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Familienbonus


Familienbonus kommt ab 1.1.2019

Es war die erste nennenswerte Steuermaßnahme der schwarz-blauen Regierung im Jahr 2018: Der Beschluss der Einführung des sogenannten "Familienbonus" ab 1.1.2019.

Hier Eckpunkte der Steuererleichterung:

Die Höhe des Familienbonus beträgt 1.500 Euro pro Kind und pro Jahr und wird ab Jänner 2019 gelten. Für volljährige Studenten (für die Familienbeihilfe bezogen wird) gibt es einen verringerten Kinderbonusabsetzbetrag von 500 Euro pro Kind und pro Jahr.

Der Familienbonus wird für Kinder gewährt, die sich in Österreich aufhalten und bei welchen Anspruch auf Familienbeihilfe (Kinderbeihilfe) gegeben ist. Für im EU-Ausland lebende Kinder ist (ähnlich wie es bei der Kinderbeihilfe im Plan ist) vorgesehen, dass die Leistungen dem jeweiligen örtlichen Preisniveau angepasst wird. So würde die Kinderbeihilfe (wenn das dem EU-Recht entsprechen sollte) für z.B. in Ungarn oder der Slowakei lebende Kinder von Anspruchsberechtigten niedriger ausfallen, in der Schweiz dafür höher.

Die Höhe von 1.500 Euro pro Kind und pro Jahr gilt für Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Die volle Summe (1.500 Euro/Kind/Jahr) kann als Steuerentlastung ab einen Monatseinkommen von ca. 1.750 Euro brutto (für ein Kind) von den Steuern abgezogen werden, bei 2 Kindern wären 2.300 Euro mtl. Bruttoeinkommen für 3.000 Euro Gutschrift notwendig, bei 3 Kindern mtl. 2.650 Euro für 4.500 Euro. Bei niedrigeren Einkommen ist der Familienbonus degressiv (je niedriger, desto weniger).

Entweder wird der Familienbonus rückwirkend zur Gänze für das jeweilige Vorjahr im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung (="Jahresausgleich") bzw. der Einkommensteuererklärung geltend gemacht oder man beantragt beim Arbeitgeber (nicht überall möglich) eine Berücksichtigung bei der (monatlichen) Lohn- und Gehaltsverrechnung.

Der Kinderbonus kann zwischen den Partner 50:50 aufgeteilt werden oder aber auch nur von einem Elternteil (zur Gänze) in Anspruch genommen werden. Bei getrennt lebenden Eltern ist die Aufteilung des Kindesbonus möglich (und nicht verpflichtend), eine individuelle Teilungsmöglichkeit (z.B. das erste Kind nur für den Vater, das 2. Kind Halbe-Halbe) ist vorgesehen, eine unterjährige Veränderung allerdings nicht.

Gibt es bei den Eltern keine Einigung auf eine Aufteilung, so erhalten beide 750 Euro. So einer der beiden getrennt lebenden Elternteile für den Großteil der Kinderbetreuungskosten aufkommt (mindestens 1.000 Euro) gilt folgende Lösung: Der Elternteil, der hauptsächlich die Kinderbetreuungskosten getragen hat, erhält einen "Familienbonus Plus" von 1.350 Euro, der andere Partner kriegt nur 150 Euro. Dies ist vorerst bis 2021 so geregelt. Wenn der getrennt lebende unterhaltsverpflichtete Elternteil keinen Unterhalt zahlt, hat dieser auch kein Recht auf einen Familienbonus Plus.

Für Alleinerzieher bzw. Alleinverdiener mit niedrigen Einkommen (die keine Steuern zahlen) ist ein Fixbetrag von 250 Euro pro Jahr vorgesehen - ob diese z.B. dem Alleinerzieherabsetzbetrag bzw. dem Alleinverdienerabsetzbetrag hinzugerechnet wird, ist lt. unseren Recherchen noch nicht klar.

Diese 250 Euro Mindestbetrag fließt allerdings nicht an Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher , die elf Monate oder mehr Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Mindestsicherung oder Grundversorgung beziehen!

Fix scheint damit, dass hier für Menschen mit geringen Einkommen wenig bis Null Entlastung kommen wird - rund 1/3 der Arbeitnehmer in Österreich (mit einer Steuerbemessungsgrundlage unter 11.000 Euro jährlich) werden aus dem Titel des Familienbonus nichts erhalten. Rund 950.000 Familien mit 1,6 Mio. Kinder sollen aber sehr wohl davon profitieren.

Durch die Einführung des Familienbonus werden aber auch andere Freibeträge gestrichen: So entfallen ab 2019 dann der Kinderfreibetrag und der Betreuungsfreibetrag (welche aber ohnehin nur die Steuerbemessungsgrundlage reduzierten und nicht -so wie beim Familienbonus- die Steuerleistung).

Über die Sinnhaftigkeit des Familienbonus kann man natürlich streiten: Im europäischen Vergleich liegt Österreich in Sachen Transferleistungen für Kinder nämlich ohnehin nicht so übel, und die zusätzliche Förderung mit der Gießkanne (einigermaßen wohlhabende Menschen benötigen dieses Wahlzuckerl wohl sicher nicht, Schlechtverdiener haben wenig bis gar nichts davon) kostet viel Geld: Mit 1,5 Milliarden Euro soll der Familienbonus kosten, durch den Wegfall der genannten Freibeträge wird der marode Staatshaushalt ab 2019 zusätzlich mit rund 1,2 Mrd. Euro belastet. Soziale Treffsicherheit sieht anders aus - und die Fertilitätsrate (durchschnittliche Kinderanzahl) wird man dadurch sicher nicht erhöhen...

Familienbonus beim Arbeitgeber beantragen - oder auf Steuererklärung warten

Schon mit Jänner 2019 können Angestellte beim Arbeitgeber via Lohnverrechnung den Familienbonus beanspruchen.

So Ihnen der Arbeitgeber nicht ohnehin schon das Formular E 30 zum Ausfüllen und anschließender Weiterleitung an die Lohnverrechnung zur Verfügung gestellt hat, können Sie dieses Formular beim Finanzamt online abrufen, ausfüllen, ausdrucken bzw. auch händisch komplettieren. Den Link zur Formularsammlung des Finanzamts finden Sie bei den Linktipps. Die Formulare liegen auch bei den lokalen Finanzämtern auf.

Variante B: Man macht den Familienbonus im Nachhinein (für das ganze Jahr - also z.B. für 2019 ab Jänner 2020) mittels Arbeitnehmerveranlagung (=Steuerausgleich) oder Einkommensteuererklärung (für Selbständige) geltend, hier dient dann die Beilage L1k dazu.

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Zuletzt verändert: 30. 11. 2018, 20h20