempelt sind diese Marken deutlich günstiger - aber auch hier könnten positive Überraschungen resultieren. Die Zeitungsmarke 1 Kreuzer dunkelviolett aus 1861 zählt gleichfalls zu den Briefmarken aus Österreich, die oft über 1.000 Euro gehandelt werden. Prinzipiell sind gerade Briefmarken aus dem Kaiserreich Franz Joseph I sehr gefragt und erzielen die besten Preise. Hier ist aber Fachwissen gefragt - zumindest sollten Sie sich (als Laie) einmal unbedingt in die Materie einlesen. Ein Austria-Netto-Katalog (ANK) wäre hier sicher eine preiswerte Erstinvestition - beachten Sie hier aber unbedingt, dass die Preise in diesem Katalog sehr optimistisch kalkuliert sind und fast nie tatsächlich zu erzielen sind. Als Einzelmarke sticht in der 1. Republik noch die ANK-Nr. 588 hervor: Die 10-Schilling-Marke aus 1936 ist Engelbert Dollfuß gewidmet (der 1934 ermordet wurde). Je nach Farbe und Zustand werden für diese Marke schon einmal 300 bis 600 Euro gezahlt. Marken der 2. Republik in Schillingwährung sind als Wertobjekte kaum gefragt (ausgenommen die diversen Renner-Blöcke) - zu hoch war deren Auflage und zu viele Menschen haben diese Jahrgänge komplett gesammelt. Im Normalfall erlöst man bei jüngeren Stücken nicht einmal den Nominalwert - kein Wunder, seit 1.7.2002 sind nur noch Euro-Briefmarken für den Brief- und Postverkehr zugelassen und Schilling-Briefmarken sind somit eigentlich wertlos (ausgenommen ein meist geringer Sammlerwert). Ungestempelte Euro-Briefmarken werden (da noch frankaturgültig) schon deutlich höher gehandelt als jüngere Schilling-Briefmarken - und bergen ob der recht gering gewordenen Auflagen vielleicht ja einmal wieder durchaus interessante Chancen in sich. Ob es aber jemals zu einem Comeback der Briefmarken kommen wird, ist derzeit noch ziemlich offen. Soweit Zeit und Liebe zum Sammeln vorhanden: Sicherheitshalber nichts wegwerfen - die Euro-Ära könnte ja vielleicht einmal durchaus gefragt sein... Preise Briefmarken aus ÖsterreichUnd doch erlösen auch hier manche (zumeist ungestempelte) Briefmarken (bzw. Markensets) in Schillingwährung noch immer nette Preise - hier einige Beispiele von Ebay-Auktionen (nur Auktionen gelistet, keine Festpreisangebote!) anno 2011 und 2012:
Angaben ohne Gewähr! Preise historische BriefmarkenHier noch eine Auflistung von wertvollen Briefmarken bzw. teureren Briefmarkensets älterer Bauart, die 2011 bzw. 2012 (die Auflistung wird noch erweitert) bei Auktionen auf Ebay folgende Preise erzielen konnten:
ANK = Fortlaufende Nummer(n) im Austria Netto Katalog - Standardkatalog, Angaben ohne Gewähr Im Normalfall sind postfrische (ungebrauchte) Marken höher taxiert als gestempelte Stücke - bei einigen (seltenen) Ausgaben sind aber auch gestempelte Stücke sehr beliebt und bringen gute Ergebnisse - zu z.B. die ANK-Nummern 175-177 - hier wurden nur wenige Marken tatsächlich auch verschickt. Preise PortomarkenZur nachträglichen Freimachung von unfrankierten oder zu gering freigemachten Poststücken wurden in Österreich auch Portomarken eingesetzt. Auch hier erzielen einige Stücke äußerst interessante Preise.
So Sie aber zu Hause noch etwas Platz haben, sollten Sie solche Sammlungen vielleicht gerade jetzt nicht verschleudern - die hohe Altersstruktur bei den Briefmarkensammlern bringt nämlich mit sich, dass gerade sehr viel Ware auf den Markt geworfen wird und keine anständigen Preise erzielt werden. So richtig erfangen wird sich dieser Markt aber wohl erst in einigen Generationen - wenn man bemerkt, dass um das Jahr 2000 und später deutlich weniger Briefmarken im Umlauf waren bzw. erhalten sind denn früher einmal, als noch Briefe geschrieben wurden... Vorsicht vor gefälschten BriefmarkenAuch wenn selbst für Fälschungen von Briefmarken heute schon hohe Preise gezahlt werden: Kaufen Sie keinesfalls teure Briefmarken ohne Attest. Gerade in der oben genannten Liga gibt es ohnehin schon für jedes Exemplar wohl unzählige Expertisen. Selbst auf Ebay legen professionelle Händler bei niedrigen Preisen schon ab und an Expertisen von Fachleuten bei - bei wesentlich höheren Preisen sollte man sich erstens selbst ein wenig mit dem Fachgebiet beschäftigt haben und zweitens wirkliche Philatelisten beratend beiziehen. Ansonsten sind nämlich (besonders im Internet) Flops vorprogrammiert. Wirklich teure Briefmarken sollte man demnach eher im vertrauenswürdigem Fachhandel, bei Briefmarkenvereinstreffen, Briefmarkenausstellungen oder Briefmarkenauktionen erwerben - scheinbare Schnäppchen können ansonst teuer kommen. Zum Einlesen in die Welt der Briefmarken empfehlen wir die Lektüre der Rubrik Briefmarken sammeln sowie den Kauf eines Austria-Netto-Kataloges für Briefmarken Geldmarie-Linktipps:
Zuletzt verändert: 15. 05. 2012, 15h16
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