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Die Geldmarie

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Pensionsantrittsalter


Alterspension in Österreich

Als Alterspension wird in Österreich die "normale" Pension bezeichnet. Dass im Pensionssystem der Alpenrepublik kaum ein "Normalfall" gegeben ist sondern eher der Ausnahmefall die Regel ist, steht auf einem anderen Blatt.

Hier steht auch geschrieben, dass die Menschen in Österreich mit durchschnittlich 60 Jahren und 3 Monaten (Stand 1. Halbjahr 2016, Reha-Geld-Bezieher hier aber nicht berücksichtigt und davon gab es in letzter Zeit sehr viele!!!) in Pension gehen.

Die (fernere) Lebenserwartung von Neugeborenen lag 2065 bei Frauen lt. Statistik Austria bei 83,3 Jahren, 2016 geborene Buben haben lt. Statistik Austria eine Lebenserwartung von durchschnittlich 78 Jahren. Frauen gehen aber tatsächlich im Schnitt schon mit 59,1 Jahren in Rente, Männer schon mit 61,3 Jahren (Stand Mitte 2015, Quelle Sozialministerium).

Im EU-Vergleich lag man in Sachen frühem Pensionsantritt zuletzt hinter Luxemburg und Slowenien an dritter Stelle (gemeinsam mit Belgien). Also eigentlich an drittletzter Stelle. Dass die Kosten für das österreichische Pensionssystem satte 14 bis 15% des heimischen BIP verschlingen, ist ebenfalls ein (negativer) Spitzenwert: Auch hier liegt Österreich europaweit an dritter Stelle - der (zweifelhaft prominente) erste Platz ist in Reichweite...

2016 werden den Pensionen ca. 10,4 Mrd. Euro aus dem Budget zugeschossen (nach 10,17 Mrd. im Jahr davor) - der Generationenvertrag (die Angestellten und Selbständigen zahlen den aktuellen Pensionisten die Pensionen) funktioniert schon längst nicht mehr fair...

Pensionsantrittsalter - die Zwei-Klassen-Gesellschaft

Derzeit gibt es in Österreich 2 große Gruppen: Die bis 31.12.1954 geborenen Menschen und die nach diesem Datum geborenen.

Pensionsklasse 1 - die Älteren

Für vor dem 1.1.1955 Geborenen gilt folgende Regelung der Alterspension:

  • Frauen können mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Pension gehen
  • Männer mit Vollendung des 65. Lebensjahres

Am Bewertungsstichtag müssen für die Inanspruchnahme einer Alterspension 180 Beitragsmonate (inkl. die ersten 24 Monate Bezug von Kinderbetreuungsgeld pro Kind) oder 300 Versicherungsmonate oder 180 Versicherunsmonate innerhalb der letzten 360 Kalendermonate vorliegen.

Pensionsklasse 2 - die Jüngeren

Die Alterspension für jüngere Menschen sieht schon ein wenig trauriger aus. Abgesehen von den massiven Änderungen in Sachen Berechnungsgrundlage sowie Zuschlägen für Frühpensionen hat sich auch im Pensionsantrittsalter etwas getan: Auch Frauen müssen zukünftig bis 65 arbeiten gehen. Soweit nicht eine der anderen Pensionsvarianten zutrifft. Doch es gibt auch eine Übergangsregelung für die Alterspension nach dem AGP (Allgemeinen Pensionsgesetz).

Für nach dem 31.12.1954 geborene Personen gilt:

  • Frauen, geboren bis 1.12.1963 können mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Pension gehen
  • Frauen, geboren ab dem 2.6.1968 können erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres in Pension gehen
  • Für Frauen, die zwischen den o.g. Terminen geboren sind, gilt die unten in der Tabelle angeführte Einschleifregelung
  • Männer mit Vollendung des 65. Lebensjahres

Einschleifregelung Pensionsalter Frauen

Geburtsdatum Regelpensionsalter
2.12.1963 bis 1.6.1964 60 Jahre und 6 Monate
2.6.1964 bis 1.12.1964 61 Jahre
2.12.1964 bis 1.6.1965 61 Jahre und 6 Monate
2.6.1965 bis 1.12.1965 62 Jahre
2.12.1965 bis 1.6.1966 62 Jahre und 6 Monate
2.6.1966 bis 1.12.1966 63 Jahre
2.12.1966 bis 1.6.1967 63 Jahre und 6 Monate
2.6.1967 bis 1.12.1967 64 Jahre
2.12.1967 bis 1.6.1968 64 Jahre und 6 Monate
ab 2.6.1968 65 Jahre

Für Alterspensionen nach dem AGP werden nur die ab 1.1.2005 erworbenen Versicherungsmonate herangezogen. Zumindest müssen 180 Versicherungsmonate erworben werden, von denen zumindest 84 Monate eine Erwerbstätigkeit beinhalten. Kindererziehungszeiten vor dem 1.1.2005 werden jedoch berücksichtigt.

Für Personen, die zumindest einen Versicherungsmonat bis zum 31.12.2004 erworben haben, gelten jedoch weiterhin die Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension lt. ASVG (siehe oben)- sofern dies für die betreffende Person günstiger ist.

Für Personen, die sowohl vor als auch nach dem 1.1.2005 zumindest 36 Versicherungsmonate erworben haben, wird eine Parallelrechnung durchgeführt (APG-Pension und Altpension lt. ASVG).

Für die "Pensionsklasse 2" wurde auch ein individuelles Pensionskonto eingerichtet: Der jeweilige Pensionsversicherungsträger ist verpflichet, Ihnen auf Verlangen eine Mitteilung über die erworbenen Pensionsansprüche zu erstellen und zuzusenden. Ab dem Jahr 2014 ist dieses Pensionskonto auch online einzusehen.

Eine (sehr) grobe Berechnung: Die jährliche Gutschrift auf Ihr Pensionskonto (welche auch laufend aufgewertet wird, um zumindest die Inflation abzufedern) beträgt übrigens 1,78% der im betreffenden Kalenderjahr erworbenen Beitragsgrundlage. Maximal werden mit den 1,78% 45 Jahre multipliziert (=80%).

Für einen Pensionsantritt vor dem Regelpensionsalter werden 4,2% der Leistung abgezogen - gedeckelt mit 15% der Leistung. Einzelne Monate werden mit 0,35% herangezogen.

Oben dargestellte Information ist nur sehr oberflächlich angerissen - zu viele Ausnahmen und Sonderregelungen wurden im Sozialstaat Österreich eingeführt. Idealerweise wendet man sich (sobald man sich in Pensionsalternähe befindet) an den entsprechenden Pensionsversicherungsträger.

Es wäre nämlich nicht Österreich, wenn es nicht noch jede Menge anderer Pensionsvarianten gäbe - hier eine kleine Auflistung anderer Pensionsarten:

  • Vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer
  • Korridorpension (Antrittsalter 62, ab 2016 40 Versicherungsjahre, ab 2020 42 statt wie bisher 37,5 Jahre notwendig)
  • Schwerstarbeiterpension ("Hacklerregelung")
  • Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension (seit 2012 nur noch für über 50-jährige, Jüngere erhalten Rehabilitationsgeld)
  • Witwen- und Witwerpension
  • Waisenpension
  • Altersteilzeit - seit 2016 "Teilpension" benannt

Nähere Informationen zu den genannten Pensionsarten gibt es bei den jeweiligen Sozialversicherungsträgern bzw. beim Link ganz unten (Pensionsversicherungsanstalt).

Wenn Sie - wie die Geldmarie - der Ansicht sind, dass das derzeitige Pensionssystem bis zu Ihren Pensionsantritt ohnehin noch mehrmalig reformiert werden muss (zu Ungunsten der jetzt jüngeren Menschen), sollten Sie sich in den Rubriken Versicherungen oder Banken einmal näher umsehen.

Da gibt es Vorsorgeinformationen in Hülle und Fülle - Eigenvorsorge bleibt in der Pensionsproblematik weiterhin Thema.

Aber auch die staatliche Pension kann mittels Eigeninitiative oft noch etwas verbessert werden: Mit der Freiwilligen Höherversicherung und dem Nachkauf von Versicherungszeiten kann man auch außerhalb der Privatvorsorge der Pension noch ein paar Euro hinzufügen bzw. den Pensionsantritt in manchen Fällen verkürzen.

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Zuletzt verändert: 09. 09. 2016, 17h09