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Die Geldmarie

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Tipps für den Jahresausgleich


Arbeitnehmerveranlagung oder Jahresausgleich bzw. Steuerausgleich

Prinzipiell haben Herr und Frau Österreicher vor dem Finanzamt ein wenig Angst. Denn die Aufgabe der armen Menschen am Finanzamt lautet in etwa: Darauf aufpassen, daß die lieben Steuerzahler auch brav die geforderten Steuern und Abgaben entrichten, damit der Staat seine Ausgaben auch finanzieren kann.

Aufgrund der hohen Steuerlast und der komplizierten Steuerkonstrukte auch eine sehr schwierige Aufgabe. Ohne jetzt eine Berufsgruppe kränken zu wollen: Die Phobie vor dem Finanzamt ist fast ähnlich wie die des Autofahrers vor der Polizei.

Dabei ist in beiden Fällen nur eines angebracht: Gegenseitiger Respekt. Auf der einen Seite ist der Steuerzahler (der auch den Finanzbeamten oder Finanzangestellten für dessen Tätigkeit mehr oder minder bezahlt) - auf der anderen Seite ist der Finanzer, der für seine wichtige Tätigkeit Anerkennung verdient, die es aber in den seltensten Fällen gibt. Und damit meint die Geldmarie nicht Bestechung.;-)

Die eingangs genannte Angst bzw. Unsicherheit gegenüber dem unbekannten Konstrukt Steuern führt dazu, daß unzählige SteuerzahlerInnen jährlich auf viel Geld verzichten: Auf das Geld aus der Arbeitnehmerveranlagung.

Was ist die Arbeitnehmerveranlagung?

Diese wird in Österreich noch immer sehr gerne als Jahresausgleich bezeichnet - weil der Begriff für die Arbeitnehmerveranlagung inhaltlich auch logischer gewählt ist und im letzten Jahrhundert lange in Verwendung stand. Auch der Name Lohnsteuerausgleich wird hier gerne verwendet.

Hiebei kann (muss aber in den meisten Fällen nicht) Frau und Mann sich (mittels Formular oder auch Online) am zuständigen Wohnsitzfinanzamt (für die letzten 5 Jahre) Geld zurückholen, welches einerseits anteilig zu viel bezahlt wurde oder aufgrund von Gesetzen zusteht. Es kommt beim Jahresausgleich zwar nicht garantiert zu einem Guthaben (=zu einer Rückzahlung) - die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch.

Wenn Sie Zusatzeinkünfte über den Veranlagungsfreibetrag (Zuverdienstgrenze 730 Euro, Stand 2011, 2012, 2013, 2014) hinaus haben, müssen Sie (in Form einer Einkommensteuererklärung) eine Pflichtveranlagung machen!

Wann ist der Jahresausgleich sinnvoll?

  • Sie können Sonderausgaben (genaueres dazu in der entsprechenden Rubrik) bzw. Kirchenbeiträge (anerkannte Religionsgemeinschaften) absetzen
  • Sie waren oder sind AlleinverdienerIn oder AlleinerzieherIn
  • Sie studieren oder machen eine Ausbildung und arbeiten nebenbei
  • Sie sind Pendler oder können keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen
  • Sie haben Wohnraum gekauft oder gebaut
  • Ihr Einkommen ist so gering, daß Sie nur Sozialversicherung zahlen
  • Sie leisten Alimentationszahlungen
  • Sie zahlen Versicherungsprämien für Personenversicherungen (Unfallversicherung, Krankenversicherung, Pensionsversicherungen, Lebensversicherungen etc. - Achtung: Nur Kapitalversicherungen absetzen, die Sie dann auch als Rente beziehen wollen, sonst droht bei neueren Produkten Nachversteuerung!)
  • Sie haben Kosten durch Hausbau oder Sanierung von Wohnungen
  • Sie haben Kinder - vielleicht sogar viele davon - und können vielleicht auch Kinderbetreuungskosten absetzen.
  • Sie hatten im betreffenden Jahr außergewöhnliche finanzielle Belastungen (Krankheitskosten, Begräbnis, Behinderung von Kindern, Naturkatastrophen, Pflegeheim etc.)
  • Sie haben in Ihrem Beruf Werbungskosten (z.B. Arbeitsessen, Telefon, Kilometergeld, Diäten), die nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden
  • Sie sind laufend berufstägig und/oder haben im Jahr schwankende oder gar keine Bezüge (dieser Punkt trifft auf fast alle zu)

Es müsste also schon sehr blöd hergehen, wenn Sie aus dieser Auflistung nichts finden, was auf Sie zutrifft...
Wenn Sie trotzdem Angst haben, daß es zu einer Forderung seitens Finanzamt kommen könnte (trifft nur ganz selten zu), dann machen Sie einfach eine im Net eine "anonyme Arbeitnehmerveranlagung" - Link unten!

Auch wenn Sie sich bei "Finanz-Online" registrieren, sehen Sie schon nach dem Ausfüllen (und vor dem Abschicken), ob es sich lohnt oder nicht. Und sollte trotzdem noch ein Minus rauskommen, gibt es noch die Möglichkeit, gegen den Bescheid des Finanzamts zu berufen - auch das kann sich im Einzelfall lohnen.

Die Geldmarie meint: Ran an das Formular L1 (welches man neuerdings online bestellen muss) - holen Sie sich Ihre Marie zurück! Und organisieren Sie sich sicherheitshalber (insbesondere als "Jahresausgleichs-Neuling") auch gleich die Ausfüllhilfe, welche unter der Formularnummer L2 abrufbar ist.

Geldmarie-Linktipps:

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Zuletzt verändert: 27. 01. 2014, 15h52