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Die Geldmarie

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Schuldenfalle


Wie entkommen Sie der Schuldenfalle?

Eine logische Antwort, die gar nicht provozieren möchte, wäre: Indem man gar keine Schulden macht. Aber in der Praxis ist dies gar nicht so einfach: Denn die wenigsten Menschen kommen schon in jungen Jahren zu viel Vermögen (wie auch immer). Auch haben viele nicht mehr von ihren Eltern Sparen gelernt (bei den Nachkriegseltern war dies etwas anders) und stehen dann irgendwann nach der Ausbildungszeit ziemlich mittellos da.

Und die Verlockungen der Konsumgesellschaft sind groß: Eine Wohnung plus toller Einrichtung muss her, ein Auto sowieso und von so Kleinigkeiten wie TV, DVD, Notebook, Handy und CD wollen wir gar nicht reden. Wollen wir nicht? Müssen wir aber wohl...

Vorab: Sie sind nicht alleine in der Schuldenfalle. Ca. 3 Millionen haben mehr oder weniger hohe Schulden. Und doch gelingt es den meisten Kreditnehmern, aus den roten Zahlen irgendwann und irgendwie rauszukommen. Sei es durch "normale" Arbeit, durch Erbschaft, Schenkungen, Heirat etc.

Aber schön langsam: Wie kommt man denn eigentlich in die Finanzmisere rein?

Einige Gründe, die jemanden schwer in die Roten zahlen bringen könnten

  • Durch viele laufende Zahlungen verliert man den Überblick über seinen Kontostand
  • Handyrechnungen oder Internetgebühren explodieren durch Fehlverhalten beim Gebrauch
  • Man unterschreibt Zahlungsverpflichtungen (Versicherungen, Sparen, Mitgliedsbeiträge etc.), die man sich gar nicht leisten kann/soll
  • Zu hohe Mietkosten - oft zu große Wohnung
  • Energiekosten zu hoch bzw. nicht ausreichend budgetiert
  • Einkauf auf Kredit bei Versandhäusern, weil der Kontorahmen schon überzogen ist
  • Immer höher werdende Überziehung des Kontos
  • Missbräuchliche (=unkontrollierte) Verwendung von Bankomatkarten, Kreditkarten etc.
  • Unleistbare Leasingverträge beim Autokauf
  • Gefährliche Bürgschaften werden aus falsch verstandener Freundschaft oder Verliebtheit übernommen
  • Spontankäufe
  • Sucht nach teuren Markenartikel
  • Alkoholsucht, Spielsucht etc.
  • Schwere Krankheit, schwere Unfälle
  • Fehlinvestitionen (eigene Firma geht pleite)
  • etceteraetcetera

Diese Auflistung könnte man noch beliebig fortsetzen - es ist sehr leicht, Schulden zu machen - schon viel schwerer, den Kontostand wieder in Richtung Null zu bringen...
Aber sicher interessiert es Sie mehr, wie man aus der Misere wieder entkommt bzw. wie man diese erkennt.

Erkennbar ist die Schuldenfalle relativ einfach: Sie sind auf dem Girokonto pausenlos im Minus, sind am Rande des Überziehungsrahmens und müssen jedesmal fragen, ob Sie noch Geld haben dürfen. Wenn dem der Fall ist, sind Sie auch schon drin.
Wenn dann noch Umschuldungen auf Kredit gemacht werden und Sie sind wieder auf dem Girokonto im Minus, wird es höchste Zeit für Maßnahmen bzw. eine Schuldnerberatung. Wenn Sie vielleicht sogar die Miete oder die KFZ-Versicherung nicht mehr zahlen können, ist das auch ein Zeichen: Gegensteuern!
Aber wie?

Oben im Text fanden Sie ja einige "Sünden", die wohl auch manchmal auf Sie zutreffen könnten - vielleicht helfen Ihnen ja folgende Ideen und Anregungen:

Tipps gegen Schulden

  • Machen Sie eine Aufstellung über alle Ausgaben (jeden Cent) eines Monats und stellen Sie diese den Einnahmen gegenüber. Wenn hier ein Minus rauskommt, ist Gefahr in Verzug - denn was machen Sie, wenn das Auto kaputt ist oder auch nur der Kühlschrank. Ein kleiner Polster sollte jedes Monat bleiben!
  • Stellen Sie Ihre Zahlungen auf "monatlich" bzw. wieder auf Zahlschein (bei höheren Beträgen) um - die Zahlscheingebühr macht Sie nicht viel ärmer, die unerwartete Kontoüberziehung aber schon. Machen Sie sich eine Liste mit allen Zahlungen in allen Monaten - und hängen Sie diese gut sichtbar auf (vielleicht auf eine Pinwand). Sehen Sie öfters auf Ihr Konto - Onlinebanking ist da eine praktische Möglichkeit. Und auch wenn Ihr Kontoauszug selten Freude macht: Drucken Sie diesen aus und sehen Sie sich diesen genau an.
  • Erstellen Sie einen privaten Plan für die Rückzahlung der Schulden - und überprüfen Sie (bzw. ein(e) Vertraute(r) laufend dessen Einhaltung.
  • Wenn Sie private Handyrechnungen über 50 Euro haben, sollten Sie Ihre Telefoniergewohnheiten bzw. den Tarif wechseln. Ganz brave steigen auf Wertkarte um. Überlegen Sie auch, ob Sie einen Festnetzanschluss im Handyzeitalter noch benötigen.
  • Sparen Sie nicht, wenn Sie ohnehin kein Geld haben. Gilt auch für Pensionsversicherungen & Co. Warten Sie damit, bis Sie wieder im Plus sind bzw. reduzieren sie die Prämien auf ein Minimum.
  • Brauchen Sie wirklich so ein tolles, teures neues Auto mit Vollkasko oder eine Riesenwohnung für 2 Leute? Hohe Schulden zu haben ist wohl peinlicher als eine kleine Wohnung oder ein kleines (oder gar kein) Auto. Was die Geldmarie vom Leasing für Private hält (hat nur in seltenen Fällen wirklich Sinn), ist daraus ja wohl abzuleiten
  • Kaufen Sie No-Name-Produkte - von Lebensmitteln bis hin zur Bekleidung. Da lässt sich einiges sparen. Achten Sie auf Sonderangebote und vermeiden Sie Spontankäufe (Einkaufszettel machen und daran halten!)
  • Vergleichen Sie die Tarife bei Versicherungen, Strom, Handy, Gas, Heizöl & Co. - da sind einige Hunderter im Jahr herauszuholgen. Entsprechende Vergleiche und Tipps finden Sie laufend auf der Geldmarie.
  • Beantragen Sie bei langlaufenden Kapitalversicherungen oder Fondssparplänen eine Auszeit (Prämienfreistellung). Ein Storno bzw. Rückkauf wäre übrigens meistens keine gute Idee - da verlieren Sie häufig zusätzlich Geld...
  • Einkaufen beim Versandhaus ist ja o.k. - aber nicht auf Schulden. Denn diese sind extrem teuer.
  • Wenn Sie Ihre Kontoüberziehung auf einen Kredit umgeschuldet haben und die Kontoüberziehung resultierte nur aus dem "nackten Überleben" und nicht aus notwendigen Investitionen, verzichten Sie hinkünfig auf Kontoüberziehungen. Sonst kommt zwangsläufig die nächste Umschuldung...bis es nicht mehr geht.
  • Gehen Sie keine Bürgschaften ein, von denen Sie nicht selbst etwas haben. Blindes Vertrauen kann teuer werden. Der Klassiker: Das kreditfinanzierte Haus, welches für eine gemeinsame Zunkunft geplant war, wird nach ein paar Jahren von der Bank versteigert. Was bleibt: Schulden für alle.
  • Bei Süchten (Alkohol, Spieler) suchen Sie professionelle Beratung auf - Sie sind nicht alleine und es ist auch sicher keine Schande.
  • Schwere Krankheit und Unfälle kann man zwar oft nicht vermeiden - aber zumindest die finanziellen Folgen lassen sich "wegversichern". Das kostet natürlich auch Geld - aber das wird man sich nur leisten können, wenn man schon ein wenig davon hat. Eine Unfallversicherung sollte sich aber schon ausgehen!
  • Fehlinvestitionen - hier ist zwar guter Rat teuer aber 3 einfache davon hätte ich für neue Selbständige: 1. Manchen Sie sich einen konkreten Geschäftsplan und kontrollieren Sie laufend die Entwicklung. 2. Legen Sie sich in den ersten Jahren Geld für Steuer/Sozialversicherung auf die Seite (Steuerberater fragen!). 3. Greifen Sie nicht zu tief in die leere Kasse - der Konkurs/Ausgleich ist schneller da, als Sie glauben.

Und noch 2 wesentliche Anregungen: Verzweifeln Sie nicht an den Schulden sondern vertrauen Sie diese Profis an (siehe Link "Schuldnerberatung" unten). Schulden oder auch ein Privatkonkurs sind absolut keine Schande. Und gehen Sie nicht zu unseriösen Kredithaien - die machen Ihnen das Leben dann erst wirklich zur Hölle.

Viel Erfolg bei Bekämpfen der roten Zahlen!

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Zuletzt verändert: 05. 11. 2012, 17h26