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Die Geldmarie

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Immobilienaktien


In Immobilienaktien oder Immobilienfonds investieren

Immobilienfonds oder Immobilienaktien - der Kleinanleger zahlt immer drauf?

Wie böse war das Volk, die Medienlandschaft, die Börsenaufsicht der Wiener Börse, die Interessensvertreter und vor allem die Kleinanleger, als es 2007/2008 galt, die MEL (Meinl European Land) zu prügeln.

Denn da war doch tatsächlich sicheres Immobilienvermögen ("So sicher wie ein Sparbuch") binnen weniger Monate nur noch ein Drittel des Höchststandes wert. Zumindest was den Aktienkurs betraf. Auch Anleger der Immofinanz oder der ehemaligen Ostschwester Immoeast werden da übrigens auch einige Beispiele parat haben, wie man plötzlich mit massivem Kursverfall zu kämpfen hat und die (scheinbar sicheren) Immobilienaktien plötzlich fast nichts mehr wert sind.

Eine bittere Pille für die vielen Mindestrentner, Aktieneinsteiger und sonstigen Privatanleger (und natürlich auch für die institutionellen Anleger).

"MEL musst du kaufen, das ist DER Geheimtipp", flüsterte der Geldmarie ein paar Jahre vorher ein "Stammtischanlageprofi" zu - und sollte kurze Zeit damit recht behalten. Aber was als langfristiges Topinvestment galt, war schon nach wenigen Jahren ein kleiner Albtraum.

Denn dann trieb der Immobiliensturm ein solides Immobiliengewitter aus dem Westen (USA) nach Europa - und überquerte dabei auch die Jersey-Inseln (wo MEL seinen steuerlich relevanten Sitz hatte und "unpaid partly shares" an den Großinvestor bringen wollte). Einerseits verlor die MEL (wie fast alle Immobilienaktien und Immobilienfonds) an Kursfantasie, andererseits wurde das Unternehmen (teilweise zurecht) fürchterlich madig gemacht.

Und genau das tut einer Aktie (die ohnehin vom Markt nicht mit guten News versorgt wird) gar nicht gut. Die Kleinanleger verkauften in Panik und/oder realisierten: "Wieder nix mit Reichtum ohne Arbeit - besser raus, bevor es gar nichts mehr wert ist". Ab zur nächsten Lottoannahmestelle - da weiß man in Österreich, was man hat: ca. 50% Verlust und eine ganz ganz kleine Chance auf einen Topgewinn.

Und dabei hätte alles viel schlimmer kommen können: Man erinnere sich z.B. an die "legendären" Residenz-Real-Gewinnscheine, die Ende der 1980er wertlos aus dem Depot ausgebucht wurden. MEL wurde übrigens dann von der Atrium European Real Estate gekauft, was die Sache dann wesentlich beruhigte. Wohl auch, weil die Medien dann mit der Finanzkrise 2008/2009 sowie mit der Immofinanz mehr zu tun hatten.

Nun denn - ab und zu startet die Geldmarie mit einer "Watschn"! Ich muss Ihnen nämlich hier gar nichts verkaufen (auch keine Immobilienfonds) - aber eine Warnung vorab kann ab und an sicher nicht schaden....

Achtung - Überraschung: MEL wurde als Unternehmen ja durchaus solide und expansiv geführt (einzig die Transparenz für die Aktionäre bzw. die irreführende Werbung bei der Emmission der Papiere sowie extrem hohe Managementgebühren müssen wohl massiv kritisiert werden). Der Gesamtwert der Immobilien (+ Cash) überstieg ja in der Krise den Gesamtwert der Aktien um einiges. Auch wenn man die Bewertungen sehr großzügig (=nicht mehr aktuell) ansetzte - da waren eben einige Menschen sehr panisch. Auch bei der Immofinanz und bei der Immoeast sollte sich dann 2008/2009 das Spiel in ähnlicher Form wiederholen - einige Jahre später war die Immofinanz (nach Milliardenabschreibung) wieder auf Gewinnkurs.

Immobilienwertpapiere etwas sicherer als Aktien

Ein Totalverlust bei Immobilienfonds und Immobilienaktien kommt nur äußerst selten vor. Da muss schon einiges an Misswirtschaft passieren. Ein Immobilienfonds oder eine Immoaktie sind nämlich prinzipiell ein relativ sicheres Investment - und auch Banken sind in Österreich schon pleite gegangen (soviel zum Thema Sicherheit)....

Über einen längeren Anlagehorizont haben sich Immobilienfonds (und wir wollen hier thematisch in Österreich bleiben) fast immer ausgesprochen prächtig entwickelt! Kein Sparbuch, keine Anleihe, kein Pfandbrief (also keines der sogenannten "sicheren" Anlageinstrumente) hat in den letzten Jahrzehnten den Immobilienfonds (über einen längeren Anlagehorizont betrachtet) punkto Wertsteigerung und Ertrag auch nur annähernd Paroli bieten können.

Wer jetzt übrigens noch wissen möchte, was ein Fond ist, der liest doch schnell hier weiter: Fonds

Beim Immobilienfond kommt hier noch der zusätzliche Aspekt hinzu, daß dieser in Immobilien bzw. Immobilienpapiere investiert. Für alle gelernten (und mietegeplagten) Österreicher wohl keiner weiteren Erklärung würdig...

Auf der einen Seite die breite Risikostreuung eines Fonds, dann noch die Risikostreuung von verschiedenen Wertpapieren und schlußendlich auch noch das historisch sichere Investment in Grund und Boden - auf Dauer sollte hier eigentlich kaum etwas schiefgehen. Sollte man meinen...

Geldmarie-Tipps

  • Sehen Sie sich bei Immoaktien und Immofonds die Wertentwicklung der letzten Jahre an - Immofonds mit guter Reputation und langer Existenz sind um das vielleicht entscheidende Stückchen krisenresistenter.
  • In Zeiten von Immobilienkrisen (z.B. Finanzkrise 2007ff) ist der Gesamtwert der Aktien oft geringer als das Gesamtportfolio des Fonds bzw. der AG. Ein besseres Kaufsignal gibt es kaum...
  • Stecken Sie nicht alles Geld in den gleichen Fond
  • Der Kursverlauf eines Immobilienfonds oder einer Immoaktie sollte langsam und solide nach oben zeigen (ausgenommen "Krisenjahre"). Wenn Sie eine dauerhafte Rendite von 5 bis 9% nicht zufriedenstellt, sind Sie vielleicht eher ein "Zocker". Die Rubrik Aktien könnte hier mit einschlägigen Informationen dienlich sein.
  • Vertrauen Sie nicht irgendwelchen selbsternannten "Anlageprofis". Fragen Sie nach Sicherheiten, Börsenotiz und historischer Entwicklung. Ein guter Berater sollte damit locker umgehen können - der Nichtprofi wird bei vielen Fragen unsicher....
  • So sie keine Ahnung von der Materie Aktien oder Fonds haben - lassen Sie die Finger davon!
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Zuletzt verändert: 29. 10. 2012, 09h11