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Staatsverschuldung Österreich


Entwicklung der Staatsschulden in Österreich

Als Staatsverschuldung bezeichnet man gemeinhin alle Forderungen von Gläubigern an einen Staat. Hiezu zählen Forderungen an Bund, Länder, Gemeinden, und ähnliche dem Staat zurechenbare Einrichtungen. Der Wert wird zumeist Netto (also bereinigt um Forderungen seitens Staat) angegeben.

In einigen Rubriken der Geldmarie wird von einer weiteren Staatsverschuldung Österreichs massiv gewarnt. Denn die harten Zeiten stehen den reichen Ländern in "good old Europe" noch bevor. Und da wird es für den sozialen Frieden wesentlich sein, dass die öffentliche Hand nicht nur Schulden zurückzahlt, sondern auch noch strategische Reserven hat.

Leider sind solche Reserven heute schon leider längst nicht mehr vorhanden. Verbraucht durch die sogenannte "Aufbaugeneration", der man wenig nachsagen kann - außer: Sie hat uns in den letzten Jahrzehnten das Zukunftssackerl ganz schön ausgeräumt.

Hat ja keiner böse gemeint - aber leider wurde in den letzten Jahrzehnten Politik nur für die nächste Wahl gemacht. Für die übernächste Generation sicher nicht. Folgende Zahlen sollten dies verdeutlichen:

Staatsverschuldung Österreich

Jahr Gesamtschulden in Mrd. Euro Schulden in % des BIP
1980 27,00 35,4
1985 49,58 48,1
1990 76,52 56,1
1995 119,21 68,3
2000 138,04 66,5
2001 142,60 67,1
2002 145,43 66,5
2003 146,30 65,5
2004 150,73 64,8
2005 155,75 63,9
2006 159,45 62,2
2007 161,03 59,5
2008 176,54 62,6
2009 184,11 66,5

Quelle: Statistik Austria, siehe Linktipps. Daten der Vorjahre werden zumeist noch leicht korrigiert.

Wer sich diese Tabelle genau ansieht, wird erkennen, daß es nicht Bruno Kreisky alleine war, der Österreich in Schulden stürzte - in den Jahren der SPÖ-Regierungen unter Sinowatz und Vranitzky wurde ein Großteil des Schuldenbergs zusammengetragen. Der EU-Beitritt Österreichs wirkte sich absolut postiv auf die Entwicklung der Gesamtverschuldung aus (wohl auch, weil es plötzlich externe Kritierien gab, die die SP/VP-Regierungen befolgten).

Die Regierungen Klima, Schüssel und sogar Gusenbauer setzten diesen Konsolidierungskurs fort. Schulden konnten jedoch niemals abgebaut werden - auch nicht im Jahre 2001, als Schüssel + Finanzminister Grasser den (falschen) "Nuller" feierten (siehe Grafik). Darüber hinaus wurde unter Grasser/Schüssel wertvolles Staatseigentum verkauft (privatisiert) - Einnahmen, die in den Folgejahren nicht mehr zur Verfügung standen (weil teilweise ziemlich unter dem heutigen Wert "verscherbelt".

Sodenn: Kein "Freispruch" für Kreisky - denn der fing ja so richtig mit den wirklich roten Zahlen (im wahrsten Sinn des Wortes) an. Und auch keine Heiligsprechung von ÖVP/FPÖ (Schüssel/Riess-Passer). Viel mehr ein klares Zeichen, daß der EU-Beitritt Österreich sehr viel gebracht hat. Bookmarken Sie diese Seite für Diskussionen mit Phrasendreschern. Hier steht es schwarz auf weiß.

In den letzten Jahren hat sich die Verschuldungsquote sogar ein wenig verringert - dies begünstigt durch ausgezeichnete Wirtschaftsdaten Österreichs und relativer Vollbeschäftigung. Einen Begriff, dem man in Zukunft wohl wieder sehr lange nachlaufen wird können.

Die Finanzkrise hinterlässt jedenfalls ab 2008 wieder deutlich sichtbare Spuren, welche so schnell nicht auszumerzen (und irgendwann zu bezahlen) sind. Der starke Anstieg ist 2009 schon zu erkennen - für 2010 ist ein Rekordschuldenstand von über 70% des BIP zu erwarten. In den Folgejahren sogar noch mehr. Das sind schon sehr bald mehr als 200 Mrd. Euro öffentliche Verschuldung - bis zu 15% des Budgets müssen alleine für die Zinszahlungen und Finanzierungskosten der Schulden aufgebracht werden...

Die heimische Politik hat diesem Schuldenberg bisweilen (Stand 2010) noch immer nichts entgegengesetzt...

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Zuletzt verändert: 08. 07. 2010, 22h09