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Die Geldmarie

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Bonus-Malus-System


Wissenswertes über Bonus und Malus bei KFZ-Versicherungen

Sobald Sie in Österreich einen PKW oder Kombi (in Ausnahmefällen auch bei LKW) via Zulassungsstelle zur behördlichen Anmeldung bringen, sind Sie mit dem heimischen Bonus-Malus-System konfrontiert.

Seit 1.8.1977 gibt es dieses (durchaus positive) System für die heimischen Autofahrer. Zahlten vorher noch die guten Autofahrer die Haftpflichtschäden der schlechteren Lenker mit, tun sie das heute nur noch teilweise und in wesentlich geringerem Ausmaß: Denn ca. 60% (Tendenz weiter steigend) der heimischen KFZ-Versicherungen befinden sich in der Prämienstufe 0, welche laut Bonus-Malus-System nur 50% der Grundprämie einer Haftpflichtversicherung (und oft auch bei der Kaskoversicherung) bedeutet.

Aber wie funktioniert eigentlich dieses Bonus-Malus-System? In der Praxis gibt es (trotz der relativ guten Transparenz) doch einige Fragen, die häufig (und zurecht) auftreten:

Wie funktioniert die Einstufung?

Jeder Zulassungsnehmer eines Fahrzeuges (PKW, Kombi, manchmal auch LKW) wird bei der Erstanmeldung eines Autos in die Grundstufe 9 eingestuft. Wenn er nun zwischen dem 1.10 und dem 30.09 des Folgejahres (=Beobachtungszeitraum) schadensfrei fährt, kommt es zur nächsten Hauptfälligkeit der Versicherungspolizze (das ist meistens der Monatserste nach der Anmeldung) zur Umreihung in die nächstbeste Stufe - das ist die Stufe 8.

Wenn Sie also z.B. am 16.6.2013 ein Auto anmelden und dann bis 30.09.2014 schadensfrei fahren, kommen Sie zum 1.7.2015 erstmals in eine bessere Stufe (Stufe 8).

Bei Anfängerverträgen beträgt jedoch die Mindestversicherungszeit im Beobachtungszeitraum nur 6 Monate - wenn Sie also erstmals ein KFZ anmelden und dies vor dem 1.4 eines jeden Jahres tun, wären Sie in diesem Fall (bei Anmeldung vor dem 1.4.) schon am 1.4.2014 (also deutlich früher) eine Stufe tiefer.

Wenn Sie dann (Beispiel mit Anmeldung am 16.6.) weiter brav (und glücklich) fahren und keinen Unfall verursachen, kommen Sie jedes Jahr zum 1.7. in die nächstbessere Stufe. Zum 1.7.2016 wären Sie dann z.B. in der Stufe 7. Und so weiter...

Wenn Sie aber im Beobachtungszeitraum einen Schaden verursachen, kommt es zur nächsten Hauptfälligkeit zur Umreihung: 3 Stufen höher= Stufe 12.

Die Umreihungen (um damit verbunden die höheren oder auch geringeren Vorschreibungen werden also immer erst zur nächsten Prämienhauptfälligkeit fällig.

Die Stufe 0 bis 8 bezeichnet man als Bonusstufen, 9 ist die Grundstufe, 10-17 sind die Malusstufen.

Wie wird die Prämie berechnet?

In der Grundstufe (Einstiegsstufe) werden 100% (abzüglich etwaiger Rabatte der Versicherung bzw. zuzüglich eventueller Zuschläge, z.B. beim Probeführerschein) der Basisprämie verrechnet.
Fährt man ca. 10 Jahre schadensfrei und erreicht die Stufe Null, werden nur noch 50% der Basisprämie verrechnet (abzüglich Rabatte, plus etwaige Zuschläge).
Dazwischen gibt es eine Staffelung von 1-8, die bei den Versicherungen unterschiedlich gehandhabt wird: Manche Versicherungen werden schon in der Stufe 8 um 5% billiger und geben dann pro Stufe 5% weiteren Abzug - und haben auch in der Stufe 0 noch weitere Abzüge für langjährige Bonusfahrer (daher kommt der irreführende Begriff: "Doppelnull"). Andere wiederum belassen das "klassische" Bonuns-Malus-System und geben erst ab Stufe 7 Rabatte auf die Tarifprämie. Erfragen Sie die Usancen bei Ihrer Versicherung.

Wichtig: Die "Rabatte" durch das Bonus-Malus-System sind gut und schön - Ihre Versicherung hat aber mit einiger Sicherheit noch viel mehr Rabatte auf Lager. Fragen Sie danach bzw. vergleichen Sie Angebote.

Malus - wie schlimm ist das?

Sehr schlimm - zumindest, wenn es von Stufe 9 aus einen maluswirksamen Schaden gibt: Von 9 geht es 3 Stufen hoch in Stufe 12 - und dort beträgt die Prämie 140% der Grundprämie. Aber wenn Sie dann doch ein Jahr schadensfrei fahren, geht es in die Stufe 11, wo nur noch 120% der Grundprämie gezahlt werden müssen. Viele Versicherungsberater kompensieren derart schlimme Zuschläge (zumindest einmalig) mit Rabatten. Wenn man dann allerdings auch in Stufe 12 einen Unfall macht, sollte man schön langsam nachdenken. Und zwar in folgende Richtung:

Was tun bei teuren Malusstufen?

Wenn Sie es "schaffen", binnen kurzer Zeit in die Stufe 15, 16 oder 17 zu kommen, sollten Sie primär einmal überlegen, ob das Autofahren für Sie eine gute Idee ist bzw. ob Sie nicht schon zu alt dafür sind. Unfallserien im Alter sind nämlich keine Seltenheit - die Reaktionszeiten passen nicht mehr, doch der/die Fahrer begreifen dies nicht und glauben an eine Pechsträhne.

Auto Versicherungsvergleich - durchblicker.at

Für jüngere Lenker: Vielleicht zahlen sich ein paar zusätzliche Fahrstunden in der Fahrschule oder bei einem Sicherheitstraining eines Autofahrerclubs aus. Kann natürlich auch alles großes Pech sein. Weitere Informationen für Inhaber von Probeführerscheinen bzw. junge Lenker finden Sie übrigens hier: Autoversicherung für Fahranfänger

Achtung: Die meisten Versicherungen werfen Lenker mit Unfallserien rasch raus. Wenn Sie dann noch eine Versicherung auf eigenen Namen wollen, müssen Sie via Versicherungsverband eine Zuweisung an eine Versicherung beantragen, die Sie dann nehmen muss. Mit "Glück" kommen Sie dann vielleicht sogar wieder zur alten Versicherung - es wird aber sehr, sehr teuer werden.

Bei Möglichkeit sollte man über ein Jahr kein Fahrzeug auf den eigenen Namen anmelden - denn dann kann man wieder in der Stufe 9 einsteigen. Ummelden auf die Mama, dem Papa oder den Bruder (im gleichen Haushalt) ist auch keine so gute Idee - man erkennt dies als "Malusflucht".

Übernahme von Bonusstufen:

Wenn der Opa, die Oma oder auch die Eltern das sich in der Nuller-Stufe befindliche Auto für immer abmelden, sollten Sie erfragen (wenn Sie noch keine Nullerstufe haben bzw. ein weiteres Auto in einer höheren Stufe ist), ob diese Ihnen die Stufe "schenken". Ein Übertrag ist nämlich in solchen Fällen möglich.

Innerhalb eines Jahres nach der Abmeldung können nahe Angehörige (Ehegatten, Verwandte in auf- und absteigender Linie und im gleichen Haushalt lebende Geschwister sowie auch Pflegekinder, Pflegeeltern oder Lebensgefährten) die Bonusstufe übernehmen (gilt natürlich nicht nur für die Stufe 0).

Auch bei Dienstnehmern, die z.B. lange mit einem Dienstauto schadenfrei fahren haben die Möglichkeit (aber nicht das Recht), von der Firma die Bonusstufe zu übernehmen.

Wenn Sie selbst ein paar Wochen kein Auto angemeldet haben und dann sich wieder eines anschaffen, übernehmen Sie natürlich wieder die Stufe des letzten Autos (die Ihnen zusteht) - selbstverständlich auch bei einer anderen Versicherung.

Hier weitere Informationen zum: Übertragen der Bonus-Malus-Stufe

Wissenswertes zum Bonus-Malus-System:

  • Der Begriff Freischaden wird immer wieder gerne nachgefragt: Hier handelt es sich um einen Haftpflichtschaden in der Stufe 0, den die aktuelle Versicherung nicht maluswirksam anrechnet. Achtung aber beim baldigen Wechsel zu anderen Versicherungen - der Schaden ist trotzdem gespeichert und könnte sich beim Wechsel (innerhalb von ca. 3 Jahren nach dem Schaden) negativ auswirken.
  • Wenn Sie mehrere Autos anmelden, haben Sie für jedes Auto eine eigene Stufe (d.h. Sie fangen mit dem zweiten Auto wieder in Stufe 9 an usw.). Wenn Sie ein Auto mit guter Stufe abmelden, urgieren Sie den Übertrag auf das oder die verbleibenden Auto(s) und achten Sie darauf, welches KFZ stärker ist (Kilowatt oder PS) bzw. wo Sie eine gute Stufe für die teure Kaskoversicherung benötigen.
  • Stufengeschenke Ihrer Versicherung sind nett - aber beim Versicherungswechsel weiß die neue Versicherung ganz genau, in welcher Stufe lt. Bonus-Malus-System Sie wirklich sind. Bessere Rabatte seitens Versicherung sind transparenter als ein kleines Stufengeschenk
  • Bei einem Schadensfall hat der Geschädigte 3 Jahre Zeit, seinen Schaden reparieren zu lassen. Die Umreihung ins Malus beim Unfallverursacher erfolgt jedoch schon früher - und zwar zur nächsten Hauptfälligkeit nach der Meldung.
  • Wenn Sie glauben, nicht am Schaden schuld zu sein und trotzdem Forderungen befürchten, geben Sie Ihrem Berater eine Vorsichtsmeldung ab. Diese könnte (wenn nichts gezahlt werden muss) eine unnötige Umreihung vermeiden. Auch der Rechtsschutz sollte vorsichtshalber sehr bald verständigt werden. Immerhin war bei ca. 70% der Unfälle immer der Andere schuld;-)
  • Wenn Sie irrtümlich umgereiht worden sind, machen Sie die Versicherung sofort darauf aufmerksam - zuviel verrechnete Prämien werden natürlich retourniert (wenn sich der Geschädigte z.B. gar nicht mehr meldet)
  • Sie sind im Ausland jahrelang unfallfrei mit einer ausländischen Versicherung gefahren? Lassen Sie sich vom Versicherer eine Bestätigung über die Schadensfreiheit ausstellen - die Jahre werden Ihnen zumeist im Bonus-Malus-System angerechnet!
  • Bei einem Fahrzeugswechsel aufpassen, daß Sie im Bonus-Malus-System keine Zeit verlieren - manchmal erlaubt die Versicherung schon einen vorzeitigen Bonus (z.B. wenn Sie am 16.3. ummelden und am 1.5. in die Stufe 5 gekommen wären).
  • Bevor Sie sich wegen 100 oder 200 Euro Schaden umstufen lassen, lassen Sie sich ausrechnen, wieviel Sie die Umstufung kostet. Bedenken Sie auch, daß Sie ansonsten immer schon 3 Jahre früher in einer besseren Stufe wären... Kann sich im Einzelfall durchaus lohnen, den Schaden selbst zu bezahlen. Eine gute Versicherung wird Ihnen das auch anbieten und die Differenz zwischen Umstufung und Selberzahlen auf Basis der derzeitigen Prämien umrechnen.
  • Wenn Sie schon auf Privatangebote bei Schäden einsteigen ("gib mir 100 Euro und wir vergessen den Kratzer"), dann dokumentieren Sie das auch mit Foto und/oder Unterschrift bzw. Zeugen. Denn wer sagt, daß der Kerl nicht doch zum Anwalt geht, weil er plötzlich ein Peitschenschlagsyndrom verspürt...(viele Leute kommen erst später drauf, daß es da vielleicht noch etwas zu holen gibt...). Ihre Versicherung lässt jeden (auch noch so kleinen) Schaden professionell begutachten. Mancht zwar die Kosten manchmal höher - bringt aber auch Sicherheit.
  • Noch ein kleiner Tipp für Vielfahrer mit schweren/teuren Exoten in Stufe 9: Halten Sie sich nebenbei ein kleines Fahrzeug mit wenig Kilowatt (PS), welches Sie unfallfrei in Stufe 0 bringen und tauschen Sie dann beim nächsten Kauf eines teuren Wagens die Stufen: Zahlt sich bei einer Vollkaskoversicherung + Haftpflicht meistens absolut aus.
  • Geben Sie bei einer neuen Versicherung eine korrekte aktuelle Stufe an - sowie auch Schäden, die darin noch nicht berücksichtigt sind. Nur dann kann Ihnen auch eine passende Prämie errechnet werden. Schummeln macht keinen Sinn - Sie stehen dann entweder als Lügner oder als Ahnungsloser da.
  • Bei den Linktipps unten finden Sie auch einen praktischen Bonus-Malus-Rechner der Zurich Connect. Dieser ist natürlich nur als Orientierungshilfe gedacht - schließlich haben andere Versicherungen andere Konditionen und auch bei der Zurich Connect haben nicht alle Kunden der gleichen Stufe die gleichen Verträge...

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Zuletzt verändert: 15. 04. 2016, 12h27